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MFS Investment Management: Kommentar zum EZB-Statement vom 29.10.

von Erik S. Weisman, Ph. D., MFS Fixed-Income Portfolio Manager

Das Statement der amerikanischen Notenbank (Fed) vom 29. Oktober lässt nicht darauf schließen, dass die erste Zinserhöhung bis Juni 2015 vom Tisch wäre. Die Zinsen sind zuletzt aufgrund der Ängste vor einer Verlangsamung des globalen Wachstums, Disinflation auf breiter Front und geopolitischer Unsicherheiten gefallen. Sie spiegeln aber einfach nicht die aktuellen Prognosen der Fed wieder. Wenn man so wie ich davon ausgeht, dass die Fed bereits im Juni 2015 mit Zinssteigerungen beginnt, dann wird dieses Vorhaben sicher nicht vor den Meetings im Dezember diesen Jahres vollständig signalisiert. Mangels einer wesentlichen Verschlechterung der volkswirtschaftlichen oder finanziellen Bedingungen bereitet das aktuelle Statement die Märkte auf eine weitere “Falken”-Führung während der nächsten FOMC-Sitzung vor.

In meinen Augen muss die Fed die Zinsen eher früher als später erhöhen. Wir hatten eine sehr lange Periode mit negativen Realzinsen, was mit ziemlicher Sicherheit zu einer Fehlallokation von Ressourcen geführt hat. Die Beschäftigungssituation verbessert sich und die Kapazitätsauslastung normalisiert sich zusehends. Die Fed muss langsam aber sicher die Bowle wegräumen („Take away the punch bowl“), auch wenn die Party gerade erst zu beginnen scheint.

In nächster Zeit werden die Zinsen wahrscheinlich leicht ansteigen – besonders am kurzen Ende der Zinsstrukturkurve – da wir die Wahrscheinlichkeit als höher erachten, dass die Fed Mitte 2015 mit Zinssteigerungen beginnt. Zudem sieht es danach aus, dass dieses Umfeld der divergierenden Zentralbankmaßnahmen ein mehrjähriger Trend ist.

www.fixed-income.org
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