YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Trump II - ein Segen für Schwellenländer?

Trumps erste Amtszeit verlief gut – für die Märkte der Schwellen­länder. Und diesmal? Michaël Vander Elst, Fonds­manager für Schwellen­länder-Anleihen bei DPAM, wagt einen Blick voraus:

Während der ersten Amtszeit von Trump (Januar 2017 bis Januar 2021) erzielten die Schwellen­börsen Renditen von rund 3,2% p.a. in Euro (6,5% in US-Dollar). Der Dollar gab gegenüber dem Euro von 1,05 auf 1,21 nach und die Renditen für 10-jährige US-Staats­anleihen fielen von 2,50% auf 1,00%. Wie wird die zweite?

Inflation & Fed: Die von Trump angekündigten Zölle können zu Inflationsdruck führen. Wie hoch dieser ausfällt, hängt von Faktoren wie Substitutionseffekten ab – ob ein US-Produkt ein importiertes Produkt zu einem ähnlichen Preis ersetzen kann – und davon, ob die exportierenden Länder möglicherweise durch eine Abwertung der eigenen Währung reagieren. Wird die Migration erheblich eingeschränkt, könnte die Inflation über einen angespannteren Arbeitsmarkt zusätzlich angeheizt werden.

Eine höhere US-Inflation könnte die Geldpolitik der Fed beeinflussen, was sich wiederum auf die Schwellenländer auswirkt, da die relativen Zinsunterschiede von großer Bedeutung sind. Eine eher aggressive Fed könnte den Dollar stärken und den Währungen der Schwellenländer Gegenwind bescheren.

US-Zinssätze und Schuldenstand: Höhere Staatsausgaben dürften zu mehr Verschuldung, höheren Kreditkosten und damit zu höheren US-Zinssätzen führen. Die Entwicklung von Schuldtiteln in Lokalwährung der Schwellenländer hängt jedoch deutlich stärker vom Dollar ab als von steigenden US-Zinsen.

US-Dollar: Trumps Ziel, das Handelsdefizit zu reduzieren, erfordert einen schwächeren Dollar. Ein starker Dollar steht zudem im Widerspruch zu den Bemühungen um Nearshoring, da er importierte Investitionsgüter verbilligt. Angesichts der aktuellen Dollar-Stärke ist der Weg nach oben begrenzt. Für die Währungen der Schwellenländer ist ein stabiler oder schwächerer Dollar vorteilhafter.

Geopolitik: Ob Trump den Ukrainekrieg lösen kann, ist ungewiss. Zunehmender Spannungen drohen im Nahen Osten, insbesondere mit dem Iran. Ein instabiles weltpolitisches Umfeld kann zu Marktschwankungen führen, was das Vertrauen der Anleger und die Kapitalströme in die Schwellenländer beeinflusst.

Regionale Auswirkungen

•  Lateinamerika: Mexiko gilt als besonders anfällig für Änderungen in der US-Politik. Das während Trumps erster Amtszeit ausgehandelte Abkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada enthält eine „Verfallsklausel“, die erst 2026 fällig wird. Das deutet auf Kontinuität in den Handelsbeziehungen hin. Trumps Fokus könnte sich eher auf chinesische Unternehmen verlagern, die in Mexiko tätig sind, als auf die Trends bei ausländischen Direktinvestitionen. Trumps Haltung könnte weniger kooperativ gegenüber Ländern wie Guatemala und Honduras werden – im Gegensatz zu Bidens Politik, die darauf abzielt, die Migration durch Unterstützung vor Ort zu reduzieren.

•  Europa: Neue Zölle könnten die Konjunktur in Europa weiter dämpfen und zu einem niedrigeren Endzinssatz der EZB führen. Die mitteleuropäischen Länder, die stark an die Eurozone gebunden sind, dürften dies spüren.

