YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Selektive globale, spezifische und thematische Anlagen im Fokus - Unsere Sicht auf die Märkte sowie ein Ausblick auf 2022 in zehn Punkten

von James Ashley, Leiter Market Strategy Team, Strategic Advisory Solutions bei Goldman Sachs Asset Management

Das vergangene Jahr brachte bereits eine außerordentliche zyklische Erholung von Risikoanlagen – was bedeutet dies für das Jahr 2022? Unseren Erwartungen nach wird in diesem Jahr die Normalität auch in weiteren Bereichen allmählich wieder einkehren. Voraussichtlich verlangsamt sich das Wachstum, die Geldpolitik dürfte sich hauptsächlich auf die Eindämmung der Inflation konzentrieren, und die Aktienrenditen könnten wieder die fundamentalen Rahmenbedingungen widerspiegeln. An den Märkten kommt es unter Umständen häufiger zu Volatilitäts-Episoden. Doch vor diesem Hintergrund bieten sich unserer Ansicht nach viele Chancen für selektive globale, spezifische und thematische Anlagen.

Unsere Einschätzung sowie ein Ausblick in zehn Punkten:
1. Wirtschaftswachstum: Das schnellste Wirtschaftserholungstempo liegt zwar schon hinter uns, dennoch wird das weltweite BIP 2022 voraussichtlich um etwa 4,4 % wachsen und damit um mehr als einen Prozentpunkt über dem Wachstumspotenzial liegen. Wir rechnen in der ersten Jahreshälfte mit einem stärkeren Wirtschaftswachstum, das von einer Verbesserung der Virussituation, der Wiedereröffnung der Wirtschaft, aufgestauter Konsumnachfrage und einem Aufbau von Lagern und Vorräten profitieren wird. Während das Wachstum in den meisten Volkswirtschaften 2022 weiterhin über dem Trend liegen sollte, wird es in China und Brasilien aufgrund länderspezifischer Faktoren langsamer sein.

2. Inflation: Wir sind nach wie vor zuversichtlich, dass sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation 2022 deutlich zurückgehen wird, wenngleich der Preisdruck wohl nicht so schnell nachlässt. Erste Hinweise auf eine Besserung der Logistikengpässe sind bereits erkennbar. Dennoch dürfte der hartnäckigere Druck am Wohnungsmarkt, bei den Löhnen und Gehältern und im Rohstoffbereich ausreichen, um das Trendniveau nachhaltig zu erhöhen und geldpolitische Maßnahmen auszulösen.

3. Geldpolitik: Nach zwei Jahren einer größtenteils abgestimmten lockeren Geldpolitik koppeln sich die Zentralbanken der Industrieländer langsam voneinander ab und verfolgen einen regional angepassten Straffungskurs. Die US-Notenbank Fed wird unseren Erwartungen nach im ersten Quartal 2022 mit Leitzinserhöhungen beginnen, während Neuseeland, Kanada und Großbritannien dies bis dahin bereits getan haben werden. Die EZB hingegen wird ihre Leitzinsen voraussichtlich bis Q4 2023 beziehungsweise Q3 2024 unverändert belassen.

4. Geopolitik: Im Umfeld der anstehenden Wahlen könnte es zu Unsicherheiten kommen. Denn aufgrund der Präsidentschaftswahlen in Frankreich und Brasilien erscheint dort jeweils ein Politikwechsel möglich, während die Zwischenwahlen in den USA zu politischen Hindernissen führen könnten. In der Vergangenheit konnte die Oppositionspartei bei den Zwischenwahlen in den USA immer deutlich dazugewinnen, was die Biden-Regierung in der zweiten Hälfte ihrer Amtszeit beim Erreichen wichtiger Ziele vermutlich einschränken würde.

5. Aktien aus Industrieländern: Die Märkte werden 2022 voraussichtlich zulegen – dank der Unterstützung durch negative Realzinsen, einer hohen Risikoprämie bei Aktien und Zuflüssen von Anlegern, die positive reale Renditen anstreben. Längerfristig betrachtet erwarten wir einen flacheren Markt mit niedrigeren Gesamtrenditen, einem breiteren Volatilitätsspektrum und weniger regionalen Abweichungen. An den Märkten außerhalb der USA dürften die Gewinn- und Renditeunterschiede zurückgehen.

6. Schwellenländeraktien: Der sich verbessernde makroökonomische Hintergrund dürfte dazu beitragen, dass die Zuflüsse von Anlegern in die unterrepräsentierten Schwellenländeraktien anhalten. Wir rechnen mit großen regionalen Renditeunterschieden, die die makroökonomischen Bedingungen in China sowie die Reaktionen auf das COVID-19-Infektionsgeschehen und den Rohstoffmarkt widerspiegeln. Selektivität wird auch weiterhin ausschlaggebend sein.

