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„Wir bauen im Hintergrund weiter unsere Luxusplattform auf, ohne dass wir damit groß an die Öffentlichkeit gehen“, Dr. Dominik Benner, CEO, The Platform Group AG

Dr. Dominik Benner, CEO © The Platform Group AG

Ende April hat The Platform Group AG (TPG) die Umsatz- und Ergebnis­prognose für 2025 deutlich angehoben sowie die Mittel­frist­planung erhöht. Künftige, noch nicht verein­barte Akquisitionen ab Mai sind in der Prognose nicht enthalten, wie CEO Dr. Dominik Benner im Gespräch mit dem BOND MAGAZINE betont. Ebenfalls im April wurde die Übernahme von Joli Closet, einer Plattform für gebrauchte Luxusartikel, bekannt gegeben. Mit Joli Closet, fashionette, Winkelstraat, Brandfield und Chronext baut TPG weiter eine Luxusplattform auf, der Warenbestand wird verknüpft, ohne dass man damit an die Öffentlichkeit geht. Zudem wächst der Markt Vintage Luxury deutlich, und viel stärker als der Markt für neue Luxusartikel, wie Dr. Benner erläutert. Zu den größten Wachstumstreibern von TPG gehören der B2B-Markt einschließlich Maschinenhandel, der Bereich Luxusgüter sowie die neue Branche der Optikplattform, hierzu soll bis Juni etwas bekannt gegeben werden.

BOND MAGAZINE: Sie haben die Prognosen für das laufende Jahr angehoben. Wenn ich es richtig verstanden habe, sind weitere Akquisitionen, die im Jahresverlauf erfolgen könnten, noch nicht enthalten. 

Dr. Benner: Richtig, wir haben die Prognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich angehoben. Dies aufgrund der starken organischen Entwicklung unserer Gruppe, der steigenden Zahl unserer Partner und der bereits vorgenommenen vier Akquisitionen in 2025. Künftige, noch nicht vereinbarte Akquisitionen ab Mai sind in der Prognose nicht enthalten. Insofern kann die Prognose erneut angepasst werden, wenn weitere, größere Übernahmen hinzukommen.

BOND MAGAZINE: Sie haben kürzlich Joli Closet, eine Plattform für gebrauchte Luxusartikel in Paris übernommen. Welche Synergien mit Ihren anderen Luxusplattformen, wie fashionette oder Chronext, sind möglich? 

Dr. Benner: Joli Closet hat über 100.000 Produkte von über 1.500 Partnern live. Dies ist ein riesiges Potential, mit dem wir nun arbeiten können. Wir verknüpfen nach der Übernahme den Warenbestand von Joli Closet, fashionette, Winkelstraat, Brandfield und Chronext. So bauen wir im Hintergrund weiter unsere Luxusplattform auf, ohne dass wir damit groß an die Öffentlichkeit gehen. Und der Markt für Vintage Luxury wächst deutlich, viel stärker als der Markt für neue Luxusartikel.

BOND MAGAZINE: Ist Chronext eine Plattform, auf der Luxusuhren von Drittanbietern vermittelt werden, wie bei eBay oder Chrono24, oder werden Luxusuhren auch auf eigene Rechnung angeboten? 

Dr. Benner: Chronext hat vor unserer Übernahme ausschließlich An- und Verkauf von Uhren vorgenommen. Die wichtigsten Marken dort sind Rolex, Patek Philippe, Audemars Piguet, IWC und Hublot. Nun setzen wir den geplanten Strategiewechsel zur Plattform rasch um: Händler onboarden, Produkte live schalten und so deutlich wachsen, ohne dabei die Bestände in die eigene Bilanz zu nehmen. Verkäufer ist hier aber Chronext, da wir die Echtheit aller Uhren garantieren und zertifizieren - dies machen nur sehr wenige in der Branche. Da wir 12 Uhrmacher mit jahrzehntelanger Erfahrung haben, ist dies kein Problem für uns und wird von unseren Kunden geschätzt.

BOND MAGAZINE: Sie haben aber auch Unternehmen in anderen Bereichen übernommen, bei denen es wohl weniger Synergien gibt, z.B. wie Herbertz. 

Dr. Benner: Unsere Synergien entstehen dadurch, dass wir eine operative Holding haben, die bei den Beteiligungen zentrale Leistungen übernimmt und man so massiv Kosten spart. Im Vordergrund stehen hier Software, Marketing, HR, Finance und Legal. So spart die Beteiligung deutliche Kosten ein. Und wir können durch unsere Power die Umsätze erhöhen. Das ist der eigentliche Mehrwert, wenn TPG eine Firma übernimmt: Die Beteiligung wächst so stärker, kann Kosten senken und steigert den Profit.

BOND MAGAZINE: Sie bauen einen eigenen Buy Now Pay Later-Zahlungsdienst auf. Wie weit sind Sie damit? 

Dr. Benner: Wir haben Ende Januar am Kapitalmarkttag das Projekt vorgestellt. Bis Ende Oktober sind wir live damit, so dass externe Kunden dies nutzen können. Es ist ein spannendes Projekt, weil es ein bisher kaum abgedecktes Feld im Payment-Segment ist und wir darin seit 7 Jahren eine Expertise haben. Wir sehen hier deutliches Ertragspotential für die TPG.

BOND MAGAZINE: Sie wollen mit dem Service „gelbe“ Kunden ansprechen, also Kunden mit mittlerer Bonität. Wie können Sie diese Kunden identifizieren? 

Dr. Benner: Ja, die sogenannten gelben Kunden sind unsere Zielgruppe. Wir haben hierzu KI-basiert ein eigenes Ratingsystem entwickelt, Grundlage sind dabei die Ratings externer Partner wie CRIF und Schufa. Die Ausfallrate dieser Kunden ist mit 3,4% sehr gering und diese Kunden können ausschließlich bei uns Ware per Rate kaufen und zahlen. Dies ist sehr lukrativ.

BOND MAGAZINE: In welchen Bereichen wollen Sie weiter wachsen? 

Dr. Benner: Wir werden in diesem und kommenden Jahr deutlich zweistellig wachsen. Die größten Wachstumstreiber sind dabei drei Bereiche: Der B2B-Markt einschließlich Maschinenhandel, der Bereich Luxusgüter sowie unsere neue Branche der Optikplattform, welche bis Juni bekannt gegeben wird.

BOND MAGAZINE: Welche Kennzahlen, z.B. beim Verschuldungsgrad, streben Sie an? 

Dr. Benner: Wir haben uns hierfür interne Guidelines gesetzt, diese sind ein Faktor von 2,3 zwischen EBITDA und Nettoverschuldung. Dies ist sehr konservativ und wir sind optimistisch, dieses Ziel in 2025 zu erreichen.

BOND MAGAZINE: Haben Sie weiteren Finanzbedarf? 

Dr. Benner: TPG ist ausreichend finanziert und wir sehen die aktuelle Finanzstärke als wichtigen Indikator, um antizyklisch gute Unternehmen für faire Bewertungen zu erwerben. Unser operativer Cashflow, der stark ansteigt, ermöglicht es uns, hier das Geld zu investieren. Fremdkapital sowie unsere Anleihe sind dabei eine wichtige Beimischung der gesamten Finanzierungsstrategie.

Das Interview führte Christian Schiffmacher, www.fixed-income.org 


 

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