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Legg Mason-Tochtergesellschaft Brandywine Global: „Die US-Wahlen sollten uns das langfristige Investmentziel nicht vergessen lassen“

Am 8. November ist er endlich vorbei, der wohl faszinierendste, ungewöhnlichste und die Meinungen deutlich spaltende US-Wahlkampf aller Zeiten – ein kräftezehrender Marathon. Richard Lawrence, Portfoliomanager bei der 100-prozentigen Legg Mason-Tochtergesellschaft Brandywine Global wagt sich an eine Prognose der potenziellen Auswirkungen auf die Märkte. Zunächst gäbe es jedoch einige generelle Beobachtungen aus diesem Wahlkampf, die Anleger berücksichtigen sollten:

1.    Die populistischen Tendenzen sind real – in den USA und in Europa, wie der Brexit oder der Aufstieg von rechts- beziehungsweise linksgerichteten Parteien wie Podemos in Spanien, Five Star in Italien, Syriza in Griechenland oder die Nationale Front in Frankreich zeigen. Die Menschen sind unzufrieden mit der Politik und wünschen sich einen Wechsel herbei. Aus Anlegersicht, so fürchtet Lawrence, könnte die oftmals damit einhergehende protektionistische Politik solcher Parteien gravierende Auswirkungen auf langfristige Investitionen haben.

2.    Für viele Anleger ist die bevorstehende Wahl eine zwischen Pest und Cholera. Statt sich für einen der beiden Kandidaten zu entscheiden, geht es für sie darum, welchen sie schlimmer finden. Diese Tatsache, glaubt Lawrence, könnte dazu führen, dass einer der beiden Kandidaten mit deutlichem Vorsprung gewinnt und das, so zeigt ein Blick in die Vergangenheit, führt häufig zu einem regelrechten Freibrief bei politischen Entscheidungen. 

3.    Lawrence ermahnt, dass der ganze Fokus nicht nur auf dem Präsidentschaftskandidaten liegen sollte, sondern auch auf der Zusammensetzung der Regierung. Ein Sieg von Trump in Verbindung mit einem Wechsel im Repräsentantenhaus und im Senat, bei dem die Republikaner die Oberhand gewinnen, hätte ein gänzlich anderes politisches Ergebnis über alle drei politischen Organe zur Folge als eine Machtteilung zwischen Republikanern und Demokraten. Von den Märkten, ist Lawrence überzeugt, würde eine Machtteilung immer besser aufgenommen werden. Denn interessanterweise seien auch die Aktienrenditen in einem solchen Umfeld besser.

4.    Zudem sollten Anleger bei Umfragen und Wetten vorsichtig sein. In den vergangenen zwei Jahren wären unerwartete Ergebnisse, die Umfragen und Prognosen so nicht vorhergesagt hätten, eher die Regel – siehe die Wahlen in Israel oder auch das Ergebnis des Brexit-Referendums. Deshalb habe man bei Brandywine damit begonnen, ein breiteres Ergebnis-Spektrum zu evaluieren, und Querverweise auf so viel Input wie möglich miteinzubeziehen.

All diese Beobachtungen fließen auch in den Aktienausblick von Brandywine mit ein. „Unser Aktienausblick hängt davon ab, wie sich das Kabinett und der Kongress nach der Wahl zusammensetzen“, erklärt der Portfoliomanager. Beide Kandidaten hätten ihre Absicht bekundet, höhere Infrastrukturausgaben während ihrer Amtszeit zu unterstützen. Sollte Hillary Clinton gewinnen und die Republikaner ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus und Senat behalten, rechnen Lawrence und sein Team nicht mit radikalen politischen Veränderungen. Die Sektorallokationen müssten hingegen neu evaluiert werden – insbesondere mit Blick auf den Gesundheits-, den Finanz- und Energiesektor – sollten die Demokraten eine neue Mehrheit im Kongress erhalten. „Beispielsweise könnte unsere Sicht auf den Finanzsektor bearish werden – abhängig von der Rolle die Senatorin Elizabeth Warren in einer möglichen Clinton-Administration spielen wird. Ein Sieg von Trump hingegen würde den Aktienmarkt überrumpeln, da unserer Meinung nach ein Sieg Clintons bereits eingepreist ist“, gibt Lawrence als Beispiele. Zudem werde man bei Brandywine eine ähnliche Philosophie bei Aktien wie bei Anleihen fahren, erklärt der Portfoliomanager: „Wir werden uns volatile Phasen sehr genau anschauen und diese als Kaufgelegenheit für Value-Aktien oder zum Ausbau bereits existierender Positionen nutzen. Wir glauben, die allgemein wahrgenommene Sicherheit defensiver Werte ist unvertretbar teuer.“ Darüber hinaus stelle man sich auf eine moderate Rallye bei US-Treasuries ein – egal wer das Rennen mache – obwohl man in den nächsten Quartalen mit ebenfalls moderatem Aufwärtsdruck auf die Yields rechne. Dies gelte besonders, wenn der Markt einen fiskalen Stimulus berücksichtigt, was ebenfalls unabhängig vom Wahlausgang eine Wahrscheinlichkeit wäre. Spekulationen rund um einen globalen steuerlichen Anreiz kursierten bereits seit einer Weile und beide Kandidaten hätten über potentiell höhere Haushaltsausgaben gesprochen. Dennoch seien die Hürden für einen Anreiz im großen Stil eher hoch und man würde ihn auch eher während einer Rezession sehen. Weniger deutlich seien die Aussichten für den US-Dollar, glaubt Lawrence: „Sollte Trump gewinnen, könnte dies eine starke Rallye des US-Dollar nach sich ziehen, da der Markt dann mit einer eher protektionistischen Haltung rechnet. Diese würde den US-Dollar pushen, da die US-Konsumenten in einem solchen Umfeld weniger importierte Waren kaufen würden.“ Doch ganz praktisch betrachtet, seien Trumps Möglichkeiten, das in seinen Augen schlimmste Handelsabkommen überhaupt, das North American Free Trade Agreement (NAFTA), „zu zerreißen“, eher begrenzt. „NAFTA ist ein Doppelabkommen und Mexiko ist für 21 der US-Staaten der erste oder zweite Exportmarkt“, fasst Lawrence zusammen. Doch bei all dem politischen Fokus zur Zeit – der Investmentansatz von Brandywine ist langfristig und auf wirtschaftlichen Fundamentaldaten basiert. Entsprechend bleibt man für eine Weltwirtschaft positioniert, die sich langsam wieder erholt, auch wenn die politischen Events für einiges an Volatilität sorgen werden. „Unser erprobter Investmentprozess hat sich während vieler Marktzyklen, Einbrüche, Erholungen, Extremereignisse und Wahlen bewährt. Und tatsächlich hat eine kurzfristige Volatilität bisher oft deutliche Chancen hervorgebracht, in Wertpapiere zu investieren, dessen Preise unter einer Störung des Wirtschaftssystems gelitten haben“, fasst der Anlageexperte zusammen. Als Beispiel hierfür nennt er die EU-Schuldenkrise in 2012, während dessen die täglichen Events natürlich genau beobachtet wurden, man sich jedoch auf den erprobten Ansatz konzentriert hat und damit gut gefahren ist. www.fixed-income.org

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