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T. Rowe Price: Die Angst vor der Rezession

Umkehr der Zinsstrukturkurve wahrscheinlich, Rezession 2021/22 möglich

„Es scheint viel Angst über den Ausblick einer invertierten US-Zinsstrukturkurve zu herrschen. Denn es wird darüber spekuliert, wann die Kurve möglicherweise umkehrt und was passiert, wenn dies der Fall ist“, meint Ken Orchard, Portfoliomanager der Diversified Income Bond Strategy bei T.Rowe Price. Angesichts der Tatsache, dass eine invertierte Zinsstrukturkurve weithin als ‚Prophet‘ für eine Rezession angesehen werde, sei es nicht schwer zu verstehen, warum die Menschen besorgt seien. „Es lohnt sich jedoch zu verstehen, was eine invertierte Zinsstrukturkurve tatsächlich besagt und was nicht“, fügt der Experte hinzu.

„Ist eine umgekehrte Zinsstrukturkurve ein verlässliches Indiz für eine Rezession? Generell ja - aber wohl nicht genau so, wie vermuten lässt“, so Orchard. Invertierte Zinskurven würden keine Rezessionen verursachen. Sie seien jedoch ein gutes Indiz für die relative Straffheit der Geldpolitik, die sich im Laufe der Zeit auf die Realwirtschaft auswirke. Die Daten zeigten, dass den letzten fünf Rezessionen seit 1976 ausnahmslos eine umgekehrte Zinsstrukturkurve vorausgegangen sei und die Inversion über einen längeren Zeitraum bestanden habe (typischerweise mindestens 10 Monate). Die Zinsstrukturkurven würden dann jeweils vor der Rezession steiler werden. „Es ist auch erwähnenswert, dass die Verzögerung zwischen einer Inversion der Zinsstrukturkurve und dem Beginn einer Rezession historisch variierte und zwischen sechs und 24 Monaten lag. Die Ursachen für Rezessionen sind vielfältig. Andere wirtschaftliche Schocks wie die hohen Energiepreise, die Hypothekenkrise in den USA im Jahr 2007 oder der Zusammenbruch der Dotcom-Blase im Jahr 2000 spielen häufig eine Rolle“, führt der Portfoliomanager weiter aus. Wenn sich die Kurve umkehre, könne es immer noch einige Zeit dauern, bis die US-Wirtschaft in eine Rezession gerate. Daher sei es wichtig, andere Wirtschafts- und Marktindikatoren wie Rohstoffpreise und Kreditspreads zu überwachen, um Hinweise darauf zu erhalten, dass sich die wirtschaftliche Dynamik negativ entwickle. „Wird sich die Zinsstrukturkurve also bald ändern? Alles in allem sei dies wahrscheinlich. Die Differenz zwischen zwei- und fünfjährigen Renditen der US-Staatsanleihen beträgt bereits null. Wenn sich die US-Notenbank (Fed) noch ein oder zwei Mal die Zinsen erhöht, werden sich die Auswirkungen auf die Realwirtschaft im Laufe des Jahres 2019 ändern, da auch der fiskalische Anreiz nachlässt“, schätzt Orchard ein. Unter diesen Umständen dürfte sich die Kurve zu Beginn des nächsten Jahres zu einem gewissen Zeitpunkt umkehren, was wahrscheinlich eine Rezession im Jahr 2021/22 nach sich ziehen werde. Eine Umkehrung der Kurve und eine Rezession seien jedoch nicht unvermeidlich: „Die Fed könnte sich entschließen, die Zinsanhebungen zu verlangsamen oder sogar zu stoppen. Die Indikatoren für den Wohnungsmarkt haben sich zur Jahresmitte negativ entwickelt, und in anderen Sektoren sind leichte Anzeichen einer Abschwächung zu erkennen. Wenn sich die schlechten Nachrichten auf dem Arbeitsmarkt ausbreiten, könnte die Fed dazu gebracht werden, ihre Haltung gegenüber den Zinserhöhungen abzuschwächen.“ All dies bleibe abzuwarten. Für den Moment täte sich jeder, der über die Aussicht auf eine invertierte Renditekurve ins Schwitzen gerate, gut daran, sich an zwei Dinge zu erinnern: „Erstens ist es noch nicht geschehen und wird es möglicherweise auch nicht. Und zweitens ist es sehr schwierig, den Zeitpunkt einer nachfolgenden Rezession zu nennen, selbst wenn sich die Kurve umkehrt“, so Orchard. www.fixed-income.org (Foto: © pixabay)

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