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Zinssenkungen in Schwellenländern: Katalysator für Kapitalzuflüsse

von James Syme, Senior Fondsmanager bei J O Hambro

James Syme © J O Hambro

Mit Blick auf frühere Zyklen in den Schwellen­ländern und unter Berück­sichtigung der Auswir­kungen eines schwächeren Dollars und der Kapital­zuflüsse gehen wir davon aus, dass die Leitzinsen in den Schwellen­ländern über einen längeren Zeitraum hinweg gesenkt werden dürften. Wir glauben, dass dies sowohl die Schwellen­länder als auch ihre Aktien­märkte stützen wird.

Zinspolitik im globalen Vergleich

Im Jahr 2024 senkten viele Länder ihre Leitzinsen, da die Inflation seit ihrem Höchststand im Jahr 2022 nachließ. In diesem Jahr scheinen die Zentralbanken weltweit vor allem aufgrund der Verwirrung um die Handelspolitik eher vorsichtig zu sein, sei es durch ihre Äußerungen oder durch das Tempo oder den Umfang der Zinssenkungen.

In den Schwellenländern hingegen haben die Zentralbanken ihre Leitzinsen weiter gesenkt. In den ersten fünf Monaten haben 19 Zentralbanken der Schwellenländer, die im MSCI EM Index vertreten sind (Griechenland verwendet den Euro und die vier arabischen Golfstaaten haben ihre Währungen an den US-Dollar gekoppelt), 24 Leitzinssenkungen und nur vier Anhebungen vorgenommen. Drei dieser Anhebungen erfolgten in Brasilien, wo das Wirtschaftswachstum weiterhin sehr stark ist, und eine in der Türkei, wo zuvor drei starke Senkungen erfolgt waren.

Dies zeigt ein klares Muster. Die BIP-Wachstumsprognosen für 2025 und 2026 wurden für die Schwellenländer Asiens nach unten korrigiert und für die Industrieländer ebenfalls deutlich gesenkt, während sie in der EMEA-Region und in Lateinamerika weitgehend stabil geblieben sind. Allerdings befinden sich viele der Zentralbanken, die derzeit eine Pause einlegen, in den Schwellenländern Asiens – China, Taiwan, Malaysia –, obwohl diese Region die schwierigeren Wachstumsaussichten hat. Wir glauben, dass diese Länder mit ihren exportorientierten Wirtschaftsmodellen und hohen Leistungsbilanzüberschüssen in den letzten Jahren weniger empfindlich auf den starken US-Dollar reagiert haben, sodass sie ihre Zinsen niedriger halten konnten als die Länder mit Leistungsbilanzdefiziten.

So verzeichnete Taiwan beispielsweise 2024 einen Leistungsbilanzüberschuss von 14,1 % des BIP. Die Zentralbank hält seit über einem Jahr an einem Leitzins von 2 % fest, obwohl die Verbraucherpreisinflation in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 durchschnittlich 2,2 % betrug. Zum Vergleich: Südafrika verzeichnete 2024 ein Leistungsbilanzdefizit von 0,7 % des BIP; die Verbraucherpreisinflation lag in den ersten vier Monaten des Jahres 2025 bei durchschnittlich 3,1 %, aber die Zentralbank begann das Jahr mit einem Leitzins von 7,75 % und konnte die Zinsen in diesem Jahr bisher zweimal senken.

Schwellenländer als Profiteure der Kapitalflüsse

Was die Portfolio-Positionierung angeht, gehen wir davon aus, dass die Sorgen globaler Anleger über die Handels- und Wirtschaftspolitik der USA die Kapitalströme in die Schwellenländer weiter antreiben werden. Dies dürfte die Währungen stützen und ein stärkeres Wachstum, niedrigere Inflation sowie schnellere und weitere Zinssenkungen ermöglichen. Unserer Meinung nach ist dies der Hauptauslöser für die positive Rückkopplungsschleife, die wir in früheren Aufschwungphasen in Schwellenländern beobachtet haben. Innerhalb der Schwellenländer bevorzugen wir Märkte, die eher von der Inlandsnachfrage angetrieben werden, mit historisch schwächeren Leistungsbilanzsalden und der Fähigkeit, die Zinsen von einem höheren realen Niveau aus zu senken. Wir bleiben gegenüber dieser Anlageklasse positiv eingestellt und übergewichten Mexiko, Indonesien, Südafrika und Brasilien.

www.fixed-income.org


 

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