YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Halbjahresausblick Anleihen Industriestaaten: Fundamentaldaten stützen oberes Ende des Hochzinssegments

NN IP geht davon aus, dass sich dieses Gleichgewicht kurzfristig zugunsten von Unternehmensanleihen auswirkt, da der zentralbankgestützte Optimismus dominiert

Die Anleihemärkte haben sich in der ersten Jahreshälfte uneinheitlich entwickelt. Die Renditen von Staatsanleihen sind zurückgegangen, 10-jährige Bundesanleihen haben angesichts der Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China ein neues Allzeittief erreicht. Zugleich hat die Einengung der Credit Spreads aufgrund von gemäßigteren Äußerungen der Zentralbanken zu einer starken Wertentwicklung von Unternehmensanleihen geführt. Was hält das zweite Halbjahr für Anleihen bereit?

Die Aussichten für Staatsanleihen sind nach Ansicht von NN Investment Partners (NN IP) äußerst unsicher und hängen von der Entwicklung des Handelskonflikts zwischen den USA und China ab, für den es drei mögliche Szenarien gibt. Im ersten Szenario bleibt der Status quo erhalten. In diesem Fall könnte sich die US-Notenbank Fed sicherheitshalber für zwei Zinssenkungen entscheiden. Das zweite Szenario ist eine komplette Eskalation des Handelskonflikts. In diesem Fall geht NN IP davon aus, dass die Fed eine aggressive Zinssenkung zwischen 150 und 200 Basispunkten vornimmt. Diese beiden Szenarien haben in etwa die gleiche Wahrscheinlichkeit von jeweils knapp unter 50%. Drittens besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass der Konflikt zügig gelöst wird. In diesem Fall könnte die Fed die Zinsen erhöhen. Alles in allem ist es daher schwierig, aktuell eine starke Überzeugung im Bereich der Staatsanleihen zu entwickeln. Derzeit hat NN IP eine moderat übergewichtete Durationsposition und ist in Staatsanleihen aus den Peripheriestaaten der Eurozone neutral gewichtet. Die Suche nach Rendite könnte die Spreads jedoch verengen.

Unsicherheit über das globale Wachstum könnte Unternehmensanleihen beeinträchtigen
Die nachlassende globale Wachstumsdynamik bedeutet, dass eine weitere Straffung der Geldpolitik für den Rest des Jahres 2019 unwahrscheinlich ist. Sollten die Makrodaten weiter schwach ausfallen, könnte die Geldpolitik sogar gelockert werden. Dies kommt den globalen Märkten für Investment-Grade-Anleihen zugute.

In Europa wird die Reinvestition des Cashflows aus dem großen Anleihebestand der EZB Unternehmensanleihen stützen. Andererseits lassen die jüngsten Makrodaten für die Unternehmensgewinne im zweiten Halbjahr nichts Gutes ahnen. Auch die anhaltende Unsicherheit über den Brexit und die noch immer hohe Risikoprämie auf italienische Staatsanleihen sind negative Faktoren für die europäischen Märkte für Unternehmensanleihen. Die Zentralbanken könnten zwar stützend eingreifen, wenn sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld weiter verschlechtert. Da die Märkte jedoch bereits zwei Zinssenkungen der Fed vor Jahresende einpreisen, ist es für die Zentralbanken zuletzt schwieriger geworden, positiv zu überraschen.

Roel Jansen, Head of European Investment Grade Credit bei NN Investment Partners: „Die Auswirkungen des schwierigeren Makroumfelds auf die Unternehmensgewinne könnten zu einem moderaten Anstieg des Verschuldungsgrads in den zyklischen Sektoren führen. Wir erwarten in Europa jedoch nach wie vor eine insgesamt stabile Entwicklung der Verschuldung, da der Trend in nicht-zyklischen Sektoren, in denen das Finanzmanagement der Unternehmen konservativ geblieben ist, stabil oder positiv ausfällt. Während US-Unternehmen bisher von niedrigeren Steuern profitiert haben, werden sie im weiteren Jahresverlauf 2019 vermutlich weniger Rückenwind erfahren.“

Höhere Volatilität bei Hochzinsanleihen möglich
Im Mai kehrte der Anleihenmarkt auf ein deutlich weiteres Spreadniveau zurück, nur um das im Juni zum Großteil wieder auszugleichen. Während Emissionen im unteren Hochzinsbereich schwieriger zu realisieren sind oder mit größeren Spreads als ursprünglich erwartet gepreist werden, sind Anleihen mit BB-Rating sehr gefragt und daher teurer und deutlich überzeichnet. Angesichts unserer Einschätzung, dass sich die Fundamentaldaten von Unternehmensanleihen zwar kaum verbessern dürften, aber auf dem derzeit soliden Niveau bleiben werden, haben wir Unternehmen aus dem unteren Hochzinssegment derzeit untergewichtet und das mittlere und obere Hochzinssegment übergewichtet.