•  Asien: China könnte auf US-Zölle mit einer Anpassung seiner Währung reagieren, was sich auf andere asiatische Währungen auswirken würde. Dies könnte zu schwankenden Devisenmärkten in der Region führen und die Schuldtitel in Lokalwährung der Schwellenländer belasten.

Strategische Überlegungen für Anleger

In Trumps erster Präsidentschaft gab es reichlich politische Ankündigungen und Schlagzeilen, die die Volatilität der Märkte erhöhten. Diese Muster könnte sich wiederholen. Umso wichtiger ist eine langfristige Perspektive. Die Märkte haben bereits vor der Wahl einen möglichen Trump-Sieg vorweggenommen. Eine weitere Neubewertung der Märkte, insbesondere nach einem Ausverkauf von US-Staatsanleihen, könnte attraktive Einstiegsmöglichkeiten bieten.

Schwellenländer-Anleihen sind weiterhin eine überzeugende Anlageklasse. Das Wachstumsgefälle zwischen Industrie- und Schwellenländern bleibt günstig. Langfristig wird eine Konvergenz erwartet. Insbesondere zu hochverzinslichen und Investment-Grade-Anleihen von US-Unternehmen bieten Schuldtitel aus Schwellenländern überzeugende Alternativen. Grenzmärkte eröffnen aufgrund ihrer geringen Korrelation mit den breiteren Schwellenmärkten und ihres besonderen Risikoprofils eine zusätzliche Diversifizierungsebene.

www.fixed-income.org
Foto: Vander Elst © DPAM


 

Investment

von John Sherman, Senior Portfolio Manager bei Federated Hermes

Sowohl die Finanz­krise als auch Covid haben unseren Begriff von Norma­lität neu definiert. Die USA haben die Krisen der Jahre 2008 und 2020 nur durch…
Weiterlesen
Investment

von Ulrike Kastens, Senior Economist Europe, DWS

Obwohl sich zuletzt nur wenige EZB-Mitglieder zum geld­poli­tischen Ausblick geäußert haben, rechnen wir weiter­hin mit einer Anhebung des…
Weiterlesen
Investment

von Daniel Siluk, Global Head of Short Duration & Liquidity und Portfoliomanager, Janus Henderson Investors

Beim Treffen in Jackson Hole ging es weniger darum, Signale für September zu senden, als vielmehr um die Wieder­her­stellung von Trans­parenz und…
Weiterlesen
Investment

von Dr. Thomas Hempell, Head of Macro & Market Research bei Generali Investments

Die Renditen am langen Ende stellen weiterhin eine Schwach­stelle dar, wobei die Risiken eher in Richtung eines erneuten Aufwärts­drucks als in…
Weiterlesen
Investment
Eine schritt­weise Ver­lagerung von Kapital weg aus konzen­trierten US-Dollar-Anlagen könnte Schwellen­länder­anleihen zusätz­lichen Auftrieb geben.…
Weiterlesen
Investment

von Robert Sockin, Chief US Economist bei PGIM

Ange­sichts der jüngsten Maß­nahmen des US-Finanz­minis­teriums und des anhal­tenden Anstiegs der lang­fristigen Renditen richtet sich die…
Weiterlesen
Investment
Als Reaktion auf die hohen Renditen bei langlaufenden US-Staats­anleihen hat das Finanz­ministerium der Ver­einigten Staaten letzte Woche weitere…
Weiterlesen
Investment
Zum Ende der Woche gehen Experten von Fede­rated Hermes auf das aktuelle Ge­schehen an den wichtig­sten Finanz­märkten ein. In dieser Woche…
Weiterlesen
Investment

von Lotfi Karoui, Multi-Asset Credit Strategist bei PIMCO

Im weiteren Verlauf des Kredit­zyklus bleiben Zahlungs­aus­fälle ein zentrales Thema. Für Investoren, die neben den öffent­lichen Märkten auch die…
Weiterlesen
Investment
Die Renditen lang­laufender US-Staats­anleihen erreichten kürzlich ein Rekord­hoch. Daraufhin – und zwar just an dem Tag, als die…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!