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Wappnen gegen Inflation, Setzen auf Wachstum

von Vincent Chung, Co-Portfoliomanager der Diversified Income Bond Strategy bei T. Rowe Price

Vincent Chung © T. Rowe Price

Die globalen Märkte balancieren derzeit vorsichtig zwischen anhal­tender Inflation und robustem Wachstum, was zu einer Anpassung der Portfolio­positionierung über verschiedene Anlage­klassen hinweg führt. In den nächsten sechs Monaten ist die Stimmung gegenüber Risiko­anlagen überwiegend zuversichtlich, gestützt durch eine stimulierende Fiskalpolitik, eine Lockerung der Geldpolitik der Zentralbanken und solide Unternehmens­gewinne. Allerdings sind wir uns der Inflationsrisiken bewusst, insbesondere in den USA. Dort erwarten wir, dass die Federal Reserve eine Überhitzung der Wirtschaft zulässt. Entsprechend haben wir die Duration auf das untere Ende unserer bisherigen Bandbreite reduziert. Zudem dürfte das OBBBA (One Big Beautiful Bill Act) die Staatsverschuldung in den nächsten zehn Jahren um vier Billionen US-Dollar erhöhen und damit Fragen zur fiskalischen Nachhaltigkeit aufwerfen. In Kombination mit dem politischen Druck der Regierung auf die Entscheidungsträger führen diese Risiken zu einem Ausverkauf von Anleihen am langen Ende. Deshalb setzen wir auf Strategien, die von einer steiler werdenden Zinsstrukturkurve profitieren.

Die Kreditmärkte sind nach wie vor hoch bewertet, doch der Carry bleibt in einem wachstumsfreundlichen Umfeld attraktiv. Wir sind daher in kurzen und mittleren Laufzeiten positioniert, um den Carry zu sichern und die Spread-Duration im Verhältnis von Risiko und Ertrag zu begrenzen. Diese Positionierung spiegelt unsere Präferenz für Ertragserzielung wider, ohne dabei eine allzu optimistische Haltung einzunehmen.

In Japan liegt der Inflationsdruck weiterhin über dem Zielbereich der Zentralbank, während die Realzinsen negativ bleiben. Dies hat zu einer Verringerung des Engagements am langen Ende der Duration geführt, da wir mit einer späteren Normalisierung der Geldpolitik rechnen.

In einem Umfeld erhöhter Risikoaversion sinkt die Nachfrage nach dem US-Dollar. Das verschafft Schwellenländer-Zentralbanken mehr Spielraum für Zinssenkungen. Hier sehen wir ausgewählte Chancen. Besonders attraktiv erscheinen uns die lokalen Zinsen in Kolumbien und Brasilien, wo im nächsten Jahr mögliche Wahlen zu positiveren politischen Aussichten führen könnten.

www.fixed-income.org


 

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