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Covid-19 wird Fallen Angels forcieren

US- Hochzins- und Schwellenländeranleihen besonders betroffen, Herabstufungen bergen Anlagechancen

Covid-19 hat auf die Menschen, unsere Gesellschaft und die Finanzmärkte weitreichende Auswirkungen. Auch der Hochzinsanleihenmarkt bleibt nicht verschont. „Risikoreiche Anlagen, insbesondere Hochzinsanleihen, die von makroökonomischen Daten und der Solvenz der Emittenten abhängen, sind momentan stark benachteiligt“, so die Anleihen-Experten aus Paris von La Française Asset Management, in ihrem aktuellen Marktbericht. Insbesondere die Schwellenländer- und US-Hochzinsanleihenmärkte seien derzeit stark betroffen. Hier weiteten sich die Spreads um 420 Basispunkte bzw. 550 Basispunkte aus.

Schnelles Eingreifen der Zentralbanken begrenzt Ausfallraten
Derzeit liege die Ausfallrate noch bei 2%, die sich laut den Anleiheexperten zwangsläufig noch erhöhen werde. Allerdings gehen sie nicht davon aus, dass der Anstieg so drastisch und homogen ausfallen werde, wie von den Rating-Agenturen erwartet – immerhin würden die pessimistischsten Vorhersagen von einem Anstieg der Gesamtausfälle auf 18 % in den nächsten 12 Monaten ausgehen. Zwei wesentliche Gründe sprächen dafür: erstens sei der Refinanzierungsbedarf der Unternehmen, insbesondere in Europa, geringer als in früheren Krisen (2001 und 2008); zweitens hätten die akkommodierenden Maßnahmen der Regierungen und Zentralbanken schneller und gezielter eingesetzt. Insbesondere das spektakuläre Eingreifen der FED, wie etwa der Kauf von Anleihen mit einem BB-/ Ba3-Rating oder von Hochzins-ETFs würden das Risiko einer Verschlechterung der Situation von BBB-Emittenten („Fallen Angels“) mildern und die Wahrscheinlichkeit eines weltweiten Anstiegs der Ausfallraten begrenzen.

Ausfallraten je nach geographischem Gebiet unterschiedlich
Die Schwellenländer würden am stärksten betroffen sein – insbesondere Lateinamerika und der Nahe Osten. „In diesen Regionen ist der Energiesektor sehr bedeutend, es bestehen große Haushaltsungleichgewichte, und es gibt einen erheblichen Refinanzierungsbedarf in Dollar“, analysiert das Team von La Française. Der amerikanische Hochzinsanleihenmarkt werde aufgrund seines Engagements im Energie- und zyklischen Verbrauchssektor ebenfalls stark betroffen sein. Allein der europäische Markt könne aufgrund seines geringeren Exposures gegenüber dem Energie-, Freizeit- und Reisesektor (5 %) weniger stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Im Allgemeinen dürften große Emittenten in Europa und den Vereinigten Staaten von den akkommodierenden Maßnahmen der Regierungen und Zentralbanken profitieren, eine Ansteckung des Finanzsystems begrenzen und eine starke Zunahme der Ausfälle in diesen beiden Bereichen verhindern.

Möglichkeiten nutzen
„Die Liquiditätsprobleme, die die Abwärtsspirale an den Finanzmärkten verstärkt haben, zusammen mit einer Welle von Unternehmensherabstufungen von Investment-Grade auf High Yield, die sich auf die technischen Faktoren auswirken, indem sie zusätzliche Mittelzuflüsse im High Yield-Segment bringen, schaffen interessante Möglichkeiten“, so das Anleihen-Team von La Française. Das erste Quartal 2020 habe bereits das größte Volumen an „Fallen Angels“, das es jemals gab, verzeichnet. Dies gelte insbesondere für europäische und amerikanische Emittenten hoher Qualität.

https://www.fixed-income.org/
(Logo:
© La Française Asset Management)


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