7. Zinsen: Wir rechnen in vielen Regionen mit negativen Durationserträgen, denn die Renditen von Staatsanleihen dürften von den anhaltenden Fortschritten beim Abbau von Ressourcenüberschüssen und der länger anhaltenden höheren Inflation Auftrieb erhalten.

8. Anleihen: Bewertungsbeschränkungen und sich allmählich abschwächende Triebfedern der Risikobereitschaft dürften zu einer leichten Spreadausweitung, niedrigeren Renditen und einer stärkeren Renditestreuung an den Anleihemärkten führen. Trotz des begrenzten Spielraums für einen Rückgang der Spreads sind Carry-Strategien unserer Ansicht nach immer noch praktikabel.

9. Währungen: Der US-Dollar scheint durch eine hohe Bewertung, wettbewerbsfähige Renditen außerhalb der USA, neuen Druck auf seine globale Rolle und zyklische Stimmungen gefährdet. Wir gehen davon aus, dass 2022 unterschiedliche Währungstrends entstehen, die die Sensitivität gegenüber voneinander abweichenden geldpolitischen Kursen der Zentralbanken, der Wiedereröffnung der Wirtschaft und den Rohstoffpreisen widerspiegeln.

10. Rohstoffe: Die angespannte Lage an den Rohstoffmärkten ist struktureller Natur und basiert auf jahrelangen Unterinvestitionen. Im Gegensatz zu den Lieferengpässen anderswo lassen sich die Probleme bei den Investitionsausgaben im Rohstoffbereich jedoch nicht so einfach lösen und können durch langfristige umwelt- und sozialpolitische Ziele sogar noch verschlimmert werden.

Goldman Sachs Asset Management ist die Investmentsparte der The Goldman Sachs Group, Inc. (NYSE: GS). Wir bieten Anlage- und Beratungsdienstleistungen für einige der weltweit führenden Institutionen, Finanzberater und Privatpersonen. Wir investieren in öffentliche und private Märkte über eine erstklassige Investmentplattform mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 2 Billionen US-Dollar. 1869 gegründet, bietet Goldman Sachs als führendes globales Finanzunternehmen einem großen und diversifizierten Kundenstamm Finanzdienstleistungen in den Bereichen Investment Banking, Wertpapiere, Investment Management und Consumer Banking. Mehr dazu auf LinkedIn.

www.fixed-income.org
Foto: James Ashley © Goldman Sachs Asset Management


 

Investment

von RJ Gallo, CIO Global Fixed Income bei Federated Hermes

Die Renditen von Staats­anleihen aus Industrie­ländern sind in den letzten Wochen stark gestiegen. Ange­trieben wurde diese Ent­wicklung durch den…
Weiterlesen
Investment

von Charlotte Peuron, Portfolio Manager Thematic Equities, Crédit Mutuel Asset Management

Gold, das häufig als eine Form von „Währung“ betrachtet wird, profitierte seit der COVID-Krise erheblich von den hohen Haus­halts­defiziten in den…
Weiterlesen
Investment

von Cathy Hepworth, Head of PGIM Fixed Income's Emerging Markets Debt Team

In unserer kurz­fristigen Ein­schätzung der Spreads von Staats­anleihen aus Schwellen­ländern in Hart­währungen sind wir konstruktiv-vorsichtig. Das…
Weiterlesen
Investment
BlackRock legt heute vier neue iShares iBonds UCITS ETFs auf und erweitert sein Angebot an Anleihen-ETFs mit fester Laufzeit um die Fällig­keits­jahre…
Weiterlesen
Investment
Trotz der jüngsten Turbu­lenzen an den Finanz­märkten bleibt Lazard Asset Manage­ment opti­mistisch für Wandel­anleihen. „Die jüngsten…
Weiterlesen
Investment
Anleihen aus dem Öl- und Gas­bereich sind Profiteure aus dem Preis­schock in Folge des Iran-Krieges, wie Norbert Schmidt und Gerhard Mayer,…
Weiterlesen
Investment

von Josh Shipley, Head of Europe Direct Lending bei PGIM

Während eines Groß­teils des ver­gangenen Jahr­hunderts wurden euro­päische Fußball­vereine weniger wie Unter­nehmen behandelt, sondern eher wie…
Weiterlesen
Investment

von Jason DeVito & Mohammed Elmi, beide Senior Portfoliomanager bei Federated Hermes

Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten hat die weltweite Ölver­sorgung erheb­lich beein­trächtigt – was sich schließlich auch in den Preisen…
Weiterlesen
Investment
Lowie Debou, Fonds­manager bei DPAM, beurteilt die Ent­wicklung von Preisen und Inflations­er­wartungen infolge des Iran­konflikts: 1.  „Unmittelbar…
Weiterlesen
Investment
Infolge des Iran­kriegs erwartete die Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP) bereits im April einen Inflationsschock und weitere…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!