Sebastiaan Reinders, Head of High Yield bei NN Investment Partners: „Wir gehen davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit eines längeren Handelskonflikts zwischen den USA und China die in diesem Jahr erhöhte Volatilität bei Hochzinsanleihen noch verstärken wird. Darüber hinaus bleiben Investmentfonds weiterhin ausgewogen positioniert. Manche Marktteilnehmer haben im vergangenen Monat die Bestände aufgestockt, sind aber im historischen Vergleich immer noch untergewichtet. Aktuell versucht der Markt, zwei gegensätzliche Faktoren einzupreisen: auf der einen Seite die Aussicht auf eine Verschlechterung des Wirtschaftswachstums, auf der anderen Seite die unterstützende Haltung der Zentralbanken. Wir gehen davon aus, dass sich dieses Gleichgewicht kurzfristig zugunsten von Unternehmensanleihen auswirkt, da der zentralbankgestützte Optimismus dominiert. Mittelfristig könnten sich die Makrodaten so stark verschlechtern, dass sich die Spreads wieder ausweiten.“

Insgesamt sind die Erwartungen an das Wirtschaftswachstum gemäßigt, insbesondere für Europa. Doch auf absoluter Basis sieht das globale Wachstum weiter positiv aus. Unserem Anleihe-Research zufolge bleiben die Fundamentaldaten für höherwertige Hochzinsemittenten solide. Wir gehen davon aus, dass das Ausfallrisiko gering bleibt, da die meisten Unternehmen ihre Laufzeiten nach hinten verschoben haben und über starke Liquiditätspositionen verfügen. Darüber hinaus ist die Verschuldung stabil, und es gibt nur wenige große Anleihen, die auf einem angespannten oder ausfallgefährdeten Niveau gehandelt werden.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Roel Jansen
© NN IP)


Investment

von Sonal Desai, CIO, Franklin Templeton

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran steht weiterhin im Mittel­punkt des Markt­interesses. Es scheint eine unsichere Ein­stellung der aktiven…
Weiterlesen
Investment
Konstantin Veit, Portfolio­manager bei PIMCO, gibt seine Ein­schätzung zur anste­henden Sitzung der Euro­päischen Zentral­bank wieder: „Im Umfeld der…
Weiterlesen
Investment

Mit 2,6 GW Anschlussleistung in Entwicklung stellt Green Energy Storage Initiative (GESI) derzeit eines der größten Portfolios an…

Allianz Global Investors (AllianzGI) hat bekannt gegeben, dass es im Namen von Allianz-Ver­sicherungs­gesell­schaften eine 51%ige Beteiligung an der…
Weiterlesen
Investment
Ein Großteil der Welt fragt sich derzeit, wie lange es dauert, bis sich die Energiepreise in verschie­denen Szenarien des Iran­konflikts wieder…
Weiterlesen
Investment
Vor dem Hinter­grund eines im Vergleich zur Niedrig­zins­phase erhöhten Zins­umfelds sowie geo­politischer Unsicher­heiten an den Kapital­märkten…
Weiterlesen
Investment

von Ercan Demircan, Senior Portfoliomanager Unternehmensanleihen, BANTLEON

Nachrang­anleihen von Industrie­unter­nehmen (Corporate Hybrids) haben sich in einem anspruchs­vollen Marktumfeld aus geo­poli­tischen Spannungen und…
Weiterlesen
Investment
Im Chart der Woche unter­sucht die DWS seit 2015, wie sich die Preise für deutschen Strom, Brent-Rohöl und europä­isches Erdgas (TTF) gemein­sam…
Weiterlesen
Investment

von Joel Frick, Investment Lead, BENDURA BANK AG

Das erste Quartal 2026 fühlte sich an wie ein ganzes Jahr - und das ist keine Metapher. Grönland, Venezuela, Iran: Innerhalb von drei Monaten hat sich…
Weiterlesen
Investment

von April LaRusse, Head of Investment Specialists bei Insight Investment

Der Konflikt im Iran hat 20% der welt­weiten Ölver­sorgung unter­brochen, indem er den Transit durch die Straße von Hormus blockiert hat. Obwohl die…
Weiterlesen
Investment
Das Land­gericht München I hat den Ange­klagten wegen Beihilfe zum ver­suchten Betrug in 261 tat­einheit­lichen Fällen und falscher uneid­licher…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!