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Schlagzeilen über strikte Lockdown-Maßnahmen in China könnten über die wahre Schwäche der chinesischen Wirtschaft hinwegtäuschen

von Gerwin Bell, Lead Economist Asia bei PGIM Fixed Income

Die Wachstumsaussichten Chinas sind besorgniserregend, da im April ein starker Rückgang der Industrieproduktion, der Anlageinvestitionen, der Einzelhandelsumsätze und der Immobilienaktivitäten gemeldet wurde. Während die Industrieproduktion immer noch überdurchschnittlich wächst, sind die Einzelhandelsumsätze deutlich auf ein Niveau eingebrochen, das zuletzt vor fünf Jahren zu beobachten war, was die Bemühungen der chinesischen Regierung um eine Neuausrichtung der Wirtschaft weg von ressourcenintensiven Industrien hin zum Binnenkonsum zunichtemacht. Noch beunruhigender für die chinesische Regierung und ihre Aussichten auf politische Stabilität ist der drastische Anstieg der Arbeitslosenquote auf über 6 %, den höchsten Stand seit mindestens einem Jahrzehnt. In der Tat haben hochrangige politische Entscheidungsträger darauf gedrängt, proaktive Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft zu ergreifen, da es bisher an spezifischen Maßnahmen mangelt. Letztendlich ist es möglich, dass die Schlagzeilen über die Zero-Covid-Strategie ein Ablenkungsmanöver sind, um die tatsächliche Schwäche der chinesischen Wirtschaft zu verbergen, da der Immobiliensektor nach einer Reihe von Zahlungsausfällen bereits stark eingebrochen war. Frühere Bemühungen, die Verschuldung einzudämmen, könnte die Blase in einem Sektor, der für 25 % des chinesischen BIP verantwortlich ist, bereits zum Platzen gebracht haben.Die Kurse von Schwellenländeranleihen stehen weiterhin unter Druck, da die Zentralbanken der Schwellenländer die Zinsen weiter anheben, um die Inflation zu kontrollieren, und sich das Wachstum in China weiter verlangsamt. Wenn sich herausstellt, dass die Verlangsamung in China das Ergebnis der Zero-Covid-Politik der Regierung ist, dann sollte eine Lockerung dieser Politik ein einfacher Ansatz für eine wirtschaftliche Erholung sein. Doch wie bereits erwähnt, könnten die wirtschaftlichen Probleme Chinas tiefer liegen: Die Immobilienblase könnte sich auflösen und den Konsum mit sich ziehen. Die Geldpolitik scheint wenig oder gar keine Wirkung zu zeigen – Chinas Interbankensatz ist in den letzten zwei Monaten um 0,50 % gesunken – und die Finanzpolitik war nicht ehrgeizig genug. Die Aussicht auf strukturelle oder politische Reformen scheint gering – wie die Maßnahmen nach der asiatischen Währungskrise, als China seine Staatsunternehmen umstrukturierte und der WTO beitrat.

www.fixed-income.org
Foto: Gerwin Bell © PGIM Fixed Income



 

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