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Sichere Häfen und Unternehmensanleihen

AXA Investment Managers: Investmentstrategie Juli 2012

Nicht nur der warme Wind aus Afrika, sondern auch die anhaltende Rezession spricht für einen weiteren langen und heißen Sommer in den Mittelmeerländern. Die anfängliche Euphorie, die die Renditen nach dem Euro-Gipfeltreffen deutlich fallen ließ, scheint rasch verflogen, und zwar aus drei Gründen: (1) wegen der merkwürdigen Äußerungen einiger Regierungsvertreter, dass die Ergebnisse des Gipfeltreffens von den Märkte zu positiv aufgenommen worden seien und dem Mangel an Klarheit über die Umsetzung, (2) wegen der Weigerung der EZB, eine aktivere Geldpolitik zu verfolgen und (3) aufgrund der enttäuschenden Zahlen zu den spanischen und ita­lienischen Staatsfinanzen im 1. Quartal.

Die langfristige Bewertung der klassischen sicheren Häfen (amerikanische und deutsche Staatsanleihen) liegt zugegebenermaßen deutlich über dem fairen Wert. Dennoch sprechen unsere taktischen Modelle noch immer für Long-Positionen in beiden Assetklassen.

In volatilen Zeiten sollte man aber auch die Bedeutung der Diversifikation nicht unterschätzen. Ein angemessenes Engagement in Peripherieländeranleihen könnte daher die risi­ko­adjustierte Portfolioperformance steigern. Begrenzen ließen sich die Risiken, indem man sich auf Kurzläufer beschränkt, deren Laufzeiten die Dauer der langfristigen Refinanzierungsgeschäfte der EZB nicht überschreiten. Wenn die existenziellen Risiken allmählich nachlassen, sind aber durchaus offensivere Strategien denkbar.

Die Daten aus den USA ändern nichts an dem Eindruck, dass die Beschäftigung nur moderat wächst und dies nicht ausreicht, um die Arbeitslosigkeit zu verringern. Am 20. Juni hat die Fed ihre Operation Twist bis zum Jahresende verlängert. Dennoch könnte die zweite Jahreshälfte 2012 enttäuschend verlaufen. All dies hat eine weitere Runde Quantitative Easing wahrscheinlicher gemacht.

Seit Jahresbeginn haben Unternehmensanleihen Staatsanleihen hinter sich gelassen, in den USA wie im Euroraum. Trotz der weiteren Abschwächung der Weltwirtschaft, die neue Risiken und mehr Volatilität am Unternehmensanleihemarkt bedeutet, bleiben wir dabei, dass die derzeitigen Spreads von 170 Basispunkten bei europäischen und 115 Basispunkten bei amerikanischen Investmentgrade-Unternehmensanleihen ein ausreichender Puffer sind. Außerdem befinden sich die Emittenten in recht guter Verfassung – obwohl sowohl für die USA als auch für Europa in diesem Jahr nur ein mageres Gewinnwachstum zu erwarten ist. In Europa dürften die Gewinne sogar zurückgehen.

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Veranstaltungshinweis:
Unternehmer-Workshop „Unternehmensanleihen - Finanzierungsalternative für den Mittelstand“
19.09. in Frankfurt
http://www.bond-conference.com/
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