YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Ein heißer Herbst steht bevor - Finanzmärkte werden die Politiker testen

von Jan, Amrit Poser, Chefökonom der Bank Sarasin & Cie AG

Mit ihrem Versprechen, alles zu tun, um den Euro zu bewahren, haben Europas Wirtschaftspolitiker große Erwartungen geschürt. Mögliche Maßnahmen sind bereits in den Finanzmärkten eskomptiert. Die Bank Sarasin befürchtet, dass nun ein Test der Entschlossenheit der Politiker bevorsteht, der sie zum Handeln zwingen wird. Eine Reihe von Ereignissen könnte uns in den nächsten Wochen einen heißen Herbst bescheren.

Den Start macht die EZB, die diese Woche ihre Vorschläge zur Gewährleistung der Finanzstabilität in Euroland darlegt. Hatten in den letzten Wochen Gerüchte um Zinsaufschlagsziele für Peripherie-Anleihen die Stimmung an den Finanzmärkten gehoben, befürchtet die Bank Sarasin nun, dass Ernüchterung folgt. Zinsziele wären weder konsensfähig noch zielführend. Für sporadische Interventionen in kurzfristigen Anleihen von Krisenstaaten wird sie die Bedingung stellen, dass sich das jeweilige Land zuvor unter die Beobachtung des Rettungsschirms ESM stellen muss. Der Ball liegt also wieder bei Spanien und Italien.

Ob die Verwendung des Rettungsschirms ESM zur Stützung von Banken und Staaten überhaupt konform mit dem deutschen Grundgesetz ist, darüber entscheidet am 12. September das deutsche Bundesverfassungsgericht. Die Bank Sarasin erwartet, dass das Bundesverfassungsgericht das Gesetzespaket zwar durchwinken wird, allerdings steht zu befürchten, dass das Gericht auf einen engeren Einbezug des Parlaments pochen und weitergehende Rettungsmaßnahmen von einer Grundgesetzänderung und einem entsprechenden Referendum abhängig machen wird. Dadurch könnte sich die Eurorettung als schwieriger erweisen als bisher gedacht.

Ebenfalls am 12. September wählen die Niederlande ein neues Parlament. Gemäß aktuellen Umfragen liegt die Sozialistische Partei (SP) mit ihrem populistischen Anti-Austeritätskurs vorne. Wahrscheinlich ist jedoch ein Patt und eine langwierige Regierungsbildung. Die Ambivalenz der Niederländer gegenüber Europa wird steigen und damit die Unsicherheit über die Entschlossenheit der Euro-Politiker erhöhen.

Zudem wird die Troika aus EZB, EU und IWF ihr Urteil über Griechenland fällen. Es ist schon jetzt klar, dass Griechenland seine Spar- und Privatisierungsziele verfehlt hat. Die deutsche Bundeskanzlerin hat jedoch schon ausgeschlossen, dass ein drittes Hilfspaket geschnürt wird. Griechenland droht eine Cash-Klemme. Ob es gelingt, diese durch Notfinanzspritzen (ELA) der griechischen Zentralbank zu überbrücken, ist fraglich.

Die Hoffnung ist, dass der Rettungsplan der EZB bei den Regierungen von Spanien und Italien so viel Anklang findet, dass sich diese am Treffen der Euro-Gruppe vom 14. September unter den Schutz des Rettungsschirms stellen und dadurch die Gefahr einer Ansteckung von Seiten Griechenlands reduzieren. Wir denken jedoch nicht, dass sich diese beiden Länder ohne Not unter den Schirm begeben werden. Die Finanzmarktschwankungen werden unweigerlich zunehmen: Neben den schon erwähnten Terminen braucht Portugal bald ein zweites Hilfspaket, werden die Details über die geplante europäische Bankenunion veröffentlicht und Italien und Spanien werden viel Kapital aufnehmen müssen. Angesichts dieser Meilensteine, steht ein heißer Herbst an den Finanzmärkten bevor.

--------------------------------------------------------
Veranstaltungshinweis:
Unternehmer-Workshop „Unternehmensanleihen - Finanzierungsalternative für den Mittelstand“
19. September, IHK (Alte Börse) Frankfurt
www.bond-conference.com
--------------------------------------------------------

Investment

von Daniel Morris, Chief Market Strategist bei BNP Paribas Asset Management

Rekord­ver­dächtig war dieses Jahr der europä­ische Sommer. In Groß­britan­nien wird er wohl der wärmste seit Beginn der Auf­zeich­nungen im Jahr 1884…
Weiterlesen
Investment

US-Regierung spürt den Druck steigender Zinsen / von Eoin Walsh, Portfoliomanager bei TwentyFour Asset Management

Das US-Finanz­minis­terium über­raschte die Märkte gestern Nach­­mittag mit der Ankündigung, seine Rück­kauf­prog­ramme auszu­weiten. Diese sollen vom…
Weiterlesen
Investment

von Bertrand Lecourt, Senior Fondsmanager bei J O Hambro

Nach Hitze und Trocken­heit wird in vielen Teilen Europas wieder über Wasser gespro­chen, eine Ressource, die lange als selbst­ver­ständ­lich galt.…
Weiterlesen
Investment

von Marcio Costa, Senior Portfoliomanager, BANTLEON

Nach dem jüngsten massiven Rendite­anstieg ist das markt­tech­nische Bild für deutsche Bundes­anleihen und US-Treasuries weiterhin moderat negativ zu…
Weiterlesen
Investment

von John Lloyd, Global Head of Multi-Sector and Corporate Credit, und Tom Ross, Global Head of High Yield, Janus Henderson Investors

Die Ver­engung der Credit Spreads (die Rendite­differenz zwischen einer Unter­nehmens­anleihe und einer Staats­anleihe mit ähnlicher Laufzeit) ist…
Weiterlesen
Investment

von Chris Iggo, Chair of the Investment Institute bei BNP Paribas Asset Management

Heiß ist’s, und Aktien stiegen im Sommer auf neue Allzeit­hochs. Trotz aller Konjunktur­risiken wächst die Welt­wirtschaft. Die Unter­nehmens­gewinne…
Weiterlesen
Investment

von Sandy Pei, Senior Portfolio Manager bei Federated Hermes

Bei Invest­ments in China klaffen Wahr­nehmung und Realität derzeit oft aus­einander. Trotz Markt­unsicher­heiten zeigen sich die makro­öko­no­mischen…
Weiterlesen
Investment

von Rick de los Reyes, Leiter des Bereichs Rohstoffe und Portfoliomanager in der Global Equity Division bei T. Rowe Price

Historisch ge­sehen entwickelte sich der Gold­preis tenden­ziell umge­kehrt zu den Real­zinsen: Höhere Real­zinsen gingen in der Regel mit…
Weiterlesen
Investment

von Thomas Hanson, Portfoliomanager bei Aegon Asset Management

Das Ausmaß der Anleihe­emis­sionen großer Techno­logie­unter­nehmen und der Aufbau der dafür erforder­lichen Infras­truktur sind in den letzten zwei…
Weiterlesen
Investment
Portfolio-ETFs ge­winnen unter deut­schen Privat­anlegern zu­nehmend an Be­deutung, da die Nach­frage nach ein­fachen, breit gestreuten…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!