YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Unsichere Zeiten: Ist Euro Credit noch interessant? Die Zeiten sind unsicher, und der laufende Ertrag bleibt entscheidend

von Boutaina Deixonne, Head of Euro IG & HY Credit, Gonzague Hachette, Investment Specialist Euro Credit IG & HY, Axa Investment Managers

Boutaina Deixonne © AXA IM

Zu Jahres­beginn gingen wir davon aus, dass vor allem die Kupons für Anleihen­erträge sorgen würden. Weder die jüngste Volatilität noch die anhal­tende Unsicher­heit haben daran etwas geändert. Die Renditen waren in den letzten zehn Jahren nur selten höher als jetzt.

Eine wesent­liche Spread­verengung erwarten wir also nicht. Die deutliche Verbes­serung der Markt­stimmung hat risiko­reicheren Anlagen in den letzten Wochen zwar geholfen, aber die Unsicherheit bleibt. Die Spreads eurodenominierter Investmentgrade-Unternehmensanleihen verengten sich bis Ende Mai um 10 auf 87 Basispunkte, was die Ausweitung nach Trumps Liberation Day vollständig ausglich. Sie liegen aber noch immer um 11 Basispunkte über dem Tiefststand von 76 Basispunkten Mitte Februar. Die Erholung ist also noch nicht abgeschlossen – und das ist verständlich: Unsicherheit schadet risikobehafteten Titeln. Das zeigte sich auch nach der Trump’schen Zollankündigung im April.

Die Spreads sind zwar wieder ähnlich wie vor dem Liberation Day, aber ohne einen echten Durchbruch bei den Handelsgesprächen der USA mit China und der EU ist kaum mit einem weiteren Rückgang zu rechnen.

Stabile Unternehmen
Zu Beginn der derzeitigen Unsicherheitsphase waren viele Unternehmenskassen gut gefüllt, und die Fundamentaldaten waren meist solide. Die Erstquartalszahlen waren zwar uneinheitlich, boten aber einige Hoffnungszeichen. Banken profitierten von erfolgreichem Investmentbanking, niedrigen Risikorückstellungen und höheren Provisionseinnahmen. Rentabilität und Qualität der Aktiva blieben weltweit gut. Auch Emittenten aus defensiven Sektoren wie Versorgern und Telekommunikation legten für das 1. Quartal ordentliche Ergebnisse vor.

In anderen Branchen ist das Bild aber uneinheitlicher, vor allem im Automobilsektor. Er steht weiter vor großen Herausforderungen, vor allem im Chinageschäft. Die geplanten Zölle könnten den Gewinnen ebenfalls schaden. Enttäuschend waren auch die Zahlen mancher Konsumgüterunternehmen, mit unterdurchschnittlichen Ergebnissen etwa von Kering, LVMH und Carlsberg.

Optimistisch bleiben wir für Finanzanleihen, auch wenn ihre derzeitigen Bewertungen hohe Mehr-erträge gegenüber Industrieanleihen unwahrscheinlich machen. Hybridanleihen finden wir ebenfalls weiterhin interessant, vor allem Titel, die der Emittent in den nächsten fünf Jahren kündigen kann. Sie haben ein attraktives Risiko-Ertrags-Profil.

Alles in allem halten wir die Kreditqualität europäischer Emittenten für gut. Sie haben einem möglichen Abschwung etwas entgegenzusetzen.

Die Markttechnik könnte helfen
Angesichts der Volatilität kam das geringe Emissionsvolumen im April nicht überraschend. Es betrug nur 45 Milliarden Euro, überwiegend Industrieanleihen.  38% davon entfielen auf US-Emittenten. Vor allem bei Finanzanleihen verbesserte sich durch das niedrige Emissionsvolumen die Markttechnik.

Im Mai war dann alles anders. Das Angebot stieg kräftig. Trotz zahlreicher Feiertage kamen für fast 107 Milliarden Euro neue Titel an den Markt, ein neuer Monatsrekord für eurodenominierte Credits. Eine – wenn auch nicht mehr ganz so große – Rolle spielte auch, dass US-Emittenten eurodenominierte Titel begaben.

Die Nachfrage half ebenfalls. Im Schnitt waren Neuemissionen 3,5-fach überzeichnet. Trotz Konjunkturrisiken und hoher Emissionsvolumina bleibt die Markttechnik also gut.

