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Wir bleiben in den Aktien- und Schwellenmärkten vorsichtig und bevorzugen Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating und nachrangige Wertpapiere

von Jean-Luc Hivert, Global Head of Investments, La Française AM

Die Gesundheitssituation hat sich bislang ohne große Überraschungen entwickelt. Obwohl eine gewisse Skepsis gegenüber dem aktuellen Stand der Epidemie in China angebracht ist, scheint Europa, insbesondere Italien und Spanien, die notwendigen Konsequenzen aus der Situation in China gezogen zu haben. Die Vereinigten Staaten bereiten sich jetzt entsprechend vor, um dem Höhepunkt der Epidemie in den nächsten zwei Wochen zu begegnen.

Welche wirtschaftlichen Folgen ergeben sich aus der Gesundheitskrise?

Für Ökonomen ist es an der Zeit, die Kosten der Krise, ihre Auswirkungen auf die Bilanzen von Banken und Unternehmen, Sektor für Sektor, und natürlich auf die öffentlichen Defizite zu bewerten. Diese Einschätzungen sowie die Auswirkungen auf die Haushalte anhand der Arbeitslosenquote müssen jetzt entsprechend der bereits angekündigten Haushaltsprogramme sowie der sozialen Schockabsorber abgebildet werden. Dies variiert von Land zu Land sehr. Die Szenarien gehen ungeachtet eines kräftigen wirtschaftlichen Aufschwungs zwischen April und Juli von einer globalen Rezession im Jahr 2020 aus, die davon abhängt, wie schnell die Einschränkungen in den jeweiligen Ländern aufgehoben werden. Die Prognosen liegen zwischen -2,7 % und -4,5 % für die Eurozone, -2 % und -6,4 % für die USA und zwischen + 1,5 % und 0 % für China. Im Jahr 2020 würde das zu einem negativen globalen Wachstum von durchschnittlich etwa -2,5 % führen.

Aus politischer Sicht war das Tempo der Haushaltszusagen in der Euro-Zone von Vorteil, aber wir könnten bereuen, dass die Euro-Zone wieder einmal die Chance verpasst zu haben scheint, echten Zusammenhalt zu beweisen. Wir gehen davon aus, dass die Konjunkturpakete über die jüngsten Ankündigungen hinausgehen werden. Wir können nur auf einige groß angelegte koordinierte Aktionen hoffen, die einen Wendepunkt in der europäischen Zusammenarbeit markieren würden.

Intervention der Zentralbanken

Die Intervention der Zentralbanken wird sich für die Vermeidung von totalen Marktverwerfungen als wirksam erweisen. Sie bleiben offensichtlich nach wie vor instabil, und die Liquidität ist in den meisten Anlageklassen dauerhaft gering – angefangen mit den typischerweise als illiquide bezeichneten bis hin zu bestimmten Märkten für Staatsschulden, wie z. B. italienische oder spanische Anleihen, bei denen Transaktionen von einigen Millionen Euro noch immer schwierig durchzuführen sind.

Wie sollte man sich jetzt positionieren?

Die auf den Schock folgende Phase wird die Bewertung aller Anlageklassen erfordern – entsprechend ihrer spezifischen Folgen aus der Krise. Heute scheint uns die Erholung an den Aktienmärkten, die in den Vereinigten Staaten die Tiefststände vom Dezember 2018 weit überschritten haben, übertrieben zu sein. Auch gegenüber den Schwellenländern, die weiterhin von verschiedenen negativen Faktoren betroffen sein werden, sind wir weiterhin vorsichtig. Auf dem Kreditmarkt bevorzugen wir den Markt für Nachranganleihen sowie das Investment-Grade-Segment, auf dem sich der Primärmarkt wieder öffnet und echte Chancen bietet, wie es im Januar 2009 am Ende der Finanzkrise der Fall war.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Jean-Luc Hivert
© La Française AM)


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