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Schwellenländeranleihen: Der Aussichten bleiben hoffnungsvoll

Solange weitere Zinserhöhungen der Fed durch ein stärkeres Wachstum der US-Wirtschaft getrieben werden, dürften Schwellenländeranleihen ihre gute Performance gegenüber anderen Fixed-Income-Anlagen fortsetzen. Zu dieser Einschätzung kommt Denise Simon, Portfoliomanagerin für Schwellenländeranleihen beim Vermögensverwalter Lazard Asset Management.

„Anders als dies oftmals Glauben gemacht wird, entwickeln sich Schuldtitel aus den Emerging Markets in einem von steigenden Zinsen geprägten Umfeld historisch gesehen nicht per se schlechter als andere Anleiheklassen“, sagt Simon. Nach Ansicht der Lazard-Expertin bleiben Schwellenländeranleihen daher weiterhin ein Investment, mit dem Anleger zwar mit Verzögerung, aber dafür mit einem Hebel vom anhaltend positiven Wachstum der Weltwirtschaft profitieren.

„Obwohl sich viele Schwellenländer in den vergangenen Jahren weiterentwickelt haben, ist die Wirtschaft dort in vielen Fällen noch immer vom Rohstoff-Export dominiert“, beobachtet Simon. „Das bedeutet, dass die wirtschaftliche Nachfrage in den Schwellenländern in hohem Maße vom Wachstum der entwickelten Länder abhängt. Letzteres bestimmt wiederum vor allem die konjunkturelle Entwicklung in rohstoffnahen Sektoren. Aufgrund dieses Mechanismus machen sich wirtschaftliche Impulse aus den entwickelten Staaten üblicherweise erst mit zeitlicher Verzögerung in den Schwellenländern bemerkbar.“

Rohstoffe sind spätzyklischer Indikator
Dies ist der Schwellenländer-Expertin zufolge auch der Grund dafür, dass Rohstoffe als spätzyklische Anlageklasse gelten. „Denn Preise und Mengen bleiben meist über Monate hinweg zunächst unverändert, auch wenn das Wachstum in den Industriestaaten bereits angezogen hat“, so Simon. „Entsprechend ist es keine Überraschung, dass in der jüngeren Vergangenheit die Rohstoffpreise auch in der zweiten Hälfte einer Zinserhöhungsphase weiter gestiegen sind – im Schnitt um zehn Prozent“, erläutert Simon. Die Lazard-Expertin geht im aktuellen Umfeld davon aus, dass sich dieses Muster über die kommenden 18 Monate hinweg wiederholen wird. „Das wird sich stützend für die Entwicklung von Risikoanlagen in den Emerging Markets auswirken – Aktien ebenso wie Bonds“, prognostiziert Simon.

Flache US-Zinskurve spricht für Rezession
Simon führt in diesem Zusammenhang aus, dass der laufende Zinserhöhungszyklus in den USA im vergangenen März seine Halbzeit erreicht hat. „Nach Aussagen von Mitgliedern im geldpolitischen Ausschuss der Fed liegt das langfristige Ziel für die Leitsätze bei drei Prozent. Jetzt liegt die untere Spanne des US-Leitzinses bereits auf der Marke von 1,5 Prozent“, stellt Simon fest. Ihren Beobachtungen zufolge haben Fixed-Income-Investoren schon seit Längerem realisiert, dass die Bondmärkte konjunkturelle Zyklen anführen beziehungsweise als erste darauf reagieren. „Wenn es an den Anleihemärkten dann zu Übertreibungen kommt, steht die Rezession bevor“, so die Expertin. Sie weist darauf hin, dass eine Verflachung der Sätze am Bondmarkt in der jüngeren Geschichte jedes Mal Indikator einer bevorstehenden Rezession der US-Wirtschaft war. „Es ist normal, dass die US-Zinsstrukturkurve in der Mitte einer Zinserhöhungsphase flacher wird“, so Simon. „Im langjährigen Bereich wird die Kurve meist ein bis zwei Quartale vor dem Ende des Zinszyklus invers.“ Simon hält es für wahrscheinlich, dass dieser Punkt Mitte kommenden Jahres erreicht sein wird.

Ausblick für Schwellenländeranleihen bleibt positiv
Aus Sicht der Portfoliomanagerin stehen die Chance gut, dass auch in den nächsten anderthalb Jahren risikoreichere Märkte Wachstums-Titel belohnen werden, wobei sich insbesondere spätzyklische Anlagen wie Rohstoffe und Investments in Emerging Markets gut entwickeln dürften. Der Wert des US-Dollar dürfte sich weiter abschwächen – sowohl gegenüber Währungen anderer Industrienationen als auch gegenüber Schwellenländerwährungen. „Das wiederum stellt einen weiteren Anreiz für Anleger dar, mehr als sonst in ausländische Märkte zu investieren“, so Simon.

„In den nächsten 18 Monaten könnte es viele Signale dafür geben, wann es an der Zeit ist, das Risiko im eigenen Portfolio zu reduzieren. Aber die Mitte eines Zinserhöhungszyklus ist normalerweise noch nicht der richtige Zeitpunkt dafür“, erklärt Simon. Die jüngere Geschichte lege nahe, dass sich Anleger auf die Steilheit der Zinsstrukturkurve konzentrieren sollten, wobei eine völlig flache Kurve Zeichen für eine bevorstehende Rezession sei. „Vor diesem Hintergrund glauben wir, dass der makroökonomische Ausblick für Schwellenländeranleihen für den Rest des Jahres 2018 positiv ist“, so Simon. „Wir erwarten weiterhin in diesem Jahr hohe einstellige Renditen bei Schwellenländeranleihen.“

http://www.fixed-income.org/

(Foto: Denise Simon © Lazard Asset Management)


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