YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Noch stützt hohe Liquidität die Kredit- und Aktienmärkte

Kommentar von Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management in Zürich

Die aktuellen Indikatoren in den USA, Europa, Japan und verschiedenen Schwellenländern deuten auf ein sehr solides, leicht beschleunigtes konjunkturelles Wachstum hin. Dagegen wirkt die in China durch den Immobilienkonzern Evergrande ausgelöste Krise stark dämpfend. Allerdings lockert die chinesische Zentralbank ihre Geldpolitik deutlich und dürfte damit unkontrollierte Folgen verhindern. Insgesamt ist die weltweite Geldpolitik vor dem Hintergrund des zunehmend positiven und erfolgreich reflationierten Umfelds immer weniger angemessen. Es zeichnen sich vermehrt negative Folgen ab: ausgetrocknete Arbeitsmärkte und zunehmender Lohndruck, stark steigende Immobilienpreise sowie höhere Inflationserwartungen der Konsumenten. Diese Entwicklungen dürften die Inflationsraten weltweit länger auf erhöhtem Niveau halten, als von den Notenbanken bisher angenommen.

Der zunehmende ‚monetäre Überdruck‘ wirkt auf die langfristigen Zinsen, die zu steigen beginnen. Zudem hatte ein derartiges Umfeld historisch vielfach auch negative Folgen für den US-Dollar. Das globale Finanzsystem vollzieht damit einen grundlegenden Wandel: Die hohe Zentralbankliquidität, die bisher für fallende langfristige Zinsen sorgte, führt jetzt plötzlich zu einem steigenden Zinsniveau. Damit wird die Aufgabe der Zentralbanken, für ein stabiles und ausgewogenes System zu sorgen, deutlich erschwert. Zusätzlich nimmt die Wahrscheinlichkeit von Rückkoppelungen und Verstärkungseffekten zu: Fallende Arbeitslosenzahlen sorgen für mehr Konsum und dies wiederum zu nochmals tieferer Arbeitslosigkeit. Mehr Konsum führt zu steigender Güternachfrage und höheren Preisen und dies zu Lohnaufwärtsdruck (Zweitrundeneffekte) und noch mehr Konsum. Derartige Rückkoppelungen erschweren die Systemkontrolle durch die Notenbanken und erhöhen den Zinsaufwärtsdruck zusätzlich.

Im aktuellen Umfeld von eher zu hoher Finanzmarktliquidität werden die Aktien- und Kreditmärkte noch gut unterstützt. Die hohen Bewertungen sowie der erwähnte wahrscheinliche Anstieg des langfristigen Zinsniveaus bilden aber ein negatives Gegengewicht. Wir erwarten deshalb in den kommenden Wochen nach einer potenziellen Korrektur wieder neues, aber nur limitiertes Aufwärtspotenzial innerhalb eines breiteren Seitwärtskanals. Die Zentralbanken können zudem mittlerweile nur noch unter erschwerten Bedingungen in das System eingreifen und werden in absehbarer Zeit die Liquiditätszufuhr drosseln müssen. Damit würden die Aussichten an den Finanzmärkten zusätzlich getrübt und die Anfälligkeit für kleine Störungen erhöht. Trotzdem dürfte deutlicherer Schaden an den Börsen bis auf Weiteres verhindert werden können. Insgesamt besteht weiterhin ein Gleichgewicht zwischen positiven und negativen Faktoren. Und im Fall größerer Korrekturen würden sofort Gegenkräfte in Form von wieder fallenden Zinsen einsetzen.

www.fixed-income.org
Foto: Beat Thoma, CIO
© Fisch Asset Management


Investment

von Richard Bernstein, Global Head of Macro & Customized Investing, Janus Henderson Investors

Ein altes amerika­nisches Sprich­wort besagt, dass ein Frosch aus einem Topf kochen­den Wassers heraus­springt, im selben Topf aber sitzen bleibt und…
Weiterlesen
Investment
Strom­netze stoßen unter dem schnellen Ausbau von Wind- und Solar­energie an ihre Grenzen. Gleich­zeitig rücken geo­po­litische Ereig­nisse die…
Weiterlesen
Investment

von Libby Cantrill, Head of Public Policy, PIMCO

Was passiert gerade? Die USA und Iran haben die erste Ge­sprächs­runde im Rahmen des ehrgeizigen Memo­ran­dum of Undervstanding (MOU) abge­schlossen.…
Weiterlesen
Investment
Da ESG-Themen mittler­weile fest in der Unter­nehmens­ana­lyse veran­kert sind, haben sich kontro­verse Themen zu einem wichtigen Risiko­indikator…
Weiterlesen
Investment

von Richard Clarida, Global Economic Advisor & Andrew Balls, CIO Global Fixed Income

Ein globaler Wirt­schafts­aus­blick, der von brüchi­gen Alli­anzen, fiska­lischer Belas­tung und massiven KI-Investi­tionen geprägt ist, kann ganz…
Weiterlesen
Investment
Michael Vander Elst, Head of Emer­ging Markets Fixed Income bei DPAM, sieht Latein­amerika als gut posi­tioniert für lang­fristiges Wachs­tum,…
Weiterlesen
Investment

von Arif Husain, Head of Global Fixed Income und CIO bei T. Rowe Price

Während die Unruhen im Nahen Osten und der Opti­mismus hinsicht­lich künst­licher Intelligenz die Märkte weiterhin antreiben, ist die erste…
Weiterlesen
Investment

von Leonardo Basile, Portfoliomanager bei Eurizon

Die vergan­genen drei Monate waren an den Kapital­märkten vor allem von zwei Faktoren geprägt: geo­poli­tischen Spannungen und dem starken Anstieg der…
Weiterlesen
Investment

von Jill Hirzel, Senior Investment Specialist bei Insight Investment

Die EZB hat heute in einer einstim­migen und weithin erwar­teten Entschei­dung die Zinsen ange­hoben. Die EZB hat ihre Prog­nosen revidiert, die…
Weiterlesen
Investment

von Filippo Alloatti, Head of Financials (Credit) bei Federated Hermes

Die EZB hat mit einer Zins­er­höhung um 25 Basis­punkte die Erwar­tungen bestätigt und den Haupt­refinan­zierungs­satz auf 2,25% angehoben. Die…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!