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Oddo & Cie: Will die EZB nicht in einem Atemzug mit der BoJ genannt werden, sollte sie keine QE-Ausweitung andeuten

Nachdem der Harmonisierte Verbraucherpreisindex im September binnen Jahresfrist abermals gesunken ist, hätte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi eigentlich Spielraum für die Andeutung weiterer quantitativer Lockerungen (Quantitative Easing, QE) der Geldpolitik der Notenbank. Und das selbst wenn die rückläufige Teuerung hauptsächlich aus der Entwicklung des Ölpreises resultiert. Bruno Cavalier, Chefvolkswirt bei Oddo & Cie, hält es dennoch für ratsam, bei der Sitzung der EZB am Donnerstag dieser Woche vergleichsweise unkonkret zu bleiben. Denn in den sechs Wochen seit der vorangegangenen geldpolitischen Entscheidung habe die Notenbank keine Hinweise auf sich materialisierende Abwärtsrisiken erhalten.

Vielmehr wiesen die Entwicklung von Ölpreis und Geschäftsklimaindikatoren im September in die entgegengesetzte Richtung. Auch die Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Geldpolitik der Federal Reserve habe sich nicht verringert – es sei denn, Mario Draghi habe bei bilateralen Treffen am Rande der Tagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) im peruanischen Lima Informationen bekommen, in die die Märkte bislang noch nicht eingeweiht seien. Daher, so Cavalier, solle es die EZB vorziehen, keine Versprechungen zu machen, die zu hohe Erwartungen hinsichtlich der Ausweitung der quantitativen Lockerungen erzeugen könnten. Die Reflationierungsstrategie der Notenbank habe dazu beigetragen, das Thema einer der Situation in Japan gleichenden Lage in Europa zu eliminieren.

Verstärke sie ihre quantitativen Lockerungen umgehend, laufe sie also Gefahr, im gleichen Atemzug wie die Bank of Japan (BoJ) genannt zu werden, von der man nicht behaupten könne, dass ihre quantitative Lockerungspolitik ein voller Erfolg gewesen sei.


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