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Muzinich & Co: Investoren suchen am Kreditmarkt nach Balance

Michael McEachern, Head of Public Markets bei Muzinich & Co, kommentiert die gegenwärtige Lage an den Kreditmärkten.

„Die plötzliche Korrektur der US-Aktienmärkte im Oktober wirkt zunächst paradox, weil es derzeit nur wenige Anzeichen einer Abschwächung der Wirtschaft gibt – das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal mit einer annualisierten Rate von 3,5%. Doch das Bild der Märkte wird gegen Ende des Jahres deutlich vielschichtiger.

So fürchten viele Marktteilnehmer, dass sich die Zinspolitik der US-Notenbank Fed von der wirtschaftlichen Entwicklung abkoppeln könnte. Diese steht unter dem Eindruck erheblicher politischer und wirtschaftlicher Risiken — wie etwa dem Handelskrieg zwischen den USA und China oder dem geringer als erwartet ausgefallenen Wirtschaftswachstum in Europa. All diese Faktoren machen sich in einer eingetrübten Stimmung unter den Investoren bemerkbar.

Das volatile Umfeld hat Anleger bereits dazu gezwungen, sich aus risikoreichen Assetklassen zurückziehen. Dies betrifft vor allem kurzfristige Anlagen wie etwa dem „Hot Money“ von Hedgefonds, die im vergangenen Monat ihrerseits ihr Engagement am Kapitalmarkt deutlich reduziert haben

Staatsanleihen konnten zwar von der Korrektur der US-Aktienmärkte profitieren. Dennoch spiegelt die negative Entwicklung der Renditen von Staatsanleihen nicht das Ausmaß des Aktienschocks wieder. Dies macht deutlich, wie schwierig es für Staatsanleihen ist, ihre Rolle als sicherer Hafen zu spielen, wenn sich die Inflation den Zentralbankzielen annähert. In diesem Zusammenhang dürften alle Äußerungen auf der nächsten Sitzung der Fed aufmerksam beachtet werden. In Europa könnte das Treffen der Europäischen Zentralbank im Dezember wegweisend sein.

Nach dem Ausverkauf im Oktober gehen wir davon aus, dass sich die Bewertungen über alle Kreditklassen hinweg verbessert haben. Doch dieser Anstieg dürfte die potentiellen Verluste kaum kompensieren, die Anleger für den Fall hinnehmen müssten, wenn sich die Fundamentaldaten wie üblich am Ende eines Zyklus eintrüben.

In diesem Umfeld ist es für Investoren daher sinnvoll, auf einen Mix aus Anlagen mit kurzer Duration etwa in US Hochzinsanleihen und wenigen langfristigen Assets etwa in Staats- oder Unternehmensanleihen bester Bonität zu setzen. Investoren stehen vor der Herausforderung, das Risiko zwischen einer möglichen Jahresendrally und einem gebremsten Auftakt ins neue Jahr 2019 auszubalancieren.“

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Michael McEachern © Muzinich & Co)


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