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PIMCO zu den Rückkäufen von US-Staatsanleihen: Findet am Markt eine Rollenumverteilung statt? Markt braucht weiterhin planbare Emissionen

Tiffany Wilding © PIMCO

Als Reaktion auf die hohen Renditen bei langlaufenden US-Staats­anleihen hat das Finanz­ministerium der Ver­einigten Staaten letzte Woche weitere Rück­käufe ange­kündigt. PIMCO-Öko­nomin Tiffany Wilding nimmt die Ent­wick­lungen zum Anlass, eine ent­schei­dende Frage zu stellen: Kann das Finanz­ministerium überhaupt als glaub­würdiger Liquiditäts­puffer fungieren?

In ihrem aktuellen Kommentar weist sie darauf hin, dass die Regierungsinstanz – im Gegensatz zur Fed – Rückkäufe durch neue Anleiheemissionen finanzieren muss. Das Ministerium kann dadurch die Zusammensetzung ihres Anleihekorbes nach Laufzeiten und Instrumenten bestimmen, aber nicht die Gesamtschulden senken. 

Außerdem hat das US-Finanzministerium im Zuge seiner Ankündigung darauf hingewiesen, dass seine Emissionen auch in Zukunft regelmäßig und planbar bleiben. Für Wilding kein Zufall, denn in früheren Zeiten hat die Regierung auch schon opportunistischer agiert. Warum das aktuell keine gute Idee wäre, erläutert die Expertin unter Bezugnahme zum historischen Kontext der US-Staatsfinanzierung:

Rückkäufe von US-Staatsanleihen sind in normalen Zeiten ein sinnvolles Instrument, um die Liquidität älterer, weniger gehandelter Anleihen zu verbessern. In Stressphasen können sie zugleich als Liquiditätspuffer für den Markt dienen. Die Fähigkeit des Finanzministeriums, als Market Maker letzter Instanz aufzutreten, ist aber begrenzt.

…zur Rollenumverteilung im US-Staatsanleihenmarkt

Die Finanzierung am 30-jährigen Ende der Zinskurve kostet die USA derzeit 5,2 Prozent – 70 Basispunkte über vergleichbaren festverzinslichen Zinsswaps. Der Markt verlangt eine Extra-Sicherheit für das Halten dieser Staatsanleihen. Mit einer besseren Liquiditätspolitik könnte das Finanzministerium diese Differenz jedoch verringern und damit auch seine eigenen Finanzierungskosten verringern.

Nach der Finanzkrise von 2008 wurde es für Primärhändler immer schwieriger, in Stressphasen Wertpapiere in ihren Bilanzen zu halten. Wenn die Märkte die Funktionsfähigkeit des Treasury-Markts zuletzt nicht sicherstellen konnten, ist die Fed als „Market Maker letzter Instanz“ eingesprungen.

Inzwischen hat auch das US-Finanzministerium Maßnahmen zu Gunsten eines reibungslos funktionierenden Markts für US-Staatsanleihen ergriffen. Während Marktteilnehmer und Politiker oft noch über die Umsetzung diskutieren, schaut die Fed unter Warsh, wie sie ihren Einfluss auf den Treasury-Markt reduzieren kann.

Es drängt sich die Frage auf, wer – wenn nicht die Fed – künftig als „Market Maker letzter Instanz fungieren soll.

Sollte es zu so gravierenden Funktionsstörungen am Treasury-Markt kommen, dass daraus ein systemisches Problem entsteht, dürfte die Fed dennoch mit dem Finanzministerium zusammenarbeiten, um den Treasury-Markt zu stabilisieren.

…zur Bedeutung planbarer US-Staatsanleiheemissionen

Das Finanzministerium ist der mit Abstand größte Kreditnehmer am Markt. Seine Finanzierungsstrategie ist daher von großer Bedeutung.

Wenn das Angebot klar ist, können Anleger Liquidität zurückstellen sowie Händler ihre Bestände und Absicherungen im Vorfeld von Auktionen planen.

Wiederkehrende Emissionen und Aufstockungen verdichten den Handel, verbessern die Preisfindung und erleichtern die Absicherung.

Das Finanzministerium ist zu groß und leiht sich zu kontinuierlich Geld, um den Markt zu timen. Es kann nicht opportunistisch agieren, ohne den Markt selbst zu beeinflussen.

Ein regelmäßiges, planbares und zugleich flexibles System, das für die Marktteilnehmer nachvollziehbar ist, dürfte daher im Interesse aller Beteiligten liegen.

www.fixed-income.org 

 

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