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„Unser Unternehmen hat sich ausgezeichnet entwickelt und die Finanzmärkte eröffnen die Chancen auf deutlich bessere Konditionen“, Achim Weniger, Vorstand, VEDES AG

Die VEDES AG kündigt ihre 7,125%-Anleihe 2014/19 (ISIN DE000A11QJA9) mit Wirkung zum 27.12.2017 zu 102,50% zuzüglich der aufgelaufenen Stückzinsen. Die vorzeitige Rückzahlung wird durch die Emission der neuen 5,00%-Anleihe 2017/22 ermöglicht, die bei institutionellen Investoren Mitte November platziert wurde. Im Gespräch mit dem BOND MAGAZINE erläutert VEDES-Vorstand Achim Weniger die Strategie des Unternehmens.

BOND MAGAZINE: Bitte erläutern Sie Ihr Geschäftsmodell und die aktuelle Geschäftsentwicklung der VEDES AG.

Weniger:
Für 3.700 Kunden mit 7.000 Verkaufspunkten im Einzelhandel in insgesamt 8 Ländern sind wir der führende B2B-Distributor im Spielwarenmarkt. Wir versorgen diese Händler nicht nur mit den entsprechenden Warenströmen, sondern bieten zusätzlich rund 700 Markenpartnern ein umfangreiches Serviceportfolio und sind für die Top-Marken der Spielwarenindustrie die führende Dienstleistungsplattform, wenn es darum geht, den Einzelhandel außerhalb der Direktbelieferung zu erreichen. Auf dieser Grundlage können wir für uns in Anspruch nehmen – auch untermauert durch entsprechende Marktforschungsergebnisse –, dass wir mit unserer 110-jährigen Geschichte die führende Marke im Spielwareneinzelhandel in Europa sind und zusätzliches Potenzial für unsere Partnerunternehmen und uns generieren können, z. B. aktuell mit der Umsetzung unserer Digitalisierungsstrategie. Im bisherigen Jahresverlauf bewegen wir uns auf Vorjahresniveau. Entscheidende Aussagekraft erhalten unsere Finanzzahlen aber immer erst, wenn das Weihnachtsgeschäft abgewickelt ist. Somit ist es für eine abschließende Beurteilung noch etwas zu früh.

BOND MAGAZINE: Wie wollen Sie die Profitabilität nachhaltig steigern und auf ein akzeptables Niveau bringen?

Weniger: Bei der Stärkung unserer Ertragskraft sind wir gut vorangekommen. Die Ergebnisse werden aktuell noch etwas überlagert, im zurückliegenden Jahr durch den Abschluss der Integration unserer jüngsten Akquisition im Großhandel und im laufenden Jahr durch die erfolgreiche Anleiheemission sowie die einmaligen Sondereffekte durch die vorzeitige Kündigung und Rückzahlung der Anleihe 2014/2019. Alle Voraussetzungen sind geschaffen, dass wir 2018 die eigentliche Ertragskraft der VEDES zeigen können. Den Großhandel haben wir auf ein neues Umsatzniveau gehoben und die Neustrukturierung der Prozesse abgeschlossen, die Finanzdienstleistungen liefern weiterhin ihre stabilen Erträge ab und das Finanzergebnis wird ab 2018 ebenfalls spürbar entlastet.

BOND MAGAZINE: Wie wollen Sie Ihr Geschäftsmodell in Zeiten der Globalisierung und des Onlinehandels an die neuen Herausforderungen anpassen?

Weniger: Die Warenströme sind auch im Spielwarenmarkt global ausgerichtet – das ist richtig. Und genau daraus ergeben sich zusätzliche Chancen für uns. Denn wir sind das Bindeglied zwischen dem Spielwarenhandel in Europa und den Herstellern. In zunehmendem Maße auch für die Top-Marken als direkter Dienstleister, wenn es darum geht, die Warenversorgung in der Breite effizient darzustellen. Ich bin überzeugt, dass in keiner Branche das Gesetz „think global, act local“ solch eine starke Berechtigung hat wie im Einzelhandel. Genau hier setzen wir an: Wir haben die Marke und die 7.000 Verkaufspunkte vor Ort – und wir eröffnen unseren Partnern die Möglichkeiten, die sich aus der Globalisierung und Digitalisierung ergeben.

BOND MAGAZINE:
Bekommt der stationäre Spielzeugeinzelhandel nicht auch immer mehr Druck durch große Supermärkte und Verkaufsaktionen bei Discountern?

