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Principal Global Investors: Einfluss der US-Mid-Term-Wahlen auf die Schwellenländer

Bis zu den US-Mid-Term-Wahlen werden in den Emering Markets wichtige Risikoereignisse stattfinden

Mit Blick auf den aktuellen US-Zyklus ist Damien Buchet, CIO und Fondsmanager des Finisterre Unconstrained Emerging Markets Fixed Income Fonds davon überzeugt, dass die amerikanische Wirtschaft auf kein solides Fundament baut. Diese werde nämlich hauptsächlich durch den Konsum getrieben, welcher wiederum von ‚Entsparen‘ und Kreditverlängerungen getragen werde. „Die Wirtschaftsleistung hängt nur begrenzt mit echten Investitionen und Produktivitätszuwächsen zusammen“, ergänzt der Experte. „Die Einsparungen der Verbraucher bewegen sich nahe der Tiefststände von 2007, die Investitionen konzentrieren sich hauptsächlich auf Schieferöl und Instandhaltungsinvestitionen.“ Ein Großteil der rückgeführten Finanzmittel seien hauptsächlich für Aktienrückkäufe oder zur Verlangsamung der Unternehmensemissionen verwendet worden. „Die FED überkompensiert mit dem Ziel einer Normalisierung, da die Steuergesetzgebung sehr locker ist“, meint Buchet. Trotz der Verschärfung blieben die finanziellen Bedingungen relativ zurückhaltend. „Ich glaube an den jüngsten Hinweis der Fed, eine ‚Pause‘ einlegen und die Situation Mitte 2019 neu bewerten zu wollen“, so Buchet. Er erwarte drei weitere Zinsschritte für 2019. Die Stärke des US-Dollars sei begrenzt, es sei denn, solide Inflationstreiber setzten sich tatsächlich durch.

Emerging Markets: Ereignisreiche Zeit bis zu den US-Wahlen
Im Hinblick auf die Emerging Markets ist sich der Experte sicher: „Auf die eine oder andere Weise werden wir erleben, dass sich wichtige Ereignisse bis zu den US-Mid-Term-Wahlen zugetragen haben.“ In der Türkei seien entscheidende politische Maßnahmen bereits eingeleitet worden. „Wenn die Lira weiter an Wert verliere, ist der Anreiz für weitere politische Maßnahmen wie Zinserhöhungen und Haushaltsanpassungen noch höher, auch wenn die Präsidialverwaltung dies weiterhin ablehnt“, schätzt Buchet ein. In Argentinien werde der IWF-Deal innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen über die Bühne gehen. Der argentinische Peso ist zurzeit fair bewertet. Mit Blick auf Brasilien sollten die Investoren unabhängig vom aktuellen Wahlausgang mit dem Szenario zurecht zu kommen. „Es ist anzunehmen, dass der brasilianische Kongress in den ersten sechs Monaten  nach der Wahl Reformen durchführen wird, zumindest im Bereich der Rentenreform“, fügt der Experte hinzu. Der brasilianische Real sei ebenfalls fair bewertet. „Mit Blick auf Russland ist zu erwarten, dass die russischen Sanktionen noch mehr anziehen, da dies Unterstützung für die US-Mid-Term-Wahlen beschert“, so Buchet. Es sei anzunehmen, dass dies eher
früher als später der Fall sein würde. Letztendlich werde sich der Handelsstreit im Hinblick auf die US-Mid-Term-Wahlen vermutlich kurzfristig zuspitzen, es sei jedoch anzunehmen, dass die starke US-Rhetorik nach den Wahlen abebbe, da beide Parteien vermutlich konstruktivere Gespräche anstrebten.

Emerging Market Debts als attraktive Anlageklasse
Der gegenwärtige Zyklus neige sich dem Ende zu, so Buchet. Viele negative Faktoren wie die Zinserhöhungen der Fed und der starke US-Dollar spiegelten sich bereits im Pricing wider. „EMDs (Emerging Markets Debts) werden – im Gegensatz zu den meisten konkurrierenden festverzinslichen Anlageklassen - zu attraktiven Werten gehandelt und nähern sich ihrem 5-Jahres-Tiefststand“, erläutert der CIO. „Abgesehen von unvorhersehbaren globalen Ereignisrisiken können EMDs zum Zeitpunkt der US-Zwischenwahlen als eine der wenigen billigen, technisch saubereren globalen Anlageklassen gelten, in denen wichtige Risikoereignisse bereits vorbei sind und sich die Ströme und die Stimmung nur verbessern können“, resümiert Buchet. „Daher halten wir es für sinnvoll, dass Anleger sich langsam wieder in EMD-Positionen zurückziehen.“

https://www.fixed-income.org/
(Foto: © pixabay)


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