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„Wir verfügen über eine mit ausgezeichneten Projekten gefüllte Pipeline“, Dir. Mag. Karl Bier, CEO, UBM Realitätenentwicklung AG

Die UBM Realitätenentwicklung AG soll im Mai in UBM Development AG umbenannt werden. Die Gesellschaft prüft zudem die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung für das laufende Jahr. Im Gespräch mit dem BOND MAGAZINE erläutert Dir. Mag. Karl Bier die Hintergründe und die aktuelle Geschäftsentwicklung.

BOND MAGAZINE: Herr Bier, die UBM Realitätenentwicklung AG soll im Mai in UBM Development AG umbenannt werden. Welche Vision verbirgt sich dahinter für die neu benannte Gesellschaft?

Dr. Mag. Bier: Die „neue“ UBM Development ist als Pure Player konzipiert und präsentiert sich als Immobilienentwickler europäischen Formats. Mit unserer jahrzehntelangen Erfahrung, einem hervorragenden Track Record, unserem ausgezeichneten Team und einer klaren Strategie sind wir in unseren Märkten künftig noch besser aufgestellt.

BOND MAGAZINE: Sie konnten nach vorläufigen Zahlen Ihr Nachsteuerergebnis um 13,5% steigern. Was waren dafür die Hauptursachen?

Dr. Mag. Bier: Der Fokus auf unsere stabilen Heimmärkte Österreich, Deutschland und Polen sowie die Assetklassen Wohnen, Hotel und Büro brachte unsere Stärken optimal zur Geltung. Das Marktumfeld für Immobilienentwicklung könnte momentan nicht besser sein, die gesteigerte Nachfrage nach unseren Produkten ist sehr erfreulich. Wir können unsere Projekte nicht nur zu besseren Preisen, sondern auch viel früher in unserer Wertschöpfungskette verkaufen. Forward-deals sind derzeit ohne Preisabschlag möglich: Private Anleger wechseln „vom Sparbuch ins Grundbuch“, so dass wir zum Beispiel bei einem Frankfurter Projekt jetzt die Wohnungen bauen, die wir vergangenes Jahr verkauft haben. Auch institutionelle Fonds, Pensionskassen und Versicherungen möchten sich die Produkte, die in den kommenden beiden Jahren fertig werden, jetzt sichern. Dies führt dazu, dass wir zum Teil schon vor Beendigung des Projektes, ja teilweise sogar vor Baubeginn, in Verkaufsgespräche treten können.

BOND MAGAZINE: Ist 2015 mit einem ähnlichen Wachstumstempo wie im Vorjahr zu rechnen?

Dr. Mag. Bier: Der eben beschriebene positive Trend wird unserer Meinung nach auch 2015 weiterhin anhalten. Wir gehen davon aus, dass wir auch 2015 – nicht zuletzt durch die Synergien, die sich aus dem Merger mit STRAUSS & PARTNER Development ergeben – eine Fortsetzung unserer wirtschaftlichen Erfolge erwarten dürfen. Wir verfügen über eine mit ausgezeichneten Projekten gefüllte Pipeline, die wir professionell und effizient bearbeiten werden.

BOND MAGAZINE: Sie hatten Anfang März gemeldet, die Möglichkeiten einer Kapitalerhöhung im Jahr 2015 zu prüfen. Haben Sie hierzu schon neue Erkenntnisse gewonnen?

Dr. Mag. Bier: Wir haben seit Abschluss der Verschmelzung am 19. Februar zahlreiche Roadshows in verschiedenen Ländern – von Großbritannien, Frankreich, über Deutschland und die Schweiz bis nach Skandinavien – absolviert, um die Erwartungen unterschiedlicher Märkte zu sondieren und die Meinungen potenzieller Investoren einzuholen. Das Feedback war bislang ausgesprochen positiv. Wir werden den Kapitalmarkt weiterhin sorgfältig analysieren und gemeinsam mit unseren Beratern besprechen, ob und wann die Kapitalerhöhung Sinn macht.

BOND MAGAZINE: Ist das Entwicklergeschäft für die Börse nicht zu volatil?

Dr. Mag. Bier: Ich möchte nur für die UBM sprechen – und wir setzen auf klare Diversifikation durch unseren Fokus auf unsere Heimmärkte sowie unsere Assetklassen, in denen wir uns wirklich hervorragend auskennen. Unser Track Record zeigt, dass UBM in den vergangenen 20 Jahren immer positive Ergebnisse erzielt hat. Mit dieser Strategie der Diversifikation konnten wir auch in den schwierigeren Jahren 2008, 2009 unser EBT in etwa auf dem Niveau der Jahre 2012, 2013 halten. Diese Stabilität und das solide Wachstum der Vergangenheit schaffen Vertrauen für die Zukunft. Unsere bisherigen Gespräche beweisen, dass Analysten und Investoren diese Strategie sehr schätzen.

BOND MAGAZINE: Wie schätzen Sie Ihre Marktsituation derzeit ein?

Dr. Mag. Bier: Ich kann nur nochmals betonen, dass es gerade in unseren Heimmärkten große Nachfrage nach qualitativ hochwertigen und exzellent gemanagten Projekten gibt. Die UBM Development ist als Trade-Developer aufgestellt, das heißt, wir berücksichtigen bei der Auswahl unserer Projekte auch stark die Interessen möglicher Investoren. Die Marktfähigkeit eines Projekts ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Verkauf. Immer häufiger sehen wir den Abschluss von „forward sales", bei denen der spätere Verkauf einer Immobilienentwicklung bereits in der Anfangsphase des Projekts vertraglich fixiert wird.