Weniger: Als die großflächigen Vertriebsformen vor 20 Jahren in unsere Branche eingetreten sind, haben sie für Bewegung im Markt gesorgt. Heute ist ihr Anteil stabil. Der Fachhandel hat sich darauf eingestellt. Häufig werden die Anpassungsfähigkeit, Widerstandskraft und Innovationskraft des Fachhandels unterschätzt. Ich bin mir sicher, dass wir das jetzt mit dem Aufkommen des Online-Handels wiedersehen werden.

BOND MAGAZINE: Geht der Trend nicht auch stark zu elektronischen Spielsachen, die dann eher in Elektronikmärkten oder im Internet gekauft werden?

Weniger: Computerspiele sind ein weltweiter Milliardenmarkt, die hierzulande zum Großteil in Elektronikmärkten verkauft werden – das ist richtig. Aber der Markt ist wie gesagt groß, so dass auch ein substanzieller Anteil auf den stationären Fachhandel entfällt. Durch dessen Fokus auf Qualität, Beratung und Vertrauen ist er vor allem für die hilfesuchende Klientel die primäre Anlaufstelle. Grundsätzlich ist die Nachfrage nach elektronischen Spielwaren jeglicher Art innerhalb des jährlich wachsenden Spielwarenmarktes nach meiner Einschätzung ebenfalls steigend.

BOND MAGAZINE: Bitte erläutern Sie Ihre Digitalisierungsstrategie?


Weniger: Im Zentrum unserer Digitalisierungsoffensive stehen neben der virtuellen Regalverlängerung am Point of Sale über Click & Collect bis zum vollständigen Online-Shop weitere strategisch wichtige Maßnahmen, wie der Aufbau von VEDES Digital Future Stores, neue Nutzungsmöglichkeiten unserer Content-Management-Systeme und die zentrale Steuerung der digitalen Vernetzung. Die Digitalisierung ist aber nicht losgelöst zu sehen – sie steht vielmehr im Zentrum der VEDES Zukunftsstrategie. Dazu zählen auch eine medienwirksame Marken- und Marktoffensive auf allen verfügbaren Kommunikationskanälen, neue Partnermodelle und eine intensive Logistikpartnerschaft mit Industrie und Handel; hier spielt die Digitalisierung durchweg eine große Rolle in der Umsetzung. Außerdem stehen Investitionen in die Logistik-Infrastruktur und der Ausbau des Lagerverwaltungssystems im Fokus, denn sie bilden das Rückgrat, um das Wachstum stabil und ertragsstark in der Zukunft fortzusetzen.

BOND MAGAZINE: Wollen Sie das im 21. Jahrhundert wirklich als „Strategie“ bezeichnen? Wäre es nicht sinnvoller, Spielsachen online ausschließlich über die AG zu verkaufen und nicht jedes Produkt über einen regionalen Händler abzurechnen. Die Einzelhändler könnten sich im Gegenzug an der Online-AG beteiligen. Und wer das nicht tut, der ist dann einfach nicht dabei.

Weniger: Bei der Digitalisierung darf man nicht nur an einen Online-Shop denken. Unsere Strategie geht viel weiter und zielt auf die Datenhoheit über die gesamten Warenströme sowie die sich daraus ergebenden Potenziale ab. Natürlich wollen wir den Endverbrauchern auch online ein Einkaufserlebnis bieten. Wir wählen hier den Weg der Partnerschaft und der Vernetzung.
Unsere große Marken- und Marktoffensive adressiert neben flächendeckenden Printmaßnahmen nahezu alle relevanten Onlinekanäle. Damit dieses Performance-Marketing auch wirkungsvoll in Umsatz transferiert wird, ist zudem ein Fenster für die Einzelhändler bei den wichtigen Online-Plattformen notwendig. Hier nimmt eBay eine weltweit und in Europa eine ganz besondere Rolle ein, denn damit haben die Handelspartner der VEDES Zugang zu 17 Millionen potenziellen neuen Kunden. Die Angebote werden hier in der zentralen VEDES Markenwelt zusammengefasst, sind dadurch sichtbar, recherchierbar und im allseits bekannten eBay-Umfeld käuflich zu erwerben.

BOND MAGAZINE: Weshalb ist auf vedes.com nicht gleich der Online-Shop?

Weniger: Weil wir uns im ersten Step entschieden hatten, partnerschaftlich an das Thema heranzugehen und erst einmal Plattformen zu entwickeln, wie aktuell zum Beispiel mit eBay. Aber wir werden schon in naher Zukunft vedes.com als zentrales B2C-Einfallstor für Endverbraucher ausrichten – das heißt, dort entsteht eine professionelle E-Commerce-Plattform mit Anbindung unserer Händler. Durch zentral gesteuertes E-Marketing, wie Newsletter-, Google Adwords- und Facebook-Kampagnen, werden wir massiv Traffic auf vedes.com schaffen und damit unseren Händlern noch mehr Umsatzpotenzial eröffnen.

