Wir glauben, dass die Phase der Ausnahmestellung des US-Dollars sich dem Ende zuneigt. Zwar kann es in Phasen geopolitischer Spannungen noch zu kurzfristiger Unterstützung kommen – wie Ende Februar, als die Spannungen im Nahen Osten eine Nachfrage nach sicheren Häfen auslösten –, doch sind diese Aufschwünge zunehmend taktischer und weniger struktureller Natur. Auf zyklischer Ebene dürfte das Wachstum in den USA im Vergleich zum Rest der Welt an Ausnahmestatus verlieren. Globale Konjunkturindikatoren deuten auf eine festere Wachstumsdynamik außerhalb der USA hin, was die Fähigkeit des Dollars einschränkt, allein aufgrund des relativen Wachstums eine Outperformance zu erzielen. Obwohl höhere Energiepreise ein Aufwärtsrisiko für die US-Inflation darstellen – was die Bereitschaft der Federal Reserve zu Zinssenkungen potenziell einschränken könnte –, würde dies vor dem Hintergrund der Gesamtlage nur vorübergehende Unterstützung bieten.
Noch wichtiger ist, dass sich die langfristigen strukturellen Aussichten für den Dollar weiter verschlechtern. Anhaltende Haushaltsdefizite, ein zunehmend politisiertes politisches Umfeld und Bedenken hinsichtlich der Erosion der politischen Orthodoxie belasten weiterhin den fairen Wert der Währung. Die Kursentwicklung im Februar bestätigte diese Einschätzung: Trotz zeitweiliger Erholungen im Zusammenhang mit politischen Schlagzeilen und Risikoaversion dominierte eine allgemeine Schwäche des USD den Monat. Da sich diese strukturellen Kräfte erneut durchsetzen, erwarten wir mittelfristig eine allmähliche Abschwächung des Dollars, insbesondere gegenüber Währungen, die von sich verbessernden inländischen Fundamentaldaten und stabilen politischen Rahmenbedingungen gestützt werden. Ein anhaltender Konflikt würde jedoch große Unsicherheit mit sich bringen, was dazu führen könnte, dass die Flucht in den Dollar als sicherer Hafen länger anhält als derzeit erwartet.
Euro: Relative Widerstandsfähigkeit, eingeschränkt durch Energie und Geopolitik
Der Ausblick für den Euro bleibt vorsichtig positiv, auch wenn das Aufwärtspotenzial zunehmend an Bedingungen geknüpft ist. Die Kursgewinne des EUR/USD im Februar waren größtenteils auf eine allgemeine Schwäche des US-Dollars zurückzuführen und weniger auf eine starke Verbesserung der Fundamentaldaten der Eurozone, wobei sich der Euro angesichts der politischen Unsicherheit in den USA zeitweise als relativer sicherer Hafen verhielt. Das zugrunde liegende Wachstum bleibt bescheiden, wobei die Konjunkturdaten branchenübergreifend uneinheitlich ausfallen, während sich die Inflation weiter in Richtung des Zielwerts abgeschwächt hat, was die Erwartungen an einen schrittweisen und gut angekündigten Lockerungszyklus der EZB verstärkt. Dies schränkt den Spielraum für negative politische Überraschungen ein und stützt den Euro auf relativer Basis, insbesondere gegenüber Währungen, die mit tieferen inländischen Ungleichgewichten konfrontiert sind. Dennoch bleibt der Energiesektor die größte Schwachstelle des Euro.
Als Nettoenergieimporteur ist die Eurozone in hohem Maße anfällig für erneute Energiepreisspitzen, die die Terms of Trade schwächen, das Wachstum belasten und die Inflationsaussichten erschweren würden. Die jüngsten geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben daher für zusätzliche kurzfristige Unsicherheit gesorgt und uns veranlasst, hinsichtlich des Zeitpunkts und der Ziele eine vorsichtigere Haltung einzunehmen. Demgegenüber dürften steigende Verteidigungsausgaben – die sich zunehmend auf inländische Lieferketten konzentrieren – für einen moderaten Wachstumsschub sorgen und Kapitalzuflüsse im Laufe der Zeit stützen. Insgesamt behalten wir eine mittelfristig positive Einschätzung des Euro gegenüber dem US-Dollar und dem britischen Pfund bei, erwarten jedoch, dass die Kursgewinne ungleichmäßig verlaufen und von den Energiepreisen sowie der globalen Risikostimmung abhängig sind. Ein Risiko besteht darin, dass sich der Konflikt im Nahen Osten in die Länge zieht, was dazu führen könnte, dass der Dollar noch für einige Zeit von Zuflüssen in sichere Häfen profitiert.
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