YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Fisch Asset Management: Renditeaufschlag spricht für Emerging Markets-Corporates

Anleihenuniversum der Schwellenländer ist stark gewachsen / EM-Bonds bieten höhere Renditen bei vergleichbarer Qualität

Noch immer umweht Schwellenländer der Hauch des Unbekannten, was viele Investoren von einem Engagement zurückschrecken lässt. Sie sehen keinen Grund, sich mit einem vermeintlichen Nischenmarkt zu befassen – insbesondere wenn es um Anleihen geht. „Doch genau das Gegenteil ist der Fall“, erklärt Hannes Boller, Senior Portfolio Manager bei Fisch Asset Management in Zürich. „Die Bedeutung der Emerging Markets (EM) als Anlageregion wächst analog zu ihrer Wirtschaftsleistung, die im globalen Kontext mittlerweile immerhin rund die Hälfte ausmacht – mit steigender Tendenz. Eine direkte Folge davon ist beispielsweise der zwangsläufige Anstieg der Gewichtung der Schwellenländer in den globalen Leitindizes – und zwar sowohl auf der Aktien- als auch der Anleihenebene. Alleine das Volumen der Unternehmensanleihen, die in den EM gehandelt werden, ist in den vergangenen zehn Jahren über 600 Prozent gewachsen. Sie haben damit alle anderen Anlageklassen in den Schatten gestellt. Diese Entwicklung sollten Anleiheninvestoren berücksichtigen und Anleihen beispielsweise aus Südamerika oder Asien sukzessive höher gewichten gegenüber ihren Pendants aus den Industrieländern. Nicht zuletzt auch aufgrund der höheren Kupons.“

Emerging-Markets-Bonds sind allerdings eine äußerst heterogene Anlageklasse, daher ist Differenzierung wichtig. Dazu sagt Boller: „Innerhalb einer Region hat jedes Land seine eigene Dynamik, weshalb wir die Selektion vor allem auf Länder- und Sektorenebene umsetzen. Wir favorisieren Länder mit finanzieller Flexibilität, relativ hohen Währungsreserven, starkem Reformwillen und positiven Wachstumsaussichten. Dazu gehören aktuell beispielsweise China, Indien oder die Arabischen Emirate. Wir meiden tendenziell Länder mit hoher Abhängigkeit von ausländischem Kapital, Haushaltsdefiziten, instabiler politischer Lage und geringen Währungsreserven. Die Türkei oder Brasilien sind entsprechende Beispiele. Für uns ist außerdem das Währungsmanagement auf Firmenebene von großer Bedeutung. Unternehmen mit Umsätzen in Lokalwährung und Verschuldung in Fremdwährung nehmen wir dabei besonders genau unter die Lupe. Solche Emittenten finden sich vor allem in den Sektoren Telekommunikation, Konsum und Versorger.“

Die Entscheidungen der US-Notenbank sind auch für die Anleihenmärkte der Schwellenländer ein wichtiger Einflussfaktor. „Die Notenbankpolitik in den USA ist derjenigen in Europa um Jahre voraus. Bereits vor vier Jahren wurde in den USA das Ende der quantitativen Lockerungspolitik in Aussicht gestellt. Dies führte zum mittlerweile berüchtigten ‚Taper Tantrum‘, das bei US-Dollar-denominierten Anleihen panikartige Verkäufe auslöste. In Europa hingegen sehen wir erst jetzt erste Anzeichen einer restriktiveren Geldpolitik. Die rapide angestiegene Inflation in der Eurozone schürt berechtigte Ängste, dass die EZB ihr Anleihenkaufprogramm kurz- bis mittelfristig drosseln und die Zinsen anheben könnte. Aufgrund der sehr niedrigen Risikoprämien würden europäische Unternehmensanleihen diesen Zinsanstieg nur schlecht verkraften, was zu einem hohen Verkaufsdruck führen könnte. Auf der anderen Seite bieten Unternehmensanleihen aus den Emerging Markets einen höheren Renditeaufschlag, haben also einen impliziten Spread-Puffer eingebaut. Zudem haben sie eine kürzere Duration als EM-Staatsanleihen. Sie reagieren somit weniger sensibel auf Zinsänderungen und können etwaige Zinsanstiege deutlich besser abfedern. Entsprechend schätzen wir die Entschädigung für das eingegangene Risiko in USD-denominierten Schwellenländeranleihen als attraktiver ein, da diese eine höhere Rendite bei vergleichbarer Qualität bieten. Gegenüber Anleihen aus dem Euroraum gilt dies auch nach Absicherungskosten“, meint Boller abschließend.


http://www.fixed-income.org/   (Foto: Hannes Boller © Fisch Asset Management)

Investment
Die Renditen von Staats­anleihen sind deut­lich gestiegen. Für Bastian Freitag, Head of Fixed Income bei Roth­schild & Co Wealth Manage­ment…
Weiterlesen
Investment

von David Clewell, Co-Portfoliomanager der Multi-Asset Global Income Strategy bei T. Rowe Price

Die 5-Prozent-Marke bei der Rendite 10-jähriger US-Staats­anleihen war für Anleger eine wichtige psycho­logische Schwelle, da diese seit der Zeit nach…
Weiterlesen
Investment

Hohe Einstiegsrenditen von Anleihen können Inflationsverluste abfedern. Niedrige lassen Anlegern dagegen kaum ein Sicherheitspolster.

In Robert Louis Steven­sons Aben­teuer­roman „Die Schatz­insel“ weist eine Karte den Weg zu Reich­tümern. Doch wer ihr folgt, begibt sich oft in…
Weiterlesen
Investment
Der Kupon eines Syndi­cated Loans passt sich laufend an den Referenz­zins an – anders als bei klassischen Unter­nehmens­anleihen mit festem Kupon.…
Weiterlesen
Investment
Weltweit kommt es zu einem Aus­verkauf langfristiger Anleihen, doch die Schwellen­länder folgen nicht dem üblichen Muster. Höhere globale Renditen…
Weiterlesen
Investment

Barometerwert steigt von -25,97 auf -12,30 Punkte

Die Stimmung unter den gewerb­lichen Immo­bilien­finan­zierern ist im dritten Quartal 2026 besser geworden, bleibt aber weiter im deutlich nega­tiven…
Weiterlesen
Investment
Die US-Hyper­scaler ent­wickeln sich in rasan­tem Tempo zu prägenden Emittenten am Unter­nehmens­anleihe­markt. Die aktuelle Studie des Asset Managers…
Weiterlesen
Investment
Die Kosten der Staats­ver­schul­dung sind in den Schlag­zeilen – nicht nur auf den Wirtschafts­seiten, sondern auch auf den Titel­seiten. Als…
Weiterlesen
Investment
Ariel Bezalel und Harry Richards, beide Invest­ment­manager des Jupiter Dynamic Bond, erläutern, warum Schwellen­länder­anleihen in lokaler Währung –…
Weiterlesen
Investment
Libby Cantrill, Head of Public Policy bei PIMCO, kommen­tiert mög­lichen Folgen der Midterm-Wahlen in den USA. So hätte ein Erfolg der Demo­kraten…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!