Unterschiedliche Anlagemöglichkeiten
Die Kombination aus unsicherer Konjunktur, hohem Carry und stabilen Fundamentaldaten dürfte weiterhin für eurodenominierte Credits sprechen.

Um die Assetklasse optimal zu nutzen, braucht man aber einen geeigneten Ansatz. Vor allem zwei Strategien scheinen uns interessant:

Kurzläufer
In Zeiten wie diesen sind Investmentgrade- und High-Yield-Anleihen ein Lichtblick. Mit ihren geringeren Zinsrisiken bieten Kurzläufer regelmäßigen laufenden Ertrag ohne die für länger laufende Titel typische Volatilität.

Flexible Ansätze
Eine andere Möglichkeit ist ein aktiver und flexibler, benchmarkunabhängiger Ansatz. Hier sehen wir die Chance auf attraktive risikoadjustierte Erträge durch Umschichtungen zwischen verschiedenen Märkten. Mit schnellen Anpassungen von Asset-Allokation und Duration lässt sich Mehrertrag erzielen.

Die Spreads sind zwar noch nicht wieder so eng wie im Februar, doch rechnen wir nicht unbedingt mit einer weiteren Verengung. Die Bewertungen sind heute weniger attraktiv. Kurzfristig erwarten wir eine Seitwärtsbewegung, da nur wenig für starke Veränderungen spricht, egal in welche Richtung. Dennoch könnten Konjunkturdaten, Zinsvolatilität und die Zweitquartalsergebnisse der Unternehmen den Markt in den nächsten Monaten bewegen.

Wir glauben daher, dass Kurzläuferstrategien und flexible Ansätze Euro-Credit-Anlegern in dieser unsicheren Welt gute Dienste leisten könnten.

www.fixed-income.org 


 

Investment

von Greg Wilensky, Head of U.S. Fixed Income, Janus Henderson Investors

Am 22. August hielt Fed-Vor­sitzender Jerome Powell seine jährliche Rede auf dem Jackson Hole Economic Policy Sympo­sium der Kansas City Fed. Dabei…
Weiterlesen
Investment
Die UniCredit Group erhöht ihre Betei­ligung an der Commerz­bank - Filippo Alloatti, Head of Financials (Credit) bei Federated Hermes Limited,…
Weiterlesen
Investment
Europäische Bank­aktien haben in den ver­gangenen Jahren bemerkens­werte Kurs­anstiege verbucht. Jeroen Knol, Senior Portfolio­manager bei BNP Paribas…
Weiterlesen
Investment
Blerina Uruci, Chef­öko­nomin USA bei T. Rowe Price kommentiert Jerome Powells Rede in Jackson Hole:1. Zur GeldpolitikDie bisherige Konsens­meinung…
Weiterlesen
Investment
Prof. Dr. Jan Viebig, Chief Invest­ment Officer der ODDO BHF SE, kommen­tiert wöchentlich was die Märkte bewegt. In seinem aktuellen CIO View blickt…
Weiterlesen
Investment
Der Anteil von Öl an der Strom­erzeugung sinkt. Ein Mix aus erneuer­baren Energien, Gas und Kernkraft verdrängt das schwarze Gold.…
Weiterlesen
Investment

Deutet das historisch hohe Gold/Öl-Verhältnis erneut auf eine große makroökonomische Veränderung hin?

Das Gold/Öl-Verhältnis – also die Anzahl an Barrel Öl, die man für eine Unze Gold kaufen kann – gibt einen schnellen Über­blick über die…
Weiterlesen
Investment
Zum Ende der Woche geben die Markt­experten von Federated Hermes Kommen­tare auf das aktuelle Geschehen an den wichtigsten Finanz­märkten. In dieser…
Weiterlesen
Investment
Ron Temple, Chief Market Strategist bei Lazard, beo­bachtet derzeit die Produzenten­preise der USA mit beson­derer Aufmerk­samkeit. Er warnt, dass der…
Weiterlesen
Investment

von Giancarlo Perasso, Lead Economist Africa and Former Soviet Union bei PGIM Fixed Income

Da die globalen Zentral­banken ihre Engage­ments in US-Vermögens­werten diversi­fizieren, wirft die steigende Allokation in Gold Fragen hinsichtlich…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!