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BARINGS: Wie lange kann das noch so weitergehen?

Christopher Smart, Chefstratege und Leiter des Barings Investment Institute, befasst sich mit der Finanzierung der Corona-Kosten und dem Schuldenstand der USA

„Die Staatsverschuldung der USA mag neue Rekorde aufstellen, aber Investoren sollten sich mehr auf Kreditkosten und Wachstumsraten konzentrieren.

Wie jeder Bankier bestätigen wird, ist die Höhe der Schulden eines Kreditnehmers weniger wichtig als die Bezahlbarkeit der Schulden. Und die Bezahlbarkeit für die größte Volkswirtschaft der Welt hängt ebenso sehr davon ab, dass die Zinssätze niedrig bleiben, wie davon, dass Amerikas Geschäftsmodell mehr Wachstum und Innovation hervorbringt als das seiner fortschrittlichen Konkurrenten.

Aber der Anteil der Schulden an der Wirtschaft wird nicht annähernd so schnell sinken wie in den 1950er- und 1960er-Jahren, weil das Wachstum langsamer sein wird und die Haushalte nicht ausgeglichen sein werden. Wir sind in diese Krise mit einem strukturellen Haushaltsdefizit in der Nähe von 5% des BIP eingetreten, und weder Republikaner noch Demokraten sind bestrebt, dieses Defizit in absehbarer Zeit abzubauen.

Selbst nachdem die Kosten der Pandemie bewältigt sind, kommen auf die Vereinigten Staaten im nächsten Jahrzehnt hohe Rechnungen zu, um die marode Infrastruktur wieder aufzubauen, die Gesundheits- und Rentenkosten einer alternden Bevölkerung zu decken und die Auswirkungen des Klimawandels abzuschwächen.

Die Zinsen werden mit der Erholung der Wirtschaft steigen, aber es gibt wenig Grund zu der Annahme, dass sie stark ansteigen werden. Dies ist der Silberstreif am Horizont einer "säkularen Stagnation", die sich aus dem kombinierten Gegenwind von Technologie, Globalisierung, Demographie und anderen Faktoren ergibt.

Aber es sind nicht nur die Kosten der Schulden, die im nächsten Jahrzehnt niedrig bleiben müssen. Entscheidend ist das Vertrauen in die Rückzahlungsfähigkeit des Kreditnehmers. Das Marktvertrauen ist möglicherweise weitaus anfälliger für die Politisierung rechtlicher und regulatorischer Institutionen, für Wahlergebnisse, die verdächtig aussehen, und für eine politische Klasse, die globale Verantwortung ignoriert. Dies sind die Trends, die Investoren weit mehr beunruhigen sollten als die Höhe des diesjährigen Defizits oder der Schulden im nächsten Jahr.“

Über Christopher Smart, PhD CFA, Chief Global Strategist & Head of the Barings Investment Institute

Christopher Smart war Senior Fellow am Carnegie Endowment for International Peace und am Mossavar-Rahmani Center for Business and Government der Harvard Kennedy School; von 2013 bis 2015 war er als Sonderassistent des Präsidenten beim Nationalen Wirtschaftsrat und beim Nationalen Sicherheitsrat tätig, wo er als Hauptberater für Handel, Investitionen und eine breite Palette von globalen Wirtschaftsfragen fungierte. Christopher Smart war zudem vier Jahre als stellvertretender Assistent des Finanzministeriums tätig. In dieser Funktion leitete er die Reaktion auf die europäische Finanzkrise und konzipierte das Engagement der USA in der Finanzpolitik in Europa, Russland und Zentralasien.

www.fixed-income.org
Foto: Christopher Smart
© Barings Investment Institute



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