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„Wir werden stille Reserven im nicht betriebsnotwendigen Vermögen heben, zum Beispiel durch Verkauf“, Fritz Homann, Homann Holzwerkstoffe

In den vergangenen Wochen entwickelte sich der Kurs der Unternehmensanleihe der Homann Holzwerkstoffe GmbH enttäuschend. Denn für das laufende Jahr wird ein Verlust erwartet, Creditreform stuft das Rating nur mit B ein. Doch der Bau des neuen Werks in Krosno (Polen) läuft planmäßig, Firmenchef Fritz Homann möchte zudem das Eigenkapital steigern. Dies soll in einem ersten Schritt durch den Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen geschehen, wodurch stille Reserven gehoben werden können, wie Fritz Homann im Gespräch mit dem BOND MAGAZINE erläutert.

BOND MAGAZINE:
Wie kommen Sie mit dem Bau des neuen Werks in Krosno (Polen) voran?

Fritz Homann: Wir sind sehr zufrieden, denn wir liegen sowohl zeitlich als auch budgetär im Plan. Die wesentlichen Bauarbeiten werden bis zum Jahresende abgeschlossen, so dass nahtlos mit der Inbetriebnahme begonnen wird. Die Aufnahme des Dreischichtbetriebs wird wie geplant im 1. Quartal 2015 erfolgen.

BOND MAGAZINE: Welche Verträge konnten Sie bereits für das neue Werk gewinnen?

Homann: Wir konnten mit wichtigen Großkunden neue langfristige Lieferverträge abschließen. Diese Verträge werden einen deutlichen Beitrag leisten, die neue Kapazität auszulasten. Dazu zählt u. a. ein weltweit führender skandinavischer Möbelproduzent und -händler.

BOND MAGAZINE: Sie haben schon mehrfach betont, die Eigenkapitalbasis stärken zu wollen. Welche Pläne haben Sie konkret?

Homann: Unser primäres Ziel ist, diese Stärkung durch die unternehmens- und gesellschafterkreisinternen Potenziale darzustellen. Im ersten Schritt werden wir stille Reserven im nicht betriebsnotwendigen Vermögen heben, zum Beispiel durch Verkauf. Wir haben hier einige Möglichkeiten in durchaus nennenswertem Umfang, was teilweise auch auf unsere rund 140-jährige Unternehmenshistorie zurückzuführen ist. Aufgrund der langfristigen Lieferverträge mit erstklassigen internationalen Abnehmern sowie der umfangreichen zukunftsgerichteten Wachstumsinvestitionen in den Auf- und Ausbau unserer Werke sehe ich unser Unternehmen aber auch ohne diese Maßnahmen schon heute wachstumsstark, nachhaltig stabil und zukünftig ertragsstark.

BOND MAGAZINE: Und welche Auswirkungen könnte dies auf Ihre Bilanzstruktur haben?

Homann: Unser Ziel ist, das Eigenkapital zu stärken und dabei gleichzeitig auch die Liquiditätslage in der Gruppe weiter zu verbessern. Sachkapitalerhöhungen sind deshalb keine Option für uns. Ebenso wenig wie kapitalmarktseitige Eigenkapitalmaßnahmen. Durch die jetzt konkret in Vorbereitung befindlichen Maßnahmen sowie das ertragsreiche Wachstum durch die neue Kapazität, werden wir die Eigenkapitalquote in den nächsten 3 Jahren erheblich verbessern. Dabei wird sich auch positiv auswirken, dass wir 2015 planmäßig wieder in die Gewinnzone zurückkehren sollten.

BOND MAGAZINE: Sie haben ein B Rating von Creditreform und erwarten für 2014 unverändert ein negatives Ergebnis. Welchen Ausblick können Sie geben und ab wann können Anleger wieder mit einem positiven Ergebnis rechnen?

Homann: Dass wir 2014 planmäßig mit einem negativen Ergebnis rechnen, ist von der Rating-Agentur ebenso wie von den Investoren bereits vollumfänglich berücksichtigt. Wir haben diese Planung ja bereits mehrfach kommuniziert. Entscheidend ist, dass wir uns 2014 auch tatsächlich innerhalb unserer Prognosen bewegen und Umsatz und das operative Ergebnis gegenüber 2013 deutlich verbessern werden – und das kann ich aus heutiger Sicht im Dezember sehr belastbar bestätigen. 2015 wollen wir dann in die Gewinnzone zurückkehren. Wir sind heute so stabil und wachstumsstark aufgestellt, gleichzeitig verfügen wir über die angesprochenen stillen Reserven und internen Potenziale, so dass wir auch unsere weitere Finanzierungsstrategie sehr wohlüberlegt und langfristig weiterentwickeln können – ohne aktuellen Handlungsbedarf. Ich kann der Rating-Agentur nicht vorgreifen, aber mit der erwarteten Rückkehr in die Gewinnzone und den signifikanten positiven Cash Flows aus unserem dann abgeschlossenen, in Summe ca. 100 Mio. Euro umfassenden Investitionsprogramm, sollte sich auch das Rating positiv entwickeln.

Das Interview führte Christian Schiffmacher, www.fixed-income.org
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