BOND MAGAZINE: Sie haben eine fünfjährige Anleihe mit einem Kupon von 5,00% bei institutionellen Investoren platziert und Ihre Anleihe 2014/19, die noch mit 7,125% verzinst wird, gekündigt. Bitte erläutern Sie Details zur Transaktion.

Weniger: Unser Unternehmen hat sich ausgezeichnet entwickelt und die Finanzmärkte eröffnen die Chancen auf deutlich bessere Konditionen. Wir haben uns deshalb für eine frühzeitige Refinanzierung entschieden. Zugleich wird unser Finanzergebnis ab 2018 deutlich entlastet. Durch die frühzeitige Rückzahlung der Anleihe 2014/2019 erhalten unsere bisherigen Investoren eine attraktive Tilgung zu 102,5% des Nennbetrags zuzüglich aufgelaufener Stückzinsen. Wir wollen weiter am Kapitalmarkt aktiv bleiben und haben deshalb bewusst wieder eine Unternehmensanleihe gewählt.

BOND MAGAZINE: Welche Transparenzstandards werden Sie mit der neuen Anleihe erfüllen und wird es künftig ein jährliches Ratingupdate geben?

Weniger: Die gesetzlichen Anforderungen haben seit Mitte 2016 durch die EU-Marktmissbrauchsverordnung deutlich zugenommen und bieten aus meiner Sicht bei Ad-hoc-Publizität und anderen Themen eine große und ausreichende Transparenz. Gleichzeitig agieren wir schon seit Begebung der Anleihe 2014/2019 fast als börsennotierte Aktiengesellschaft mit ausführlichem Geschäftsbericht, Halbjahresfinanzbericht, Hauptversammlung etc. Aus heutiger Sich werden wir auch künftig auf ein Rating verzichten.

BOND MAGAZINE: Welches Profitabilitätsniveau wollen Sie bis zum Laufzeitende der neuen Anleihe erreichen?

Weniger: Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keine konkreten Prognosen für die Folgejahre abgeben. Grundsätzlich lautet unsere mittelfristige Zielsetzung selbstverständlich, unsere EBITDA-Marge weiterhin zu steigern.

Das Interview führte Christian Schiffmacher, http://www.fixed-income.org/
Foto: Achim Weniger © VEDES AG


Mittelstandsanleihen – aktuelle Neuemissionen

Emittent

Zeichnungsfrist

Kupon

Green Bond

LEEF Blattwerk

02.03.2026-26.02.2027

7,250%

nicht formal

Aream Infrastruktur Finance

19.08.2025-18.08.2026

7,250%

ja

ASG EnergieInvest

10.03.2026-09.03.2027

7,000%

nicht formal

reconcept Green Global Energy Bond II

20.11.2025-19.11.2026

7,750%

ja

solmotion holding

08.09.2025-05.09.2026

7,250%

nicht formal

SUNfarming

13.10.2025-25.09.2026

5,250%

nicht formal

reconcept EnergieDepot Deutschland

11.06.2025-10.06.2026

6,750%

nicht formal

Consilium Project Finance

30.04.2025-29.04.2026

7,000%

nicht formal

VOSS Beteiligung

14.03.2025-13.03.2026

7,000%

nicht formal

reconcept CHF Green Energy Bond Canada

25.07.2025-24.07.2026

6,250%

nicht formal

Bioenergiepark Küste

28.03.2025-27.03.2026

7,000%

nicht formal

octopus Group

Q1 2026

n.bek.

nein

Neuemissionen
Die Multitude AG hat über ihre hundert­pro­zentige Tochter­gesell­schaft Multitude Capital Oyj eine  nach­rangige unbe­fristete Anleihe im Volumen von…
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Zeichnungsfrist: 02.03.2026-26.02.2027

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Kupon 3,95% p.a., Nachfrage über 5 Mrd. Euro

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Die reconcept GmbH, Projekt­ent­wickler für Erneuer­bare Energien und Anbieter Grüner Geld­anlagen, reagiert auf das anhal­tend hohe…
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Die Deutsche Bank hat ihre erste euro­päische grüne Anleihe (EuGB) erfolg­reich platziert und damit 500 Mio. Euro einge­worben. Die Emission ist die…
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Nettoerlös dient u.a. zur teilweisen Refinanzierung des ausstehenden Wandeldarlehens in Höhe von 275 Mio. CHF an ELM B.V.

Die Swiss Prime Site AG (SPS), Zug / Schweiz, hat durch die Ausgabe einer nicht nachrangigen, unbe­sicherten grünen Wandel­anleihe mit Fälligkeit in…
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