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Asset-Management-Branche im Sog der Zollturbulenzen

Asset-Management-Branche kämpft mit zahlreichen Einflüssen, Trumps Fehler bieten Chancen

© Pixabay

Die inter­nationalen Kapital­märkte stehen seit Donald Trumps Inthro­nisation unter politisch verur­sachtem Druck. Ein erratisches Auf und Ab an den Märkten ist die Folge. Was bedeutet das für die Asset-Management-Branche? Was lässt sich von Trump lernen? 

Seit Jahr­zehnten wachsen die welt­weiten Aktien- und Anleihe­märkte, mit regionalen Unter­schieden und in Auf- und Abwärtsphasen. Mit ihnen sind auch die von Asset Managern verwalteten Kundengelder (Assets under Management, AuM) gewachsen. Denn steigen die Märkte, steigen automatisch die Kundenbestände und zugleich die Einnahmen aus den Managementgebühren.

„Die AuM werden aber nicht bloß aufgrund steigender Aktien- und Anleihekurse größer. Auch die global zunehmende Nachfrage nach Asset-Management-Dienstleistungen spielt eine Rolle – ablesbar im langjährigen historischen Verlauf stärkerer Nettomittelzuflüsse in Fonds“, weiß Michael Klimek, Geschäftsführer der Dolphinvest Consulting. Die steigende Nachfrage fußt auf intakten säkularen Demografietrends (Wachstum der Weltbevölkerung und des globalen Mittelstands). Dies erkläre, warum in den letzten Jahrzehnten die Aktien börsennotierter Asset Manager häufig den breiten Aktienmarkt langfristig schlagen konnten. der Experte weist jedoch darauf hin, dass es natürlich auch schwierige Phasen für die Asset-Management-Branche gebe. Für die Branche abträgliche Einflüsse sind Zinsänderungen (insbesondere restriktive Geldpolitik), Konjunkturprobleme, Preis- und Margendruck sowie staatliche Eingriffe in den Markt (Über-Regulatorik, aber auch Folgen von Entscheidungen in anderen Politikfeldern). „Derzeit kommen diese genannten Einflussfaktoren alle negativ zum Tragen“, konstatiert Klimek.

Anleger zwischen Pest und Cholera

Wenn Anleger, wie unlängst als Reaktion auf die Trumpschen Zollerhöhungen, aus Aktien in Anleihen fliehen, steigen aufgrund der starken Nachfrage die Anleihekurse und es fallen wegen der Verkäufe die Aktienkurse. Da Managementgebühren für Aktienfonds in der Regel die für Rentenfonds übertreffen, verdienen Asset Manager in einer solchen Situation im Endeffekt weniger.

Der Branchenexperte warnt: „Damit nicht genug. Anleger haben im gegenwärtigen Marktumfeld die Wahl zwischen einem Pest- oder Cholera-Szenario. Entweder erhöhen Zentralbanken in der Erwartung einer steigenden Inflation die Zinsen, was für Anleihekurse schlecht wäre und Aktienkurse ebenso drücken könnte. Also insgesamt nicht gut für Asset Manager und ihre Kunden. Oder Zentralbanken befürchten eine nachhaltige Rezession bei hoher Inflation, was zwar die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen verringern würde. Die Aussichten für Aktien blieben dabei aber düster. Über kurz oder lang käme eine rezessionsbedingt gestiegene Arbeitslosigkeit mit geringerer Spar- und Investitionsbereitschaft der Anleger hinzu.“

Das alles vollziehe sich vor dem Hintergrund eines seit Jahren anhaltenden Preis- und Margendrucks in der Branche, der durch den Siegeszug passiver Investmentstrategien (ETFs) ausgelöst wurde.

Aus Trumps Fehlern lernen: Verhänge die passenden Zölle

Bei der Einführung von Zöllen machte Donald Trump mehrere Fehler, aus denen sich lernen lasse. „Fehler Nummer eins: Er unterschätzte die Ursachen für die Handelsbilanzunterschiede, zum Beispiel die Preis-/Leistungs-Unterschiede amerikanischer und ausländischer Autos. Zölle auf im Ausland produzierte Autos zu verhängen, ist vollkommen sinnlos, weil damit in der EU und anderswo nicht ein einziges amerikanisches Auto mehr verkauft werden würde“, sagt Klimek. Fehler Nummer zwei sei Trumps alleiniger Fokus auf Waren und die Nicht-Berücksichtigung von Dienstleistungen in der Leistungsbilanz gewesen: „Die USA exportieren mehr Dienstleistungen nach Europa als Europa in die USA. Sollte der Konflikt weiter eskalieren, wird die EU irgendwann mit Zöllen auf Dienstleistungen sehr effektiv reagieren und sich dabei nicht auf Google und Co. beschränken können oder wollen.“

Zu den Dienstleistungen zählt auch Asset Management – und zwar bei deutlich geringeren Preis-/Leistungs-Unterschieden als im Automobil-Fall. Zölle auf Managementgebühren in Fonds (und aber auch Indizes) dürften sehr viel wirksamer sein.

Der Branchenexperte ist sich sicher: „Sollte die EU beschließen, Zölle auf Dienstleistungen von US-Asset-Managern zu erheben, und sollten sich beispielsweise BlackRocks ETFs in Europa um 20 % verteuern, werden europäische Anleger auf Fonds von Amundi, DWS und anderen europäischen ETF-Anbietern ausweichen.“ Denn im ETF-Geschäft entscheide ausschließlich der Preis über den Erfolg. Qualitätsunterschiede flößen nicht in die Auswahlentscheidung der Anleger ein, anders als im Falle der amerikanischen Autofahrer. Die EU hätte hier einen Verhandlungsvorteil.

Aber: Auch die europäischen ETF-Anbieter orientieren sich an MSCI- und anderen US-lastigen Indizes. „Es braucht alternative Index-Angebote, um dem unfairen Größenvorteil der USA effektiv begegnen zu können. Einen wirtschaftspolitischen Beitrag muss die Savings & Investments Union leisten, indem sie Investitionen in die EU zum Regelfall und Investitionen außerhalb der EU zum Ausnahmefall macht“, fordert Klimek. Was aber, wenn Trump nun seinerseits Strafzölle auf das Amerikageschäft von europäischen Anbietern einführte? Laut Klimek dürfte der Gewinner in einem Zollkrieg in der Asset-Management-Branche Europa sein: „Amerikanische Asset Manager haben in Europa absolut und relativ mehr zu verlieren als ihre europäischen Kollegen in den USA.“

Von Trump lernen heißt in den Augen des Branchenexperten: aktive Wirtschaftspolitik zur Durchsetzung eigener Interessen. Er weist jedoch darauf hin: „Die Maßnahmen sollten effektiv und sinnvoll sein. Ziel muss sein, Kapitalanlagen in die EU zu lenken und die Savings- & Investments Union durch Steueranreize zu fördern.“ Der entstehende, harmonisierte EU-Kapitalmarkt müsse noch enorm wachsen, um international auf Augenhöhe zu kommen. „Eine sich vornehm zurückhaltende Wirtschaftspolitik ist unter gegenwärtigen geopolitischen Bedingungen verfehlt, sie muss sich als protektionistisch und – in einem erweiterten Sinn – auch als verteidigungspolitisch verstehen. Trumps Ziel, den Freihandel abzuschaffen, bietet eine historische Chance für die Europäische Union und die Kapitalmarktunion“, so Klimek abschließend.

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