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Staatsanleihen in der Eurozone werden laut Threadneedle noch nicht wieder gekauft

„Die Spreads griechischer Anleihen sind weiter gestiegen, obwohl das Rettungspaket vergangene Woche noch nachgebessert wurde“, sagt Quentin Fitzsimmons, Leiter Staatsanleihen bei Threadneedle. „Dafür gibt es meines Erachtens eine Reihe von Gründen: Zum einen muss der Vorschlag erst noch von den verschiedenen Parlamenten ratifiziert werden, bevor er umgesetzt werden kann. In Deutschland scheint sich noch etwas Widerstand zu regen, weil die anstehenden Landtagswahlen das Thema Griechenland zu einem heißen Eisen der Politik haben werden lassen. Zum zweiten liegt das Hauptaugenmerk jetzt nicht mehr auf der Frage, ob Griechenland seinen kurzfristigen Verbindlichkeiten nachkommen kann, sondern auf den langfristigen strukturellen Faktoren, die das Management dieses Schuldenberges schwierig machen.“

Quentin Fitzsimmons kommentiert weiter: „Aus Anlegersicht sind meines Erachtens unterschiedliche Mechanismen erkennbar. Zum einen hat der Markt bis zu einem gewissen Grad die Geduld verloren, weil die verschiedenen politischen Organisationen und Nationalstaaten Europas nicht mit einer Stimme sprechen. Viele Investoren haben dieses Jahr versucht, griechische Anleihen zu Kursen zu kaufen, die sie für attraktiv hielten, und mussten dann mit ansehen, wie deren Spreads nach einer unbedachten Äußerung eines Politikers wieder stiegen. Selbst der hohe Renditeaufschlag kann nur ein gewisses Maß an Volatilität abfedern, da kann man als Anleger noch so positiv eingestellt sein.  Darüber hinaus scheinen sich die Kommentatoren zunehmend darüber einig, dass irgendwann in der Zukunft die eine oder andere Form von Umschuldung unausweichlich ist. Die sich hieraus ergebende Unsicherheit für Anleiheninvestoren trägt zur negativen Stimmung bei.

Interessant ist, dass die Spreads von Ländern wie beispielsweise Portugal und Spanien die letzte Erhöhung der Zinsdifferenzen relativ unbeschadet überstanden haben. Das mag zum einen daran liegen, dass sich die griechischen Spreads bei einem sehr geringen realen Handelsvolumen erhöhen, während die anderen Märkte liquider bleiben. Andererseits könnte es aber auch sein, dass die Märkte versuchen, den Fall Griechenland zu isolieren. Dies würde bedeuten, dass die Rettungsaktion zumindest kurzfristig als glaubwürdige Bremse wirkt.

Würde man zulassen, dass die Situation soweit außer Kontrolle gerät, dass ein Ausfall Griechenlands möglich wäre, würden sich wohl auch andere Anleihen von Randstaaten deutlich schlechter entwickeln als die Anleihen der Länder im Herzen Europas. Der Markt wäre dann bereits auf der Suche nach dem nächsten Opfer. Auch wenn die Unsicherheit bleibt, müssen wir derzeit annehmen, dass sich die Europäer darauf verständigen können, dass die Stabilität der Region letztendlich wichtiger ist als die Interessen einzelner Staaten. Eine andere Frage ist, ob dieser Glaube so stark ist, dass wir blind vertrauen und wieder kaufen. Bisher ist die Antwort offensichtlich ein deutliches Nein."



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