YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Schwellenländeranleihen setzen positiven Trend fort

von Abdallah Guezour, Head of Emerging Market Debt and Commodities bei Schroders

Abbildung 2: Reale Renditen zehnjähriger Anleihen in ausgewählten Schwellenländern (%); Quelle: Schroders, Bloomberg, LSEG DataStream, 29. August 2025. Nur zur Veranschaulichung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.

Auch wenn weitere Ver­werfungen aus­gehend von Staats­anleihen aus Industrie­ländern weiterhin taktische Währungs- und Zins­durations­absicherungen in unseren Schwellenländer­anleihe­portfolios erforderlich machen könnten, gehen wir davon aus, dass die jüngste positive Wertent­wicklung von Schwellen­länder­anleihen weiterhin von der folgenden Dynamik unterstützt wird:

(I) Globale Wachstumserwartungen erholen sich nach dem Einbruch in der ersten Hälfte dieses Jahres. Diese globale Wachstumsresilienz setzt sich fort, und zwar trotz der extremen Unsicherheiten aufgrund der US-Handelssanktionen, der anhaltenden Sorgen über den langfristigen Wachstumskurs Chinas und der historisch hohen (inflationsbereinigten) Realzinsen in anderen Schwellenländern. Angesichts der starken Zahlungsbilanz, des sehr überschaubaren Außenfinanzierungsbedarfs und der nach wie vor recht stabilen und berechenbaren politischen Rahmenbedingungen in den wichtigsten Schwellenländern gehen wir davon aus, dass die Anlageklasse ihre Wachstumsresilienz aufrechterhalten wird.

(II) Der Inflationszyklus in den Schwellenländern hält unvermindert an, wobei die jüngste Abwertung des US-Dollars die disinflationären Kräfte in den Schwellenländern noch verstärkt. Chinas industrielle Überkapazitäten und die schwache Binnennachfrage treiben die Erzeugerpreisindizes weiter in die Deflation und stärken Chinas Fähigkeit, weltweit Billiggüter zu exportieren. Angesichts der anhaltenden Immobilienkrise in China ist davon auszugehen, dass der Deflationsdruck anhalten wird. Unser Economics Team weist jedoch darauf hin, dass diese Effekte global nicht gleichmäßig verteilt sein werden. Länder mit hohen Exportüberschneidungen mit China könnten Industrien durch Zölle schützen. Umgekehrt dürften rohstoffexportierende Schwellenländer in Lateinamerika, Afrika und dem Nahen Osten, wo die Exportüberschneidungen mit China gering sind, von günstigeren Importen, höheren Realeinkommen und stabilen Handelsbilanzen profitieren. Diese Trends dürften Hochzinsanleihen in diesen Märkten weiterhin in hohem Maße zugutekommen, insbesondere angesichts ihrer nach wie vor niedrigen Bewertungen.

(III) Globale Finanzliquidität bleibt ausreichend vorhanden, und zwar trotz des hohen Realzinsniveaus und des anhaltenden Abzugs der offiziellen US-Dollar-Liquidität, der durch den raschen Wiederaufbau des US Treasury General Account bei der US-Notenbank Fed (dies ist das wichtigste „Girokonto“ der Regierung bei der Fed, das Steuereinnahmen und Erlöse aus Schuldtitelverkäufen erhält) erzeugt wurde. Diese reichlich vorhandene Liquidität zeigt sich nach wie vor am starken Wachstum der globalen realen Geldmengenaggregate (die den Geldumlauf in den Volkswirtschaften messen), an der Erholung der Devisenreserven der Schwellenländer (Abbildung 1) und an den sich offensichtlich erholenden Portfoliozuflüssen in die Schwellenländer.

