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Zinssenkung erwartet, dennoch ausreichend Handlungsspielraum für EZB bei potenziellen Inflationsrückschlägen

von Konstantin Veit, Portfolio-Manager und Leiter der European Rates- und Short-Term Desks bei PIMCO

Wir gehen davon aus, dass die Euro­päische Zentral­bank (EZB) auf ihrer Oktober-Sitzung den Zinssatz für die Einlage­fazilität um 25 Basis­punkte von 3,50% auf 3,25% senken wird.

Die Signale der EZB ließen zuvor darauf schließen, dass die nächste Zins­senkung im Dezember erfolgen würde. Nun hat das schwächere makro­öko­nomische Umfeld den EZB-Rat wahr­scheinlich aus­reichend darin bestärkt, von der quartalsweisen Zinssenkung abzurücken und erstmalig außerhalb einer Prognosesitzung aktiv zu werden.

Unter Gesichtspunkten des Risikomanagements wäre das Niveau mit 3,25% weiterhin restriktiv. Im Falle von potenziellen Rückschlägen bei der Inflationsentwicklung könnte die EZB mit einem langsameren Tempo bei den Zinssenkungen reagieren. Gleichzeitig bietet die Zinssenkung zusätzlichen Schutz vor Abwärtsrisiken.

Die EZB wird voraussichtlich betonen, dass Entscheidungen weiterhin von Sitzung zu Sitzung getroffen werden und die Datenlage der kommenden Monate über die Geschwindigkeit der weiteren Lockerung entscheiden wird.

Vor dem Hintergrund der nach wie vor zu hohen Binneninflation – hauptsächlich getrieben vom anhaltenden Preisdruck im Dienstleistungssektor – erwarten wir, dass die Geldpolitik vorerst in restriktiven Gefilden bleibt. Eine Diskussion über das angemessene neutrale Zinsniveau wird wahrscheinlich im nächsten Jahr stärker in den Vordergrund rücken.

Insgesamt halten wir die aktuelle Marktbepreisung für angemessen. Eine weitere Zinssenkung im Dezember scheint wahrscheinlich, und ein Endzinssatz von etwa 2% für die zweite Jahreshälfte 2025 bleibt im Einklang mit unseren Schätzungen zum neutralen Zins im Euroraum.

www.fixed-income.org
Foto: Konstantin Veit © PIMCO


 

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