YAML | Example "3col_advanced"
Anzeige

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Volatilitätsparadoxon kann Rezessionen tiefer und länger machen

Kommentar von Frederiek van Holle, Head of Quant Solutions bei DPAM, zur Zentralbankpolitik im aktuellen Umfeld

„Von negativen Renditen über negative Zinskurven bis hin zu negativen Zinssätzen für Baufinanzierungen: Für mich ist es immer noch unnatürlich, all das zu sehen. Negative Renditen sollen Investitionen und den Konsum über den Kanal der Kreditvergabe anregen. Normalerweise sind die Zinsaufwendungen des einen das Einkommen von jemand anderem, der dieses wiederum (teilweise) ausgibt, was zu einem Einkommen für wieder jemand anderen führt. Doch dieser Geldmultiplikator-Effekt wird untergraben, wenn die Renditen noch tiefer in den negativen Bereich fallen. Das wird Menschen dazu veranlassen, lieber Bargeld zu halten. Wenn immer mehr Menschen anfangen, Bargeld unter ihrer Matratze zu horten, wird sich der Prozess der Geldvermehrung verlangsamen und die positiven Auswirkungen negativer Renditen werden geringer. Ich frage mich, ob es Grenzen für diese unerforschten geldpolitischen Maßnahmen gibt?

Die Märkte glauben auch heute noch, dass die Zentralbanken in der Lage sind, das stark verflochtene und komplexe Finanz- und Wirtschaftssystem zu managen. Ich denke, das System ist anfälliger geworden. In einem Umfeld geringer Volatilität (obwohl die Volatilität in den letzten Wochen zugenommen hat), niedriger Kreditkosten und mäßig glaubwürdiger Zentralbanken könnte die Reaktion des Finanzsystems auf Schocks nicht-linear ausfallen. Wenn das System der niedrigen Volatilität zu mehr Leverage führt (was der Fall ist, wenn die niedrigen Zinsen die Kreditvergabe anregen), werden die Volatilitätsspitzen in Krisenzeiten extremer werden. Dieser auch als „Volatilitätsparadoxon“ bezeichnete Effekt kann dazu führen, dass Rezessionen in ihrer Ausprägung tiefer und länger sind.

Selbst wenn wir davon ausgehen, dass die Zentralbanken weiterhin die Kontrolle haben, zeigt die weitere Eskalation des Handelskrieges in der vergangenen Woche, dass externe Ereignisse durchaus einen Einfluss auf die Politik der Zentralbanken haben. Ihre Impulse werden durch die negativen Auswirkungen des anhaltenden Handelskrieges konterkariert. Nach den angekündigten erhöhten Einfuhrzöllen von US-Präsident Trump vor zwei Wochen schlug China prompt zurück, indem es seine Währung die wichtige Marke von 7 Yuan pro US-Dollar durchbrechen ließ. Trump beschuldigte China sofort, ein Währungsmanipulator zu sein. Und das Spiel geht weiter.....“

Über Degroof Petercam AM
Degroof Petercam Asset Management (DPAM) ist eine unabhängige, aktive Vermögensverwaltungsgesellschaft, die Teil einer belgischen, familiengeführten Gruppe mit Ursprung im Jahr 1871 ist. Neben aktiv gemanagten Publikumsfonds verwaltet DPAM Vermögensverwaltungsmandate für institutionelle Investoren in ganz Europa. DPAM ist ein nachhaltiger Investor, Pionier und Innovator für verantwortungsvolles und nachhaltiges Investieren und integriert ESG-Kriterien über sämtliche Asset-Klassen und Themen hinweg. DPAM verwaltete per Ende Juni 2019 Investmentfonds und Vermögensverwaltungsmandate im Gesamtwert von 35,9 Mrd. Euro, davon über 6 Milliarden Euro in nachhaltigen Strategien.

https://www.fixed-income.org/
(Foto: Frederiek van Holle © Degroof Petercam)


Investment

von Richard Bernstein, Global Head of Macro & Customized Investing, Janus Henderson Investors

Ein altes amerika­nisches Sprich­wort besagt, dass ein Frosch aus einem Topf kochen­den Wassers heraus­springt, im selben Topf aber sitzen bleibt und…
Weiterlesen
Investment
Strom­netze stoßen unter dem schnellen Ausbau von Wind- und Solar­energie an ihre Grenzen. Gleich­zeitig rücken geo­po­litische Ereig­nisse die…
Weiterlesen
Investment

von Libby Cantrill, Head of Public Policy, PIMCO

Was passiert gerade? Die USA und Iran haben die erste Ge­sprächs­runde im Rahmen des ehrgeizigen Memo­ran­dum of Undervstanding (MOU) abge­schlossen.…
Weiterlesen
Investment
Da ESG-Themen mittler­weile fest in der Unter­nehmens­ana­lyse veran­kert sind, haben sich kontro­verse Themen zu einem wichtigen Risiko­indikator…
Weiterlesen
Investment

von Richard Clarida, Global Economic Advisor & Andrew Balls, CIO Global Fixed Income

Ein globaler Wirt­schafts­aus­blick, der von brüchi­gen Alli­anzen, fiska­lischer Belas­tung und massiven KI-Investi­tionen geprägt ist, kann ganz…
Weiterlesen
Investment
Michael Vander Elst, Head of Emer­ging Markets Fixed Income bei DPAM, sieht Latein­amerika als gut posi­tioniert für lang­fristiges Wachs­tum,…
Weiterlesen
Investment

von Arif Husain, Head of Global Fixed Income und CIO bei T. Rowe Price

Während die Unruhen im Nahen Osten und der Opti­mismus hinsicht­lich künst­licher Intelligenz die Märkte weiterhin antreiben, ist die erste…
Weiterlesen
Investment

von Leonardo Basile, Portfoliomanager bei Eurizon

Die vergan­genen drei Monate waren an den Kapital­märkten vor allem von zwei Faktoren geprägt: geo­poli­tischen Spannungen und dem starken Anstieg der…
Weiterlesen
Investment

von Jill Hirzel, Senior Investment Specialist bei Insight Investment

Die EZB hat heute in einer einstim­migen und weithin erwar­teten Entschei­dung die Zinsen ange­hoben. Die EZB hat ihre Prog­nosen revidiert, die…
Weiterlesen
Investment

von Filippo Alloatti, Head of Financials (Credit) bei Federated Hermes

Die EZB hat mit einer Zins­er­höhung um 25 Basis­punkte die Erwar­tungen bestätigt und den Haupt­refinan­zierungs­satz auf 2,25% angehoben. Die…
Weiterlesen
Anzeige

Neue Ausgabe jetzt online!