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Die europäische Kuh ist noch nicht vom Eis

Degroof Petercam Asset Management mahnt trotz berechtigtem Optimismus zur Vorsicht: Wackelkandidat Italien und extreme politische Strömungen belasten auch weiterhin die Märkte

Einige Tage nach der Entscheidung um die französische Präsidentschaftswahl macht sich im Brüsseler Europa-Viertel eine spürbare Erleichterung breit. Nicht nur viele Vertreter der Europäischen Institutionen werten den Wahlsieg von Emmanuel Macron zunächst als ein grundsätzlich positives Zeichen für Europas Zukunft. Wenngleich Frankreichs neuer Staatspräsident bereits im Juni die nächste Hürde zu nehmen hat und als Parteiloser bei den dann anstehenden Parlamentswahlen mit seiner politischen Bewegung „En Marche“ mindestens eine relative Mehrheit erzielen muss.

Degroof Petercam Asset Management begrüßt als unmittelbar aus dem politischen Zentrum Europas heraus agierender Vermögensverwalter den Wahlausgang sowie das dahinterstehende Bekenntnis des überwiegenden Teils der Franzosen zur Europäischen Gemeinschaft.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Nichtsdestotrotz bleiben die Gefahren auf der gesamteuropäischen politischen Ebene und damit auch für die Finanzmärkte bestehen. Macron muss erst einmal unter Beweis stellen, dass er im Stande ist, die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen in Frankreich zu meistern.

Außerdem werden die europafeindlichen Tendenzen nicht nur in Frankreich hoch bleiben. Schließlich entfielen im ersten Wahlgang Ende April mehr als 40 Prozent der Wählerstimmen auf das rechts- bzw. linksextreme politische Lager. Und auch am 7. Mai hätte jeder dritte Franzose lieber die rechtsnationale Marine Le Pen als neue Staatspräsidentin gesehen.

Nächste Zitterpartie: Italien

Unsicherheit auf der politischen Bühne geht auch weiterhin von Italien aus. Dort ist die Zustimmung für Europa niedriger denn je. Die Parlamentswahlen im nächsten Jahr können als ähnlich kritisch wie die in Frankreich eingestuft werden und eine neue Zerreißprobe für die Gemeinschaft bedeuten.

Der Sieg von Emmanuel Macron sollte die deutsch-französische Achse wieder stärken. Wenngleich Bundeskanzlerin Angela Merkel erste Forderungen des neuen Präsidenten nach einem stärkeren Engagement Deutschlands bereits zurückgewiesen hat. Dennoch ist zu erwarten, dass sich der Risikoaufschlag von französischen Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen deutlich verringern wird. Attraktiver erscheinen Staatsanleihen der europäischen Peripherie. So weisen bei insgesamt gesunkenen Risiken Staatspapiere aus Spanien, Irland oder Portugal deutlich höhere Spreads auf.

Wachsam bleiben

Die Unsicherheiten im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahl hatten die globale Risikoaversion befeuert, wovon sowohl die Kurse deutscher als auch US-amerikanischer Staatsanleihen profitierten. Nun entweicht dieser politische Druck, wobei Treasuries dies nicht so stark zu spüren bekommen dürften wie Bundesanleihen. „Wir bleiben vorsichtig, vor allem gegenüber nominalen US-Papieren und bevorzugen eher inflationsgeschützte US-Staatsanleihen“, sagt Michael Broes, Multiasset-Experte bei Degroof Petercam Asset Management.

International sieht der Manager des globalen Mischportfolios DPAM L Patrimonial Fund auch bei Schwellenländer-Staatsanleihen weiterhin gute Chancen, da sie relativ unabhängig vom Wahlrummel in Europa sind und von einem zu erwartenden schwächeren Dollar und stabilen US-Zinsen profitieren können.

„Auf der Aktienseite erwarten wir in den kommenden Monaten steigende Notierungen an Europas Börsen, insbesondere in Frankreich. Viele internationale Investoren haben zuletzt einen Bogen um Europa gemacht und sollten nun an die Aktienmärkte zurückkehren. Im aktiven Stock-Picking bleiben wir unserer Strategie treu, nach vielversprechenden, vernünftig bewerteten Wachstums-Stories Ausschau zu halten.“

http://www.fixed-income.org/ 
(Foto: Michael Broes © Degroof Petercam)

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