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Federated Hermes: „Wir kaufen keinen Schrott, nur weil er billig ist“

Regelmäßig kommentieren Eoin Murray und Geir Lode von Federated Hermes die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Diesmal: Warum Börsenrücksetzer Kaufgelegenheiten bieten – und warum wir uns auf dünnem Eis bewegen.

Geir Lode, Head of Global Equities bei Federated Hermes:

„Da sich Wachstumstitel so lange besser entwickelt haben als der Markt, sind die relativen Bewertungen selbst der billigsten Aktien immer attraktiver geworden – so dass ein Rückschlag unvermeidlich erschien. Obgleich es immer eine Herausforderung ist, den Zeitpunkt einer solchen Umkehr exakt zu bestimmen. Aus diesem Grund tendieren wir dazu, keine kurzfristigen taktischen Engagements einzugehen. Wir ziehen es vor, ein ausgewogenes Spektrum an Investments aufrechtzuerhalten – so dass wir nicht von einem Marktumschwung überrascht werden.

Die Gewinneinschätzungen sind während der Krise nach unten gegangen. Viele der billigsten, wirtschaftlich sensibelsten Aktien wurden ebenfalls herabgestuft – das heißt, ihr Aktienkurs fiel sogar noch weiter als die Gewinnschätzungen. Es bedarf nur eines kleinen Stimmungsumschwungs bei diesen Aktien – ein Hauch von Optimismus, dass das Virus unter Kontrolle ist oder eines immer stärkeren Stimulus – und die Anleger werden sich fragen, ob die Wende begonnen hat. Diese Rallyes können sogar sich selbsttragend werden, wenn mehr Investoren aus Angst, etwas zu verpassen, mitmachen.

Keine Mitläufer

Mit Blick auf unsere Portfoliopositionierung jagen wir diesen Rallyes nicht hinterher. Aber: Die Underperformance wirtschaftlich sensibler bzw. zyklischer Titel hat dazu geführt, dass viele qualitativ hochwertige Unternehmen zu niedrigen Preisen angeboten werden. Wir haben die Möglichkeiten genutzt, bei denen Unternehmen durch eine starke Bilanz und ein nachhaltiges Geschäftsmodell gestützt sind: Wir kaufen keinen Schrott, nur weil er billig ist.“

Eoin Murray, Head of Investment bei Federated Hermes:

„Nach der globalen Finanz- und jetzt COIVD-19-Krise ist die Erwartung der Märkte an zeitnahe und synchronisierte globale politische Reaktionen zur Schocklinderung zur Norm geworden. Es hilft den Märkten, vorübergehend Bewertungen zu rechtfertigen – aber: Eine übermäßige Abhängigkeit von den Zentralbanken sollte weder als risikofrei noch als Gesamtlösung angesehen werden.

Die Gefahr von Blasen – und schließlich deren Platzen – ist real. Ökonomen, insbesondere Hyman Minsky, haben bekanntlich derartige Auswirkungen auf die Realwirtschaft beschrieben. Kurzfristig werden die Liquiditätsspritzen den Weg zu guten Renditen ebnen, was aber die bestehenden Probleme noch verschärfen wird. Gegenwärtig sind die zivilen Unruhen in der entwickelten Welt, etwa USA, zum Teil eine Reaktion auf die daraus resultierende Ungerechtigkeit – wobei zugleich die Liquidität nicht dorthin fließt, wo sie am meisten benötigt wird. Dabei steht die US-Zentralbank Fed vor der wenig beneidenswerten Aufgabe, die Märkte in einem Wahljahr zu lenken: Ein harter Wettbewerb, der bereits von Groll erschwert ist – mit keinen einfachen Lösungen für alle Beteiligten.“

www.fixed-income.org
Foto: Eoin Murray
© Federated Hermes:


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