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„Operativ geben wir Gas und Bauholz haben wir uns gesichert“, Gerald Evans, Gründer und persönlich Haftender Gesellschafter der GECCI Gruppe

Wohnimmobilien sind auch in Corona-Zeiten gefragt und gerade Objekte außerhalb der Innenstädte gewinnen an Attraktivität. Die GECCI Gruppe realisiert bezahlbaren Wohnraum in Deutschland und profitiert von dem Trend. Zur Finanzierung hat GECCI im Jahr 2020 zwei Anleihen (5,75% p.a., 5 Jahre und 6,00% p.a., 6 Jahre) emittiert. Das 5,75%-Wertpapier wird von den Analysten der GBC Research empfohlen. GECCI-Gründer und persönlich haftender Gesellschafter Gerald Evans erläutert im Update-Gespräch über die aktuelle Entwicklung, hohe Holzpreise und das geplante Franchise-System.

BOND MAGAZINE:
Herr Evans, Sie sind noch neu am Kapitalmarkt, stellen Sie bitte kurz Ihr Geschäftsmodell vor.

Evans: GECCI realisiert bezahlbaren Wohnraum und erleichtert Menschen den Weg zu ihrer Traumimmobilien – ohne Eigenkapital, ohne Restkaufbetrag und alles aus einer Hand. Unser Alleinstellungsmerkmal: Kunden erwerben die Eigenheime im Wege der Mietübereignung und erhalten eine Auflassungsvormerkung im Grundbuch. Bis zur Eigentumsübergabe wird ein Mietvertrag zu ortsüblichen Konditionen mit einer Laufzeit von 23 bis 32 Jahren vereinbart. In dieser Zeit generiert GECCI gut planbare Mieterträge. Daher bauen wir derzeit ein cashflow-starkes Immobilienportfolio zur Zinszahlung und Tilgung der Anleihen auf.

BOND MAGAZINE: Stichwort Anleihen. Wie finanzieren Sie sich und welche Sicherheiten bieten Sie?

Evans: Im Wesentlichen finanzieren wir uns über langfristige Bank-Darlehen. Dass wir diese für unter 1,5% p.a. erhalten, bestätigt die Solidität unseres Geschäftsmodells. Teures Mezzanine-Kapital oder Private Equity nutzt GECCI nicht. Mit den Anleihemitteln können wir unbürokratisch Grundstücke bzw. Immobilien kaufen und die Projekte beginnen. Als Sicherheiten sind erstrangige Grundschulden für die Finanzierungsgemeinschaft vorgesehen. Die Finanzierungsgemeinschaft besteht aus der GECCI Investment – also den Anleiheinvestoren – und den Trägern der langfristigen Kredite.

BOND MAGAZINE:
Die ersten Projekte sind angelaufen?

Evans: Richtig. In Bockenem sind die Planungen abgeschlossen und die Erschließung des rund 8.460 qm großen Areals läuft. In wenigen Wochen werden wir mit dem Bau der 10 Einfamilienhäuser beginnen. Bockenem befindet sich im Einzugsgebiet von Hannover, Salzgitter, Wolfsburg mit Anschluss an die Autobahn A7 und mit guter Infrastruktur. Die Eigenheime werden jeweils über eine Grundstücksgröße von rund 650 bis 1200 qm und eine Wohnfläche bis 180 qm verfügen. Energieeffizienz KfW-55 ist Mindeststandard. Die Nachfrage ist erfreulich, 50% der Häuser sind reserviert.

BOND MAGAZINE:
Daneben haben Sie jetzt auch das erste Projekt in NRW begonnen?

Evans: Ja. Anfang April haben wir zwei nebeneinander liegende Grundstücke mit 546 qm bzw. 420 qm im Kreis Düren – zwischen Aachen und Köln – gekauft. Auf den Grundstücken befindet sich jeweils ein Eckreihenhaus mit 113,50 qm Wohnfläche und ein Reihenhaus mit 122,26 qm Wohnfläche. Beide Objekte befinden sich bereits im Rohbau. Wir werden voraussichtlich im Mai mit dem Innenausbau beginnen.

BOND MAGAZINE: Die Situation in der Baubranche ist angespannt. Immer mehr kämpfen bei der Materialbeschaffung mit Preiserhöhungen und Lieferengpässen. Wie geht GECCI damit um?

Evans: Relativ entspannt. Wir profitieren von unserem integrierten Geschäftsmodell. Denn alle wesentlichen Schritte vom Baustoffhandel über die Projektentwicklung und den Bau der Immobilien bis zur Finanzierung werden innerhalb der Gruppe abgedeckt. In den vergangenen Wochen hat sich der GECCI Baustoffhandel große Bestände – insbesondere an Bauholz – direkt vom Hersteller gesichert. Damit ist nicht nur der Bedarf für die aktuellen Projekte in Bockenem und Düren gesichert, sondern wir haben auch andere Bauunternehmen beliefert. Den Bereich Baustoffeinkauf und -handel werden wir in den kommenden Monaten noch weiter ausbauen und so unsere Margen erhöhen.

BOND MAGAZINE:
Blicken wir auf den weiteren Jahresverlauf, was können Anleger erwarten?

Evans: Bis zum Herbst werden wir die Häuser in Bockenem realisieren und den Proof-of-Concept unseres einzigartigen Geschäftsmodells endgültig erbracht haben, nachdem bereits führende Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Fachanwälte unser Modell geprüft und die Insolvenzfestigkeit bescheinigt haben. Außerdem sind wir an einigen großen Arealen dran. Wenn wir nur bei einem den Zuschlag bekommen, werden wir in eine ganz neue Liga aufsteigen. Darüber hinaus wollen wir im Sommer unser Franchise-System starten und damit das Wachstum beschleunigen.

BOND MAGAZINE:
Welche Effekte erwarten Sie sich durch das Franchising?

Evans: Grundsätzlich erfüllen wir Menschen den Traum vom Eigenheim auf zwei Wegen. Entweder wir kaufen größere Grundstücke und entwickeln aktiv die Objekte. Oder Kunden kommen auf uns zu und wir suchen gemeinsam nach Grundstücken und realisieren die Immobilie. Beispielsweise haben wir inzwischen schon allein im Raum Leipzig eine zweistellige Anzahl von Anfragen. Diese kann ein regional verwurzelter Franchise-Partner natürlich besser umsetzen. Er hilft bei der Grundstückssuche, übernimmt die gesamte Beratung vor Ort und koordiniert den Bau. Wir in der zentrale übernehmen unter anderem die bundesweite Kundenakquise für unsere Partner. Operativ konzentrieren wir uns auf die größeren Projekte. Natürlich wollen wir uns auch strategisch weiterentwickeln. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Mietübereignung in vielen Fällen eine attraktive Alternative zur klassischen Bankfinanzierung sein kann – nicht nur in Deutschland.

Das Interview führte Christian Schiffmacher, https://www.fixed-income.org/


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