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Zölle treffen nur einen kleinen Teil des US-Konsums / Kommentar von Franklin Templeton Fixed Income

Sonal Desai © Franklin Templeton

Sonal Desai, CIO Fixed Income bei Franklin Templeton, warnt davor, dass die globalen Auswirkungen und Risiken eines umfas­senderen Handels­krieges weiterhin mit großer Unsicherheit behaftet sind. Sie ist jedoch der Ansicht, dass die Aus­wirkungen dieser Zölle auf das Wachstum und die Inflation in den USA zum jetzigen Zeitpunkt beherrschbar sein sollten, vorausgesetzt, sie werden durch die geplanten Steuer­senkungen und Deregulierungen der US-Regierung abgemildert. Hier einige Statements:

Die Unsicherheit, mit der wir bisher konfrontiert waren, hat dazu geführt, dass Unternehmen ihre Investitionspläne auf Eis gelegt haben, was das Wachstum im ersten Quartal des Jahres gebremst hat. Die sich abzeichnende Klarheit sollte es den Unternehmen nach und nach ermöglichen, ihre Pläne neu zu definieren. Die Unsicherheit bleibt jedoch groß, insbesondere was mögliche Vergeltungsmaßnahmen betrifft, die sich zu einem größeren Handelskrieg ausweiten könnten.

Die erwarteten Einnahmen in Höhe von 400 bis 600 Milliarden US-Dollar würden daher einer Steuer von 2 bis 3% auf den Gesamtverbrauch von Waren und Dienstleistungen entsprechen. Dies entspräche auch einem durchschnittlichen Zollsatz von 12 bis 18% auf alle Wareneinfuhren (da die Wareneinfuhren im Jahr 2024 etwa 3,3 Billionen US-Dollar betrugen). Wie ich in früheren Artikeln angemerkt habe, machen Importe nur einen sehr geringen Anteil am US-BIP aus; daher treffen hohe Zollsätze nur einen kleinen Teil des gesamten US-Konsums und entsprechen relativ niedrigen allgemeinen Umsatzsteuersätzen.

Wer wird letztendlich die Last dieser Zollsteuer tragen, die US-Verbraucher oder ausländische Produzenten? Zölle werden immer vom Importeur bezahlt. Die USA verfügen jedoch über eine erhebliche Verhandlungsmacht. Der US-Verbraucher gilt seit jeher als Hauptmotor des globalen Wachstums, und für viele ausländische Länder sind die USA ein wichtiger Exportmarkt. Ausländische Hersteller sollten daher bereit sein, einen Teil der Zölle zu übernehmen, indem sie ihre Gewinnspannen verringern, um ihren Marktanteil zu halten. Schließlich waren viele Unternehmen bereit, ihr geistiges Eigentum von chinesischen Konkurrenten „besteuern“ zu lassen, um Zugang zum großen chinesischen Markt zu erhalten. Wenn der Wettbewerb jedoch funktioniert, sollte der Spielraum für eine Verringerung der Gewinnspannen begrenzt sein, sodass die US-Verbraucher den größten Teil der zusätzlichen Steuerlast tragen.

Insgesamt bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass die Federal Reserve für den Rest des Jahres höchstens eine Zinssenkung vornehmen wird. Unter der Annahme, dass konkrete Maßnahmen zur Deregulierung und schrittweise Steuersenkungen ergriffen werden, denke ich, dass die Fed aufgrund des Gleichgewichts zwischen Inflations- und Wachstumsrisiken von größeren Zinssenkungen absehen wird. Auf dieser Grundlage und mit dem oben erwähnten Vorbehalt hinsichtlich der globalen Wachstumsunsicherheit scheinen die Risiken für die Renditen von US-Staatsanleihen nach oben gerichtet zu sein.

www.fixed-income.org 


 

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