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Kommentar zur Staatsverschuldung Griechenlands

von Shahid Ikram, stellvertretender Chief Investment Officer Fixed Income, Aviva Investors

„Griechenlands Staatsverschuldung hat einen Punkt erreicht, der – realistisch betrachtet – unhaltbar ist. Wir sind überzeugt, dass die politischen Entscheidungsträger in der EU auf eine geordnete Umschuldung hinwirken (oder dies zumindest versuchen) werden – und zwar in naher Zukunft. Ein offener Staatsbankrott wird mit Blick auf die damit verbundenen systemischen Risiken unseres Erachtens jedoch vermieden werden.

Es gibt zwar Rufe nach drastischeren Maßnahmen – etwa nach einem Schuldenschnitt. Doch besteht für einen solchen Schritt keine Mehrheit unter den maßgeblichen Entscheidungsträgern innerhalb der EU, da das europäische Bankensystem in diesem Fall starke Verluste hinnehmen müsste und der griechische Bankensektor ohne massive Hilfen von außen zusammen brechen würde. Als Folge könnten Griechenland und womöglich andere Randstaaten der EU sich gezwungen sehen, aus der Währungsunion auszutreten. Das Ergebnis wäre eine Währungsabwertung, wie wir sie im Falle von Island gesehen haben. Dies wiederum würde die Refinanzierungskosten der ausstehenden, in Euro denominierten Verbindlichkeiten in die Höhe treiben und schwerwiegende Folgen für die Finanzlage großer griechischer Unternehmen haben. Das gesamte Unterfangen könnte sich somit zu einem Nullsummenspiel entwickeln.

Die Notfallpläne für die Volkswirtschaften der europäischen Randstaaten sorgen innerhalb der EU nach wie vor für Streitigkeiten. Dies zeigen nicht nur die widersprüchlichen Äußerungen von EU-Politikern zum Modus einer Umschuldung der griechischen Staatsschulden. Auch der wachsende Druck der Wähler in den Ländern, die für den momentanen Rettungsschirm aufkommen, liefert hierfür einen Beleg.“

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