Die Bank of England hat auf Ihrer September-Sitzung den Leitzins weiterhin unverändert belassen. PIMCO-Ökonom Peder Beck-Friis kommentiert die Entscheidung der britischen Währungshüter:
Die Bank of England (BoE) berlässt den Leitzins erwartungsgemäß unverändert bei 3,75%, wobei das Abstimmungsergebnis weiterhin 6 zu 3 lautete. Pill, Mann und Greene stimmten erneut für eine Anhebung. Der Ton fiel jedoch hawkischer aus, da der geldpolitische Ausschuss (MPC) eine zunehmende Besorgnis über die Inflationsrisiken äußerte.
Die Aussichten bleiben äußerst unsicher. Sollten die Energiepreise vor November wieder sinken, könnte der MPC von einer weiteren Zinsanhebung absehen. Sollte eine solche Trendwende jedoch ausbleiben, erscheint eine Anhebung im November nun wahrscheinlich; eine weitere Zinserhöhung könnte Anfang kommenden Jahres folgen. Zwar gibt es weiterhin kaum Anzeichen für nennenswerte Auswirkungen der Energiepreise auf die Kerninflation, doch könnte die Gesamtinflation Anfang 2027 auf 4 % steigen. In diesem Fall könnte sich der MPC veranlasst sehen, zumindest einen Teil der hawkischen Neubewertung durch den Markt nachzuvollziehen, um nicht den Eindruck zu erwecken, hinter der Entwicklung zurückzubleiben – insbesondere vor dem Hintergrund, dass andere Zentralbanken ihre Geldpolitik weiter straffen.
Am kurzen Ende der Zinskurve werden inzwischen rund vier Zinserhöhungen innerhalb der kommenden zwölf Monate eingepreist. Unserer Einschätzung nach enthält diese Bewertung eine gewisse Risikoprämie. Ein solches Szenario würde einen stärkeren und länger anhaltenden Anstieg der Energiepreise oder deutlich stärkere Übertragungseffekte auf die Kerninflation voraussetzen, als wir derzeit erwarten. Vor diesem Hintergrund halten wir britische Staatsanleihen (Gilts) innerhalb eines diversifizierten Portfolios globaler Anleiheinvestments weiterhin für attraktiv.
Für die Märkte war die Aktualisierung des Rahmens für die quantitative Straffung (QT) vermutlich die bedeutendere Ankündigung. Die BoE signalisierte, dass sie in den kommenden Jahren voraussichtlich keine Anleihen mit Fälligkeiten im Jahr 2049 oder später verkaufen wird. Dies führte zu einer deutlichen Erholung am langen Ende der Zinskurve. Die Renditen 30-jähriger Gilts gingen an diesem Tag um rund 12 Basispunkte zurück.
www.fixed-income.org
