YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

US-Notenbanksitzung im November: Sorgfältig die finanziellen Rahmenbedingungen managen

von Christian Scherrmann, US-Volkswirt, DWS

Im November gab es keine Überraschungen seitens der Fed. Die Notenbanker beließen die Zinsen bei 5,25 bis 5,50 Prozent. Unserer Ansicht nach ist dies die endgültige Flughöhe für diesen Zyklus. In der Presseerklärung wurde die jüngste Stärke der Arbeitsmärkte etwas falkenhafter dargestellt, aber auch die finanziellen Rahmenbedingungen als potenzielles Risiko für die wirtschaftliche Dynamik genannt - ein eindeutig taubenhaftes Element. Diese Argumentation war bereits in mehreren öffentlichen Äußerungen von Fed-Vertretern im Vorfeld der Sitzung erkennbar. Zudem wird weiterhin die Unsicherheit über die konjunkturellen Auswirkungen vergangener Zinserhöhungen betont. Dies und das Fehlen weiterer relevanter Änderungen in der Presseerklärung lassen die Tür für eine weitere Zinserhöhung offen. Die Inflation ist nach wie vor zu hoch und die Lage an den Arbeitsmärkten zu angespannt, als dass die Fed die Zügel lockern könnte.

In der Pressekonferenz bekräftigte Fed-Chef Powell erneut ein vorsichtiges Vorgehen und betonte, dass es noch einige Zeit dauern könne, bis die Inflation wieder auf ihr Zielniveau zurückkehre. Er warnte jedoch davor, dass ein starkes, über dem Potenzial liegendes Wachstum eine weitere Zinserhöhung rechtfertigen könnte. Dies ist ein klarer Hinweis darauf, dass die Zentralbanker in den kommenden Monaten eine Verlangsamung des Wachstums beobachten wollen. Auf die Frage, ob die finanziellen Rahmenbedingungen straff genug seien, sagte er, es bleibe abzuwarten, ob diese Straffung von Dauer sei. Insgesamt habe der jüngste Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen nicht lange genug angehalten, um eine realistische Einschätzung abgeben zu können. Es bleibe daher abzuwarten, ob weitere Zinserhöhungen notwendig seien oder nicht - eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Alles in allem scheint es, dass der Vorsitzende Powell und seine Kollegen im Lager der Falken bleiben, aber nicht wirklich falkenhaft handeln. Nach dem fulminanten Wachstum im dritten Quartal und der Unsicherheit, die vor uns liegt, ist dies sicherlich eine kluge Entscheidung. Was die Verschärfung der finanziellen Bedingungen durch die Märkte betrifft, so hat uns Chairman Powell im Wesentlichen die Hinweise gegeben, die wir erwartet haben: Wenn die Märkte die finanziellen Rahmenbedingungen straff halten - also derzeit nicht mit Zinssenkungen liebäugeln -, kann die Fed vorsichtig weiter nichts tun und abwarten, wie sich die vergangenen Zinserhöhungen auf die Wirtschaft auswirken. Sobald sich die Bedingungen jedoch entspannen, wäre eine weitere Zinserhöhung sicherlich realistisch.

www.fixed-income.org
Foto: Christian Scherrmann © DWS


 

Investment
Das dritte Quartal 2026 stand im Zeichen geo­politisch getrie­bener Energie­preise und restrik­tiver Noten­banken. Die Kon­junktur blieb über­raschend…
Weiterlesen
Investment

von Richard Bernstein, Global Head of Macro and Customized Investing, Chris Benway, Director of Research, and Michael Talaga, Global Head of Credit…

Anleger neigen dazu, den Zentral­banken viel Aner­kennung für die mehr als 30 Jahre an­dauernde Des­inflation zu zollen, die vor der Pandemie…
Weiterlesen
Investment

von Ken Orchard, CIO Fixed Income, T. Rowe Price

Steigende Anleihe­renditen bedeuten nicht zwangs­läufig, dass die Zentral­banken alle Zinser­höhungen vor­nehmen werden, die die Märkte derzeit…
Weiterlesen
Investment
Europä­ische High-Yield-Anleihen bieten weiterhin attraktive laufende Erträge, während das Durationsrisiko vergleichs­weise begrenzt bleibt. Die…
Weiterlesen
Investment

von Thomas Timmermann, Fondsmanager bei DPAM

Der Markt für Schwellen­länder-Unter­nehmens­anleihen hat heute ein Volumen von 2,6 Billionen US-Dollar und über­trifft sowohl den globalen…
Weiterlesen
Investment
Strategie­wechsel bei BlackRock. Nach fast zwei Jahren der Überge­wichtung werden US-Aktien auf neutral zurück­gestuft und US-Staats­anleihen…
Weiterlesen
Investment

Renditen langlaufender Staatsanleihen sind auf ein Niveau gestiegen, das zuletzt zur Zeit der globalen Finanzkrise zu beobachten war

Der aktuelle Ausver­kauf von lang­lau­fenden Anleihen hat die Argu­mente gestärkt, kurz­laufende Anleihen in Betracht zu ziehen, da stei­gende…
Weiterlesen
Investment
Wer in Bukarest Blut spendet, bekommt als Danke­schön die Chance, Anleihen zu zeichnen. Was wie eine Kuriosität wirkt, steht für einen größeren Trend:…
Weiterlesen
Investment
Anleger richten ihren Blick derzeit zu stark auf steigende Renditen und geopo­litische Risiken und unter­schätzen dabei die verbesserten…
Weiterlesen
Investment
Viele Analysten gehen davon aus, dass die Cash­flows der Hyper­scaler in den kommenden Jahren negativ werden. Grund dafür ist der beispiellos hohe…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!