YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

DWS Chart of the Week: Auf den Powell-Put dürfte in diesem Zinszyklus wenig Verlass sein

Die Fed scheint fest entschlossen alles zu tun, was nötig ist, um die Inflation einzudämmen

Mit Inflationsprognosen fallen selbst legendäre Börsianer mitunter auf die Nase. So sah Benjamin Graham 1972 gute Gründe zur Annahme, dass die Fiskal- und Geldpolitik zukünftige Preiserhöhungen effektiv eindämmen würde. Er zog daraus folgenden Schluss: „Wir halten es für vernünftig, dass ein Investor seine Überlegungen auf eine wahrscheinliche (bei weitem nicht sichere) zukünftige Inflationsrate von, sagen wir einmal, drei Prozent pro Jahr stützt.“[1] Es kam anders; in den folgenden zehn Jahren haben sich die Verbraucherpreise mehr als verdoppelt.

Mit seinem Vertrauen in die Geldpolitik der U.S. Federal Reserve (Fed) wäre Graham aber auch fünfzig Jahre später in bester Gesellschaft an der Wall Street. In den letzten Monaten sind die Renditen zweijähriger Treasuries auf 2,7 Prozent gestiegen. Nimmt man an, dass die Realzinserwartungen der Anleger bei etwa null Prozent liegen, so entspricht dies in etwa einem mittelfristigen Rückgang der Inflation auf etwa drei Prozent oder knapp darunter.

Interessanterweise hat sich im Vergleich zu früheren Zinserhöhungszyklen bei den 2-Jahres-Renditen der US-Staatsanleihen ungewöhnlich viel, bei den Leitzinsen, gemessen an der Federal Fund Rate, dagegen ungewöhnlich wenig getan. Wie unser „Chart of the Week“ zeigt, gibt es beim Leitzins nun ziemlich viel Spielraum nach oben. Wir gehen davon aus, dass der Abstand bald dahinschmelzen dürfte. Sowohl die Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) nächste Woche als auch die im Juli dürften Erhöhungen der Leitzinsen um 50 Basispunkte bringen. Auch das Schrumpfen der Fed-Bilanz, Quantitative Tightening (QT) genannt, könnte beschleunigt werden. Weniger klar ist, wie es nach dem jährlichen Treffen der Zentralbanker aus aller Welt in Jackson Hole im August weiter geht.

Dies liegt daran, dass sich die höheren Renditen auf Staatsanleihen bereits jetzt auf zinssensitive Teile der Wirtschaft auswirken und Anleger begonnen haben, sich über die Auswirkungen auf das Wachstum Sorgen zu machen. So dürften etwa teurere Hypotheken die Bautätigkeit und die Wohnungsmärkte etwas abkühlen lassen. „Leider weiß niemand genau, wie schnell und wie stark sich diese Auswirkungen auf die Realwirtschaft zeigen werden. Ein bisschen Trial-and-Error wäre also nicht allzu überraschend“, argumentiert Christian Scherrmann, US-Ökonom bei der DWS. „Aber angesichts der anhaltend hohen Inflation muss die Fed handeln und ihre Bereitschaft zu weiteren Schritten durchaus auch ostentativ zur Schau stellen. Selbst wenn Probleme mit der Finanzstabilität auftauchen sollten, wäre die Antwort der Fed zunächst wahrscheinlich eher ein Aussetzen des QT als eine Pause bei Zinserhöhungen.“

Vor diesem Hintergrund rechnen wir ab September mit Zinsschritten in Höhe von 25 Basispunkten je FOMC-Sitzung, bis möglicherweise auf ein Niveau von 3,25 bis 3,50 Prozent bis Mai 2023. Bald danach könnte die Leitzinsen aber schon wieder gesenkt werden, da wir weiterhin ein erhöhtes Rezessionsrisiko von etwa 40 Prozent in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 sehen. Natürlich enthalten die verbleibenden 60 Prozent eine Vielzahl möglicher Szenarien, einschließlich Wachstum, Inflation und Zinsen, die länger höher bleiben. Leider sind weder Geldpolitik noch Prognosen so einfach, wie sie im Nachhinein mitunter aussehen.

Grafik: Die 2-Jahres-Renditen auf U.S.-Staatsanleihen sind den Leitzinsen zuletzt ungewöhnlich drastisch davongelaufen
[1] Graham, B. (1973, rev. ed. 2003) The Intelligent Investor, Harper Business Essentials S. 50. Graham ergänzt: “Im Vergleich dazu lag der durchschnittliche jährliche Anstieg für den gesamten Zeitraum von 1915 bis 1970 bei etwa 2 1/2%.”


 

Investment
Die aktuelle Zins­ent­schei­dung der EZB kom­mentiert Jill Hirzel, Senior Invest­ment Specialist bei Insight Invest­ment:Die EZB hat die Zinssätze in…
Weiterlesen
Investment
Die Europä­ische Zentral­bank hat den Einlagen­zins auf ihrer gestrigen Sitzung unver­ändert bei 2,25% belassen. Konstantin Veit, Port­folio­manager…
Weiterlesen
Investment
BlackRock ver­öffent­licht heute seinen Fixed Income Outlook für das dritte Quartal 2026. In einem Umfeld, das weiterhin von geo­poli­tischen…
Weiterlesen
Investment
Die morgigen Sitzung der Europä­ischen Zentral­bank (EZB) kommen­tiert Claudia Fontanive-Wyss, Portfolio­managerin bei Vontobel:Wir erwarten, dass die…
Weiterlesen
Investment

Kommentar von Ophelie Mortier, Chief Sustainable Investment Officer bei DPAM

Am 24. Juni hat der EU-Rat seinen Vor­schlag für die Reform der Nach­haltig­keits-Offen­legungs­ver­ord­nung SFDR vorgelegt. Ab vor­aus­sicht­lich…
Weiterlesen
Investment

Finanzsektor war weltweit die größte Quelle sowohl für Dividenden als auch für Aktienrückkäufe

Laut der ersten Aus­gabe des „Janus Henderson Global Dividend and Buyback Index“ stiegen die welt­weiten Divi­denden im ersten Quartal 2026 auf 424,5…
Weiterlesen
Investment
Die Renten­märkte sind gestützt durch eine wider­stands­fähige Kon­junktur, solide Unter­nehmens- und Ver­braucher­bilanzen sowie günstige…
Weiterlesen
Investment

von François Rimeu, Chief Strategist, Crédit Mutuel Asset Management

Die allge­meine Ab­schwä­chung der Inflation – die Gesamt­inflation ist im Juni wieder unter 3% gesunken – spricht dafür, dass die Europä­ische…
Weiterlesen
Investment

von François Rimeu, Senior Strategist, Crédit Mutuel Asset Management

Zölle könnten in den kom­menden Monaten erneut zu einem zentralen Markt­thema werden. Obwohl sie nach den starken Markt­tur­bulenzen, die Donald…
Weiterlesen
Investment

von John Kerschner, Global Head of Securitised Products, Janus Henderson Investors

Die jüngste Out­per­for­mance der CLO-Sektoren ist kein Aus­reißer: BBB-CLOs waren nicht nur seit Jahres­beginn (YTD) 2026 der Fixed-Income-Sektor mit…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!