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Bill Gross Investment Outlook: Am Tropf der Notenpresse

Janus-Fondsmanager Bill Gross hält Inflation für ein notwendiges Übel, damit moderne Volkswirtschaften am Laufen bleiben

 

Allein mit einer lockeren Geldpolitik der Notenbanken lässt sich das Wachstum in den entwickelten Volkswirtschaften – allen voran den USA und Euroland – nicht ankurbeln. Um drohende Deflationsgefahren abwenden sind zusätzlich auch Impulse von fiskalpolitischer Seite notwendig. Zu dieser Einschätzung kommt Bill Gross, Fondsmanager und Anlagestratege des amerikanischen Asset Manager Janus Capital in seinem aktuellen Investmentausblick. „Die Realwirtschaft ist auf das Geld aus der Notenpresse geradezu angewiesen. Aber dieses Geld muss mehr vom Staat beziehungsweise den Regierungen ausgegeben werden anstatt es über die Notenbanken in das Finanz- und Bankensystem zu pumpen“, so Gross. „Solange staatliche Defizite als Fluch gelten und der Fokus auf ausgeglichenen Haushalte liegt, ist die Deflation eine ernste Gefahr für das Wachstum der Weltwirtschaft.“ Gross zufolge ist die US-Wirtschaft auf ein nominelles Wachstum von vier Prozent angewiesen, um am Laufen zu bleiben, in Euroland sind es drei Prozent. Denn das offizielle Bankensystem und die Schattenbanken halten Kredite in einem Volumen von 100 Billionen Dollar, die im Schnitt zu vier bis fünf Prozent verzinst werden. „Das heißt doch, dass die Fed allein schon deshalb die Notenpresse anwerfen und vier bis fünf Prozent mehr Geld in den Markt pumpen muss, damit allein die Zinslast bezahlt werden kann“, so Gross. „Mit anderen Worten: Inflation ist allein schon deshalb notwendig, um die vorangegangene Inflation ‚bezahlen‘ zu können. Das ist reine Mathematik.“

Eine ausgeprägte Deflationsphase können sich die Industrieländer vor diesem Hintergrund kaum erlauben. „Was die großen Notenbanken derzeit vor ein Dilemma stellt: Wie können sie Inflation erzeugen?“, so der Janus-Stratege. Er verweist darauf, dass sie jeweils in den USA vier Billionen Dollar, in Japan umgerechnet zwei Billionen Dollar und eine Billionen Dollar in der Eurozone zusätzlich an Liquidität in den Markt geschwemmt haben. „Aber es hat nicht gewirkt. Das ganze Geld ist in den Zementmixer der Märkte gekommen und dann im Finanzsystem versandet. Die Preise sind zwar gestiegen – aber eben die falsche Preise. Der Kurs der Alibaba-Aktie zum Beispiel ist nach dem Börsengang geradezu explodiert, während die Reallöhne seit Jahren stagnieren.“ Während also die Finanzwirtschaft wachse und gedeihe, führe die reale Wirtschaft zunehmend ein Mauerblümchendasein. „Vielleicht eher früher als später werden die Investoren erkennen, dass die Inflation eine notwendige, aber keine hinreichende Voraussetzung ist, um ein Wachstum zu schaffen, das es uns erlaubt, zukünftige Herausforderungen in Zusammenhang mit dem Bildungs-, Gesundheits- und vor allem dem Rentensystem annehmen zu können.“


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