(IV) Die Bewertungen von Schwellenländeranleihen bleiben attraktiv, selbst nach den starken Renditen der letzten drei Jahre. Während auf US-Dollar lautende Schwellenländeranleihen mit Investment-Grade-Rating inzwischen historisch enge Spreads erreicht haben, bieten sich bei auf US-Dollar lautenden Hochzinsanleihen und vor allem bei Schwellenländeranleihen in Lokalwährung nach wie vor attraktive Chancen (Abbildung 2)

(V) Die technischen Bedingungen in den Schwellenländern bleiben günstig und das trotz einiger Anzeichen für eine übermäßige kurzfristige Positionierung in Schwellenländerwährungen. Angesichts der zunehmenden Anzeichen dafür, dass die Marktteilnehmer dem US-Dollar überwiegend negativ gegenüberstehen, waren wir in letzter Zeit besorgt über eine kurzfristige Korrektur in den Schwellenländern. Wir sind nun beruhigt, da sich die Zuflüsse in diese Anlageklasse von einem extrem niedrigen Niveau erholen, was das Risiko einer solchen kurzfristigen Korrektur gemindert hat.

(VI) Mehrere Volkswirtschaften in den Frontier Markets, die zuvor von einer Krise bedroht waren, haben nun ebenfalls Fortschritte gemacht: Sie haben die Tragfähigkeit ihrer Schulden sowie ihrer Zahlungsbilanz durch Umschuldungen (z. B. Sri Lanka), IWF-Programme (z. B. Ägypten) oder wirtschaftliche Schocktherapie (z. B. Argentinien) wiederhergestellt. In jedem Fall haben die Märkte positiv reagiert und diese Bemühungen in den letzten zwei Jahren mit starken Anleihenrallyes belohnt. Senegal ist das jüngste Beispiel für ein Land, das sich auf eine Vereinbarung mit dem IWF zubewegt, um seine nach wie vor schwierige Schuldenlast und die anhaltenden Zwillingsdefizite anzugehen.

www.fixed-income.org


 

Investment
Die EZB möchte die Verlust­absorp­tion von Addi­tional Tier 1 (AT1)-Anleihen erhöhen. Den Weg dorthin skizziert Raffaele Prencipe,…
Weiterlesen
Investment

von Rötger Franz, Portfoliomanager bei Plenum Investments:

Wir erwarten, dass Versicher­ungs­nach­ränge auch 2026 wieder über­durch­schnitt­lich abschne­iden werden. Nach einem Emis­sions­rekord­jahr bei…
Weiterlesen
Investment

Tilmann Galler sieht Chancen durch Investitionsprogramme und Zinssenkungen, warnt aber vor Bewertungsrisiken und Technologie-Übertreibungen

Das Jahr 2026 wird nach Ein­schätzung von Tilmann Galler, Kapital­markt­stratege bei J.P. Morgan Asset Manage­ment, von einem seltenen Gleich­lauf aus…
Weiterlesen
Investment

von Adam Whitely, Leiter Global Credit bei Insight Investment:

Die Speku­lationen über eine mög­liche Aktien­markt­blase bei Unter­nehmen, die KI-Dienst­leistungen anbieten, nehmen zu. Einige Beobachter…
Weiterlesen
Investment

von Alex Veroude, Lucas Klein und Seth Meyer, Janus Henderson Investors

Der gewagte Schritt der USA, Präsident Maduro aus Vene­zuela zu entführen, damit er sich in den USA vor Gericht verant­worten muss, hat die Welt…
Weiterlesen
Investment
Die Renten­märkte treten in eine neue Phase ein: Während die US-Zins­kurve auch 2026 eine weitere Verstei­lerung erleben könnte, sollte Europa…
Weiterlesen
Investment
Die Fest­nahme des venezo­la­nischen Präsi­denten Maduro durch die USA kom­mentiert Stephen Dover, Leiter des Franklin Templ­eton Institute: Am frühen…
Weiterlesen
Investment

von Howard Woodward, Portfoliomanager bei T. Rowe Price

Vor dem Hinter­grund der Befürch­tungen einer KI-Blase, hoher Haus­halts­defizite, einer schwachen Wirt­schaft in der Euro­zone und anhal­tender…
Weiterlesen
Investment

von Önder Çiftçi, CEO der Ophirum Group

Nachdem Gold in den vergan­genen Jahren etliche andere Anlage­klassen bei der Rendite deutlich über­troffen hat, startete 2025 Silber eine rasante…
Weiterlesen
Investment

von Mohammed Elmi, Senior Portfolio Manager bei Federated Hermes

Zölle werden zweifel­los langfristige Auswir­kungen auf die globalen Kapital- und Handels­ströme in Schwellen­ländern haben. Vor dem Beitritt Chinas…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!