BOND MAGAZINE: Wie sehen Sie insbesondere den deutschen Markt?

Dr. Mag. Bier: Deutschland ist neben Österreich unser wichtigster Markt. Die UBM setzt auf den Ausbau ihrer Marktpräsenz und ihres Marktanteils, vor allem in den dynamischen, städtischen Bereichen. Dabei wollen wir unsere bestehende Marktpräsenz und den positiven Marktausblick nutzen. UBM ist derzeit erfolgreich in München, Berlin, Frankfurt und Hamburg vertreten. Unser Ziel ist es, in naher Zukunft auch die Märkte in Düsseldorf, Köln und Stuttgart zu erobern. Der Fokus liegt hier vor allem auf den Assetklassen Wohnen und Hotel. Wir gehen davon aus, dass die guten makroökonomischen Grundlagen in Deutschland einen fundierten Ausblick für eine starke Nachfrage nach Projektentwicklungen und ein stabiles finanzielles Umfeld bieten.

BOND MAGAZINE: Wollen Sie in Deutschland eher alleine agieren oder auch mit regional verankerten Partnern?

Dr. Mag. Bier: Wir haben mit der Münchner Grund eine starke und erfolgreiche Tochtergesellschaft, die in Deutschland seit Jahrzehnten bestens verankert ist. Sie wird auch künftig im operativen Geschäft im Vordergrund stehen und als Zeichen der Zugehörigkeit zur Gruppe den Zusatz „member of ubm“ im Logo tragen. Darüber hinaus können Kooperationen mit regionalen Partnern durchaus Sinn machen, wenn diese über vielversprechende lokale Projekte verfügen, die sich mit Hilfe unserer Ressourcen besser realisieren lassen. Wir haben in der Vergangenheit immer wieder erfolgreich mit regionalen Partnern gearbeitet und werden dies auch in Zukunft weiter tun.

BOND MAGAZINE: Wo sehen Sie Ihre wichtigsten Assetklassen? Wie könnten sich diese verschieben?

Dr. Mag. Bier: Wir konzentrieren uns auf die Assetklassen Wohnen, Hotel und Büro, wobei wir hier vor allem die Assetklasse Wohnen in Deutschland und Österreich weiter ausbauen möchten. Wir verkaufen unsere Wohnungen typischerweise einzeln ab, so dass wir direkt Kontakt zum Markt und unseren Kunden haben. Die Nachfrage und die bezahlten Preise pro Quadratmeter bei Wohnimmobilien in Österreich und Deutschland steigen und wir glauben, dieser Trend wird bei der derzeitigen Zinslandschaft auch weiter anhalten. Unsere Spezialisierung im Bereich Hotelimmobilien hat uns in der Vergangenheit immer wieder erfolgreiche Projekte ermöglicht, weshalb wir in Zukunft weiterhin verstärkt auf diese Assetklasse setzen werden. Sowohl bei der technischen Umsetzung der Hotelprojekte als auch im Bereich Hotel Asset-Management verfügt UBM über eine einzigartige Kompetenz. Bestes Beispiel hierfür ist das im März 2015 eröffnete „Holiday Inn – Frankfurt Alte Oper“ in Frankfurt/Main, das UBM als Generalunternehmer und interior designer abgewickelt hat und einen Monat vor der Zeit eröffnen konnte. Auch Büroentwicklungen werden eine Rolle spielen, wobei hier besonderes Augenmerk auf die spezifische Nachfrage in den einzelnen Metropolen zu legen ist.

BOND MAGAZINE: Wie würden Sie das Verhältnis der UBM zur PORR AG beschreiben?

Dr. Mag. Bier: Das Verhältnis ist ausgezeichnet und wird durch den gemeinsamen Großaktionär, das Syndikat Ortner-Strauss, gefestigt. UBM Development und PORR sind aber gleichzeitig eigenständige börsennotierte Gesellschaften, die beide als künftige Pure Player ihre Stärken noch besser einsetzen werden können.

BOND MAGAZINE: Liegt es nicht nahe, dass die PORR alle UBM-Projekte auch baut?

Dr. Mag. Bier: UBM verfügt selbst über ausgeprägte technische Kompetenz in Form von rund 140 Technikern, so dass wir in der Lage sind, ein Bauvorhaben auch ohne Generalunternehmer abzuwickeln. Dies machen wir, um während der Bauphasen flexibel zu bleiben und selbstverständlich auch, um Kosten zu sparen. Natürlich setzen wir manchmal auf externe Generalunternehmerleistungen und auch auf die Erfahrung und Kompetenz der PORR. Wir haben in der Vergangenheit bei jedem Bauvorhaben die Preise am Markt abgefragt und dann mit PORR zusammen gearbeitet, wenn das Angebot für uns günstig war. An dieser bewährten Vorgangsweise werden wir auch in Zukunft nichts ändern. Als börsennotiertes Unternehmen ist es für uns natürlich besonders wichtig, im Sinne unserer Aktionäre jeweils den Bestbieter zu beauftragen.

BOND MAGAZINE: Und wie ist es mit der Beteiligung der PORR an UBM-Ausschreibungen?

Dr. Mag. Bier: Wie gesagt, gibt es nicht bei jedem Projekt eine Ausschreibung der GU-Leistung, da UBM diese Kompetenz auch selbst hat und als GU auftreten kann. Wenn es eine Ausschreibung in Märkten gibt, wo die PORR auch vertreten ist, wird sie sich auch an Ausschreibungen beteiligen und sich dabei wie jeder andere Anbieter qualifizieren müssen.

Das Interview führte Christian Schiffmacher, www.fixed-income.org


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