YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige

„Wir erwarten, dass eine mehrdeutige EZB auf Zeit spielen wird“, Kommentar von Franck Dixmier zur bevorstehenden EZB-Sitzung

Kommentar von Franck Dixmier, Globaler Anleihenchef von AllianzGI, im Vorfeld der EZB-Sitzung am 7. September 2017:

Bei einer gesunden Wirtschaft einerseits und einem steigenden Euro andererseits möchte die Europäische Zentralbank (EZB) mit Bezug auf den Start des Tapering flexibel bleiben. Hinzu kommt eine EZB-interne Debatte darüber, wie der Einstieg in den Ausstieg aus den Anleihen-Kaufprogramme verkündet werden soll. Die Zentralbank dürfte daher in ihrer Kommunikation zunächst vage bleiben.


Im Vorfeld ihrer Sitzung am 7. September steht die Europäische Zentralbank vor einer schwierigen Gemengelage. Dies stellt sie mit Blick auf die Lenkung von Markterwartungen (Forward Guidance) vor große Herausforderungen. Einerseits ist eine gesunde Wirtschaft mit über den Erwartungen liegenden Wachstums- und Inflationsraten ein klares Argument für die EZB, ihre Anleihenkäufe zu reduzieren. Andererseits spricht die jüngste Aufwertung des Euro – die eine Verschärfung der finanziellen Bedingungen impliziert – dafür, die akkommodierende Geldpolitik noch einige Zeit beizubehalten. Vor diesem Hintergrund dürfte die EZB zurückhaltender in der Kommunikation sein als der Markt erwartet. Dies wiederum unterstreicht den Spielraum, den die EZB bei der bevorstehenden Normalisierung ihrer Geldpolitik besitzt. Die Anleger sollten nicht überrascht sein, wenn die EZB eine Verlängerung ihrer Kaufprogramme ins Jahr 2018 ankündigt und erst im Verlauf des nächsten Jahres mit dem Tapering beginnt – und dabei gleichzeitig offen lässt, wie sie letzteres angehen möchte.

EZB-interne Debatte führt zur Mehrdeutigkeit in den offiziellen Verlautbarungen

Innerhalb des EZB-Rats gibt es eine Debatte zwischen den Befürwortern einer planmäßigen Reduzierung des Asset-Käufe und den Proponenten einer flexibleren Vorgehensweise, die das Tapering mit dem Wirtschaftsausblick verbindet. Wir erwarten daher, dass die Bank erst zu einem späteren Zeitpunkt über ihre Vorgehensweise entscheiden wird. Bis dahin kann sie sich ein genaueres Bild von der Wirtschafts- und Finanzentwicklung verschaffen.

Die Steuerung des Euro-Wechselkurses gehört zwar nicht zu den Hoheitsaufgaben der EZB. Angesichts der Bedeutung der Wechselkurse für den monetären Übertragungsmechanismus wird die EZB allerdings mit Blick auf ihre Zinserhöhungspläne vage bleiben. Gleichzeitig dürfte sie unmissverständlich klarmachen, dass in naher Zukunft keine Zinserhöhungen auf der Tagesordnung stehen.

Was die künftige Normalisierung der Geldpolitik anbelangt, so würden zwei Faktoren der EZB helfen, den Aufwärtstrend des Euro in Schach zu halten: Erstens, Flexibilität bei der Durchführung des Tapering und mit Bezug auf Zeitpunkt und Ausmaß künftiger Zinserhöhungen. Zweitens, das Aufrechterhalten einer gewissen Unsicherheit über ihre Maßnahmen. Ein wichtiger Parameter hierbei ist auch der Spielraum der US-Notenbank bei ihren Zinserhöhung – an den diese regelmäßig erinnert. Sollte sich die Fed weiter mit Zinserhöhungen zurückhalten, dürfte sich der US-Dollar weiter abschwächen. Eine stärker gleichgerichtete Geldpolitik im Euroraum und den USA würde dagegen dazu beitragen, die Wechselkursveränderungen zu glätten. Alles in allem ist es für die EZB daher wichtig, auf Zeit zu spielen, indem sie ihre Intentionen nicht eindeutig darlegt.


http://www.fixed-income.org/
 (Foto: Franck Dixmier © Allianz GI)


Investment

Mit 2,6 GW Anschlussleistung in Entwicklung stellt Green Energy Storage Initiative (GESI) derzeit eines der größten Portfolios an…

Allianz Global Investors (AllianzGI) hat bekannt gegeben, dass es im Namen von Allianz-Ver­sicherungs­gesell­schaften eine 51%ige Beteiligung an der…
Weiterlesen
Investment
Ein Großteil der Welt fragt sich derzeit, wie lange es dauert, bis sich die Energiepreise in verschie­denen Szenarien des Iran­konflikts wieder…
Weiterlesen
Investment
Vor dem Hinter­grund eines im Vergleich zur Niedrig­zins­phase erhöhten Zins­umfelds sowie geo­politischer Unsicher­heiten an den Kapital­märkten…
Weiterlesen
Investment

von Ercan Demircan, Senior Portfoliomanager Unternehmensanleihen, BANTLEON

Nachrang­anleihen von Industrie­unter­nehmen (Corporate Hybrids) haben sich in einem anspruchs­vollen Marktumfeld aus geo­poli­tischen Spannungen und…
Weiterlesen
Investment
Im Chart der Woche unter­sucht die DWS seit 2015, wie sich die Preise für deutschen Strom, Brent-Rohöl und europä­isches Erdgas (TTF) gemein­sam…
Weiterlesen
Investment

von Joel Frick, Investment Lead, BENDURA BANK AG

Das erste Quartal 2026 fühlte sich an wie ein ganzes Jahr - und das ist keine Metapher. Grönland, Venezuela, Iran: Innerhalb von drei Monaten hat sich…
Weiterlesen
Investment

von April LaRusse, Head of Investment Specialists bei Insight Investment

Der Konflikt im Iran hat 20% der welt­weiten Ölver­sorgung unter­brochen, indem er den Transit durch die Straße von Hormus blockiert hat. Obwohl die…
Weiterlesen
Investment
Das Land­gericht München I hat den Ange­klagten wegen Beihilfe zum ver­suchten Betrug in 261 tat­einheit­lichen Fällen und falscher uneid­licher…
Weiterlesen
Investment

Durchschnittsmarge für Bestandsfinanzierungen beträgt 169 bp, für Projektentwicklungen 262 bp

Unter den gewerb­lichen Immo­bilien­finan­zierern zeigt sich im ersten Quartal 2026 eine gedämpfte Stimmung. Das geht aus dem neuen BF.…
Weiterlesen
Investment
Aberdeen Invest­ments hat den abrdn SICAV I - Global En­hanced Yield Bond Fund aufgelegt. Der Fonds bietet einen differen­zierten Ansatz für…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!