YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige

US-Notenbank stoppt Zinserhöhungszyklus: Überschussliquidität wird für die Rentenmärkte gewaltige Ausmaße annehmen

Marktkommentar von Mondher Bettaieb, Head of Corporate Bonds bei Vontobel Asset Management

Gestern Abend zeigte sich die US-Notenbank friedlicher als von vielen erwartet. Die Fed bestätigte unsere Erwartungen, dass sie ihren Zinserhöhungszyklus abgeschlossen hat. Jerome Powell trug zur ausgeglichenen Marktstimmung bei, indem er die guten Fundamentaldaten der US-Wirtschaft kommentierte und darüber informierte, dass die Fed nicht mehr den Drang verspürt, die Zinspolitik zu straffen, da sie den aktuellen Zinssatz nun als neutral ohne expansiven oder restriktiven Effekt auf die Wirtschaft betrachtet.

Wir waren stets der Überzeugung, dass es maßgeblich auf den sogenannten „Dot Plot“, (Notenbanker Jargon für das Punktdiagramm der Fed, das als Basis für die Zinsprognose dient) ankommt. Während der kurzfristige Dot Plot signifikant nach unten korrigiert wurde, blieb der Median des langfristigen Dot Plots unverändert bei 2,75 Prozent. Allerdings gibt es beachtenswerte Bewegungen im Hintergrund der Zusammensetzung des langfristigen Dot Plots, da zehn von 16 politischen Entscheidungsträgern nun den langfristigen Dot Plot eher bei 2,625 Prozent, beziehungsweise am unteren Ende des Dot Plots für 2021 sehen. Die Mehrheit der Befragten geht also sowohl für 2021 als auch für den langfristigen Dot Plot von einer mittelfristigen Prognose von 2,625 Prozent aus, was dem aktuellen Leitzins der Fed von 2,25-2,5 Prozent sehr nahe kommt. In Verbindung mit dem gemäßigten politischen Kurs, der gestern Abend für die nächsten Jahre angekündigt wurde, erklären wir hiermit das Ende des aktuellen Zinserhöhungszyklus. Weitere Zinserhöhungen in naher Zukunft würden im Widerspruch zu den gestrigen Ankündigungen stehen, da der Zins dann über das Niveau von 2,625 Prozent steigen würde.

Darüber hinaus kündigte die Fed das Ende ihres Bilanzabbaus wie erwartet an. Ab Mai gedenkt sie die Obergrenzen von 30 auf 15 Milliarden US-Dollar zu senken, was bedeutet, dass sie bereits ab Ende Mai 15 Milliarden weitere Treasuries pro Monat kaufen würde. Dies wird die Liquidität des US-Dollars erhöhen und zu weiteren Liquiditätsüberschüssen an den Märkten beitragen. Die jüngste Erweiterung der Targeted Longer-Term Refinancing Operations (TLTRO) III der EZB durch Mario Draghi hat ebenfalls zu Erhöhung der Liquidität auf den Märkten beigetragen. Zur Erinnerung: Das europäische Bankensystem generiert jedes Jahr rund 250 Milliarden Euro an neuen Deposits, die NICHT als Ersatz für die alten TLTROs verwendet werden müssen, die den Banken zur Verfügung gestellt wurden. Letztere werden bis 2021 mit 750 Milliarden Euro fällig, werden aber nun durch die neuen Kredite ersetzt. Wenn man bedenkt, dass wir mindestens drei ganze Jahre Zeit haben, bevor die neuen TLTRO Kredite 2023 auslaufen, in denen das europäische Bankensystem neue Bankeinlagen sammeln wird, bedeutet dies letztlich, dass das europäische System von 750 Milliarden überschüssiger Liquidität profitieren wird (drei Jahre x 250 Milliarden neue Einlagen). Die bevorstehende Überschussliquidität wird für die Rentenmärkte gewaltige Ausmaße annehmen.

Dies wird nicht nur den Wirtschafts- und Kreditzyklus stützen, sondern wir erwarten auch, dass Anleihenanleger zunehmend nach Renditespreads greifen werden. Dies ist positiv für die Kreditmärkte und auch für den S&P 500. Wir erwarten, dass der S&P 500 um etwa 20 Prozent steigen wird, da die Fed davon absehen wird, weiterhin an der Zinsschraube zu drehen, solange es ein akzeptables Wirtschaftswachstum gibt (siehe Grafik). Wir bekräftigen somit, dass weder die Fed noch die EZB Hindernisse für uns darstellen werden.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Mondher Bettaieb © Vontobel Asset Management)


Investment

von Sonal Desai, CIO, Franklin Templeton

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran steht weiterhin im Mittel­punkt des Markt­interesses. Es scheint eine unsichere Ein­stellung der aktiven…
Weiterlesen
Investment
Konstantin Veit, Portfolio­manager bei PIMCO, gibt seine Ein­schätzung zur anste­henden Sitzung der Euro­päischen Zentral­bank wieder: „Im Umfeld der…
Weiterlesen
Investment

Mit 2,6 GW Anschlussleistung in Entwicklung stellt Green Energy Storage Initiative (GESI) derzeit eines der größten Portfolios an…

Allianz Global Investors (AllianzGI) hat bekannt gegeben, dass es im Namen von Allianz-Ver­sicherungs­gesell­schaften eine 51%ige Beteiligung an der…
Weiterlesen
Investment
Ein Großteil der Welt fragt sich derzeit, wie lange es dauert, bis sich die Energiepreise in verschie­denen Szenarien des Iran­konflikts wieder…
Weiterlesen
Investment
Vor dem Hinter­grund eines im Vergleich zur Niedrig­zins­phase erhöhten Zins­umfelds sowie geo­politischer Unsicher­heiten an den Kapital­märkten…
Weiterlesen
Investment

von Ercan Demircan, Senior Portfoliomanager Unternehmensanleihen, BANTLEON

Nachrang­anleihen von Industrie­unter­nehmen (Corporate Hybrids) haben sich in einem anspruchs­vollen Marktumfeld aus geo­poli­tischen Spannungen und…
Weiterlesen
Investment
Im Chart der Woche unter­sucht die DWS seit 2015, wie sich die Preise für deutschen Strom, Brent-Rohöl und europä­isches Erdgas (TTF) gemein­sam…
Weiterlesen
Investment

von Joel Frick, Investment Lead, BENDURA BANK AG

Das erste Quartal 2026 fühlte sich an wie ein ganzes Jahr - und das ist keine Metapher. Grönland, Venezuela, Iran: Innerhalb von drei Monaten hat sich…
Weiterlesen
Investment

von April LaRusse, Head of Investment Specialists bei Insight Investment

Der Konflikt im Iran hat 20% der welt­weiten Ölver­sorgung unter­brochen, indem er den Transit durch die Straße von Hormus blockiert hat. Obwohl die…
Weiterlesen
Investment
Das Land­gericht München I hat den Ange­klagten wegen Beihilfe zum ver­suchten Betrug in 261 tat­einheit­lichen Fällen und falscher uneid­licher…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!