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„Unsere Bilanz- und Ertragsrelationen beurteilen wir weiterhin als überdurchschnittlich“, Dirk Müller, CFO, SiC Processing GmbH

Im März 2011 hat die SiC Processing GmbH aus Hirschau eine Unternehmensanleihe im Volumen von 80 Mio. Euro im Mittelstandssegment Bondm emittiert. Im Gespräch mit dem BOND MAGAZINE gibt CFO Dirk Müller Einblicke in die aktuelle Geschäftsentwicklung und die Probleme auf dem europäischen Markt.

BOND MAGAZINE: In welchen Bereichen ist SiC Processing tätig?

Müller: Die SiC Processing GmbH ist einer der führenden Anbieter für die Aufbereitung von gebrauchter Sägesuspension (= Slurry) aus der Photovoltaik- und Halbleiterindustrie. Das international orientierte Unternehmen zählt weltweit bedeutende Waferhersteller zu seinen Kunden. Langfristige Verträge, enges und gewachsenes Vertrauensverhältnis und ein partnerschaftliches Geschäftsmodell zeichnen die Philosophie der SiC Gruppe aus.

BOND MAGAZINE: Wie hat sich das Geschäftsjahr 2011 entwickelt?

Müller: Trotz der turbulenten Entwicklungen in der Solarbranche konnte die SiC Gruppe den Konzernumsatz 2011 um rund 10% im Vergleich zum Vorjahr von 160 Mio. Euro auf 174 Mio. Euro steigern. Unsere Bilanz- und Ertragsrelationen beurteilen wir weiterhin als überdurchschnittlich. Die geografische Verteilung der Umsätze verschiebt sich aufgrund der Expansions- und Erweiterungsaktivität der Gruppe zunehmend in Richtung Asien. Dementsprechend stieg der Umsatzanteil im Raum Asien um 10% im Vergleich zum Vorjahr. Im November und Dezember 2011 konnten die ersten drei Produktionslinien am neu eröffneten Produktionsstandort Zhenjiang/China erfolgreich und planmäßig mit einer Kapazität von 45.000 Tonnen in Betrieb genommen werden. Am Standort Baoding/China ging Linie 5 ans Netz. Im Gegensatz dazu reagierte die SiC Processing auf die schwierigen und turbulenten Entwicklungen in der PV Industrie, vor allem in Europa. Am Produktionsstandort Bautzen wurde Kurzarbeit angemeldet. In Glomfjord und Heroya, beide Norwegen, wurde aufgrund der permanenten Einstellung der Waferproduktion unseres Hauptkunden der Betrieb unserer Aufbereitungsanlagen aus wirtschaftlichen Gründen dauerhaft eingestellt.

BOND MAGAZINE: Welche Kostenvorteile haben Ihre Kunden durch die Aufbereitung der Slurry?

Müller: Kernkompetenz der SiC Processing Gruppe ist die Rückgewinnung und Aufbereitung von Siliziumkarbid (SiC) und Polyethylenglycol (PEG) aus Sägesuspensionen aus der Photovoltaik- und Halbleiterindustrie. Dies wird in unseren Anlagen auf modernstem Stand unter Anwendung komplexer nassmechanischer Trennverfahren durchgeführt. Erzielte Rückgewinnungsraten bei SiC von 75 bis 90% und PEG von 85 bis 95% ermöglichen es, unseren Kunden einen enormen Kostenvorteil gegenüber dem Einsatz von Neuware zu verschaffen, unter Wahrung qualitativer und umweltpolitischer Ansprüche. Die Kosten für Slurry betragen etwa 15% der gesamten Wafer-Kosten. Hier werden mit der Technologie der SiC Processing derzeit Einsparungen von rund 30% erzielt, bedingt durch den geringeren Preis von aufbereiteter Slurry im Gegensatz zur Verwendung von Frisch-Slurry. Für die Waferherstellung (exklusive Silizium-Kosten) bedeutet dies eine Kosteneinsparung von rund 15%. Bezogen auf die kompletten Wafer-Herstellungskosten (inkl. Silizium) liegt das Einsparpotenzial bei 5 bis 10%.

BOND MAGAZINE: Wie entwickeln sich die Preise für Slurry?

Müller: Die Preise für Slurry sind abhängig von den Spotpreisen für die Einzelkomponenten SiC (Siliziumkarbid) und PEG (Polyethylenglykol) auf dem Weltmarkt. Derzeit liegen diese bei rund 1.400 Euro pro Tonne Frischware PEG und 3.000 Euro pro Tonne Frischware SiC. Die Preise für PEG sind aufgrund konstant bleibender Nachfrage relativ stabil. Die Preise für SiC hingegen verfolgen eine leicht sinkende Tendenz. Insgesamt ergibt dies für Slurry weltweit leicht sinkende Preise.

BOND MAGAZINE: Sie werden spätestens zum 30.06. bedingt durch die komplette Schließung der letzten Waferproduktion eines Kunden in Herøya, Norwegen, Ihr zweites Werk in Norwegen schließen. Welchen Umsatz haben Sie mit dem Kunden erzielt und welche Auswirkungen wird die Schließung auf Ihr Ergebnis haben?

Müller: An unseren Produktionsstandorten in Norwegen in Herøya und Glomfjord haben wir rund 1/3 des Konzernumsatzes erzielt. Wie sich die Schließung auf unseren Jahresabschluss 2012 auswirken wird, kann erst abgeschätzt werden, wenn die entsprechenden vertraglichen Modalitäten mit unserem Kunden abschließend geklärt sind. Insgesamt wird sich der Konzernumsatz aufgrund gesteigerter Expansionstätigkeit im asiatischen Raum zunehmend in Richtung Asien verschieben.

BOND MAGAZINE: Wie ist die Entwicklung am Standort Bautzen?

Müller: Am Standort Bautzen hat unsere dortige Tochtergesellschaft im Oktober 2011 Kurzarbeit angemeldet. Betroffen von der Maßnahme sind rund 100 Mitarbeiter. Die Reduzierung von Produktionskapazitäten bei europäischen Waferherstellern aufgrund der schwierigen Marktlage und somit geringere Slurry-Volumina haben die SiC Processing zu diesem Schritt veranlasst. Die Kurzarbeit wurde im Frühjahr 2012 am Standort bis Ende September 2012 verlängert.

BOND MAGAZINE: Welchen Ausblick können Sie uns geben?

Müller: Auch 2012 wird für die weltweiten Installationen von Photovoltaikanlagen Wachstum vorhergesagt, wobei hier Europa nach vorerst rückläufiger Entwicklung stagnieren wird. Träger des Wachstums sind, unter anderem, neue Märkte wie die USA, China, Japan und Indien. Die geografische Neuverteilung wird sich in den nächsten Jahren voraussichtlich noch fortsetzen. SiC Processing erwartet für 2012 ebenfalls einen steigenden Konzernumsatz, wobei allerdings noch unklar ist, wie sich die Schließung unserer norwegischen Anlagen im Jahresabschluss 2012 niederschlagen wird. Auf der Ertragsseite spürt die gesamte Photovoltaik-Industrie den zunehmenden Preisdruck. Diesem Umstand kann sich auch die SiC Gruppe nicht vollständig entziehen. Daher wird mit Hochdruck an Effizienzprojekten weltweit gearbeitet, um die generierten Kostenvorteile an den Kunden weitergeben zu können.

Das Interview führte Robert Cleve.

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