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Ölpreisrally lässt High-Yield-Anleihen im Energiesektor ansteigen

Kommentar von Kyle Kloc, Senior Portfolio Manager im Corporate-Bond-Team von Fisch Asset Management

„Der Ölpreis war in den vergangenen Wochen ein viel diskutiertes Thema unter Anlegern. Seit Mitte Juni 2017 stieg der Preis für ein Fass Öl der Sorte Brent Crude von USD 45 bis auf momentan USD 80. Am deutlichsten davon profitiert haben zwar die Aktien der Ölförderunternehmen, doch auch die High-Yield-Anleihen der entsprechenden Unternehmen bewegten sich in den letzten Monaten nach oben. Die höheren Einnahmen verbessern die Finanzsituation der Firmen, was sich positiv auf die Anleihenpreise auswirkt.

Der Effekt der Ölpreisrally ist jedoch nicht linear. Wenn der Ölpreis erst einmal komfortabel über den Gesamtproduktionskosten liegt, bewegt ein zusätzlicher Anstieg die Kurse kaum mehr. Bei vielen Ölförderunternehmen in den USA liegt die entsprechende Grenze bei durchschnittlich USD 50. Der Anstieg der letzten Wochen auf das Niveau von knapp USD 80 spiegelte sich damit kaum noch in weiteren Kursgewinnen wider. Allerdings ist hier eine Differenzierung nötig: Anleihen von Unternehmen mit überdurchschnittlich hohen Produktionskosten, die aber auch entsprechend riskant sind, konnten weiter profitieren.

Im Energiesektor bevorzugen wir die Hochzinsanleihen von in den USA ansässigen Ölförderunternehmen aus dem Bereich Exploration & Production (E&P). In diesem so genannten Up-stream-Geschäft suchen die Firmen nach Öl oder Gas, fördern es und verkaufen es weiter. Sie sind damit die reinste beziehungsweise am wenigsten verwässerte Art und Weise, um vom Ölpreis zu profitieren. Denn zum einen sind sie kaum unerwarteten oder übermäßigen staatlichen Einflussnahmen ausgesetzt, wie man sie oft in den Schwellenländern findet – man denke an Brasilien oder Argentinien. Zum anderen reagieren sie direkt auf den Ölpreis – im Vergleich etwa zu Dienstleistungsunternehmen rund um die Ölindustrie. Darunter fallen Firmen, die Pipelines bauen, geologische Untersuchungen vornehmen oder Ausrüstung herstellen oder warten. Bei all diesen Firmen sind wir eher vorsichtig. Denn typischerweise vergeht einige Zeit vom Anstieg des Ölpreises bis die Anleihenkurse reagieren. Umgekehrt hingegen geht es deutlich schneller: ein Rückgang beim Ölpreis wirkt sich schon nach kurzer Zeit negativ aus.

Wo wir konkret investieren hängt immer vom Preis ab: ein riskantes Unternehmen, das seine Ölproduktion nur wenig hedgt und hohe Produktionskosten hat, muss beispielsweise deutlich günstiger bewertet sein als ein defensiveres Unternehmen, das seine Produktion zum Großteil absichert und bereits bei niedrigeren Ölpreisen in der Gewinnzone ist. Für uns ist es grundsätzlich wichtig, dass eine Firma über Liquiditätsreserven und ein erfahrenes Management verfügt, das schon mehrere Zyklen erlebt hat.“

http://www.fixed-income.org/
(Foto:
Kyle Kloc © Fisch Asset Management)


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