YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Mangelnde Alternativen als Triebfeder für Nachfrage nach Corporates

von Klaus Stopp, stv. Leiter Rentenhandel der Baader Bank

Mangelnde Alternativen und billiges Geld sind die Treibfedern für die anhaltende Nachfrage am Markt für Unternehmensanleihen (Corporate Bonds). In den USA ist es vor allem die Nullzinspolitik, die die Spreads von Unternehmensanleihen – also der Preisaufschlag gegenüber Anleihen mit erstklassiger Bonität - immer mehr schrumpfen lässt. So ist zu beobachten, dass nach wie vor viel Liquidität aus den Geldmarktfonds, die mit nahezu Null Prozent „rentieren“, in risikoreichere Assetklassen wie eben Unternehmensanleihen fließt. Ein Ende dieses Trends ist bisher nicht in Sicht, so dass sich weiterhin Potenzial für Spreadeinengungen gibt.

Lockere Geldpolitik wird nicht ewig anhalten
In einem Punkt sind sich Marktbeobachter einig: Die lockere Geldpolitik der Zentralbanken wird nicht ewig anhalten. Die jüngsten Konjunkturdaten zeigen, dass der wirtschaftliche Aufschwung nicht auf einem stabilen Fundament steht. Die Geldpolitik der Notenbanken ist seit Beginn der Krise extrem expansiv. Mit billigem Geld, flankiert von höheren Staatsausgaben und Steuersenkungen, sollte die Erholung der Konjunktur gestützt werden. Die Hoffnung war, dass im Laufe der Zeit der private Konsum die staatlichen Programme ersetzen würde. Doch inzwischen erleben die Märkte, dass die Erholung nicht nachhaltig ist.
 
Im Rat der EZB werden allmählich die Stimmen lauter, die ein Ende der Niedrigzinspolitik fordern. Die Währungshüter werden sich bei fortschreitender Erholung darauf konzentrieren, der Inflation vorzubeugen. Dabei wird von den Zentralbankern jedoch stets betont, dass eine Liquiditätsverknappung nicht automatisch mit Leitzinserhöhungen verbunden sein muss. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel die Rücknahme der Liquidität aus dem für Dezember geplanten 12-Monats-Tender oder den Tender ohne Zinsaufschlag zu begeben. Sollte dies zu höheren Volatilitäten an den Finanzmärkten führen, könnte die EZB versuchen, mit kürzer laufenden Tendern die Situation zu entspannen. Keinesfalls wollen sich die Frankfurter Währungshüter mit dem Vorwurf konfrontiert sehen, der aktuell der japanischen Notenbank gemacht wird. Nippons Notenbanker sind mit ihrem Latein am Ende. Ihnen wird von ihrer eigenen Regierung vorgeworfen, die Zinsen zu lange nahe Null belassen und damit eine Deflation herbeigeführt zu haben.

Warnungen vor neuer Blase am Rentenmarkt
Kritiker der Niedrigzinspolitik der EZB befürchten, durch die immense Liquidität an den Kapitalmärkten zudem die Entstehung einer neuen Blase, der die Notenbanker entgegensteuern müssen. Dem widerspricht Bundesbankpräsident Axel Weber. „Wir können die nächste Krise weder vorhersehen noch verhindern. Man kann nur das ganze Finanzsystem wetterfester machen“, so Webers Credo. Gelingt es der EZB, die hohe Liquidität an den Finanzmärkten langsam und ohne Turbulenzen zurückzuführen, besteht die Gefahr, dass die langfristigen Zinsen wieder ansteigen könnten. Sollte diese Entwicklung in den kommenden Monaten mit einer nachhaltigen Konjunkturerholung einhergehen, so besteht für die Notenbanker auch die Möglichkeit, die Leitzinsen wieder anzuheben. Für Anleger wären somit inflationsindexierte Anleihen interessant.

Wird jedoch der private Konsum durch steigende Arbeitslosigkeit abgewürgt, sollten sich die Märkte auf eine anhaltende Seitwärtsbewegung einstellen. Bis sich der Nebel lichtet und absehbar wird, wohin die Reise an den Rentenmärkten geht, werden mit Sicherheit noch einige Wochen ins Land gehen.

Quelle: Baader Bond Markets (www.baadermarkets.de > Newsletter)

Investment
Da ESG-Themen mittler­weile fest in der Unter­nehmens­ana­lyse veran­kert sind, haben sich kontro­verse Themen zu einem wichtigen Risiko­indikator…
Weiterlesen
Investment

von Richard Clarida, Global Economic Advisor & Andrew Balls, CIO Global Fixed Income

Ein globaler Wirt­schafts­aus­blick, der von brüchi­gen Alli­anzen, fiska­lischer Belas­tung und massiven KI-Investi­tionen geprägt ist, kann ganz…
Weiterlesen
Investment
Michael Vander Elst, Head of Emer­ging Markets Fixed Income bei DPAM, sieht Latein­amerika als gut posi­tioniert für lang­fristiges Wachs­tum,…
Weiterlesen
Investment

von Arif Husain, Head of Global Fixed Income und CIO bei T. Rowe Price

Während die Unruhen im Nahen Osten und der Opti­mismus hinsicht­lich künst­licher Intelligenz die Märkte weiterhin antreiben, ist die erste…
Weiterlesen
Investment

von Leonardo Basile, Portfoliomanager bei Eurizon

Die vergan­genen drei Monate waren an den Kapital­märkten vor allem von zwei Faktoren geprägt: geo­poli­tischen Spannungen und dem starken Anstieg der…
Weiterlesen
Investment

von Jill Hirzel, Senior Investment Specialist bei Insight Investment

Die EZB hat heute in einer einstim­migen und weithin erwar­teten Entschei­dung die Zinsen ange­hoben. Die EZB hat ihre Prog­nosen revidiert, die…
Weiterlesen
Investment

von Filippo Alloatti, Head of Financials (Credit) bei Federated Hermes

Die EZB hat mit einer Zins­er­höhung um 25 Basis­punkte die Erwar­tungen bestätigt und den Haupt­refinan­zierungs­satz auf 2,25% angehoben. Die…
Weiterlesen
Investment
Sam Vereecke, CIO Fixed Income bei DPAM, beurteilt das aktuelle Markt­geschehen. Seine Kern­aussagen sind:•  US-Schuldenquote könnte binnen zehn…
Weiterlesen
Investment

von Massimo Spadotto, Head of Fixed Income bei Eurizon

Nach dem jüngsten Energie­preis­schock im Nahost-Kontext zeigte sich die Neube­wertung geo­politischer Risiken an den europä­ischen Anleihe­märkten…
Weiterlesen
Investment

von Cathy Braganza, Senior-Portfoliomanagerin bei Insight Investment

Anleger betrachten Unsicher­heit zu­nehmend nicht mehr als vorüber­gehende Störung, sondern als beständiges Merkmal des Anlage­umfelds nach der…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!