Um die aktuelle Lage am US-Wohnungsmarkt zu bewerten, braucht es zunächst den Blick zurück zu Pandemiezeiten, als extrem niedrige Zinsen, fiskalische Impulse und eine starke Nachfrage die Immobilienpreise stark anstiegen ließen. Nachgelagert kam es ebenso zu einer längerfristig erhöhten Mietinflation. Diese Entwicklung dürfte sich laut den PIMCO-Experten nun umzukehren: Die höheren Zentralbankzinsen haben Wohneigentum unerschwinglicher gemacht, die Reallöhne seien nicht in gleichem Maße wie Immobilienpreise gestiegen. Hinzu komme eine Nachfragedämpfung durch die restriktive Einwanderungspolitik von Trump, während gleichzeitig eine Welle neuer Mehrfamilienhäuser das Angebot vergrößert. In diesem Zuge verlangsame sich auch die Mietpreisinflation deutlich.
Bei der US-Mietpreisinflation zeichnet sich dieses Jahr eine Trendwende ab – von hartnäckig und überaus hohen zu überraschend tiefen Werten. Die Mietpreisanstieg dürfte um 30 bis 50 Prozent unter das Vor-Pandemie-Niveau rutschen.
Die Mietpreisinflation macht etwas mehr als 30 Prozent des Kernverbraucherpreisindex aus. Eine Abschwächung um einen Prozentpunkt würde sich also in einer Senkung der Kerninflation um 0,3 Prozentpunkte niederschlagen.
Mit dem Inflationsausblick bei Mietpreisen, zusammen mit nachlassenden Kostendruck durch Zölle sowie einer höheren Produktivität – also weniger Arbeitskosten pro Produktionseinheit –, sollte die Fed zu der Überzeugung gelangen, dass die Inflation wieder nachhaltig auf ihr langfristiges Ziel von zwei Prozent zurückkehrt.
Die Differenz der Mieten von Neuverträgen und solchen bei Vertragsverlängerungen hat sich inzwischen weitgehend normalisiert und somit ist eine hartnäckige Inflationsquelle im Mietmarkt deutlich entschärft.
www.fixed-income.org
